Kein Telefonbuch mehr – Schweiz stellt gedruckte Ausgabe ein

Kein Telefonbuch mehr - Schweiz stellt gedruckte Ausgabe ein

Zum Jahresende 2022/2023 werden in der Schweiz die gedruckten Ausgaben der „Weissen Seiten“, bekannt als Telefonbuch, eingestellt. Während in der Schweiz das Ende einer Ära gekennzeichnet wird, da das erste Telefonbuch 1880 in Zürich mit nur 98 Einträgen veröffentlicht wurde, wird die letzte gedruckte Ausgabe dieses Jahr herausgegeben. „Localsearch“, der Herausgeber, kündigte an, dass nach 142 Jahren die Veröffentlichung der Telefonbücher beendet wird und Telefonnummern ab 2023 ausschließlich online zur Verfügung stehen werden.

Kunden suchen hauptsächlich online

Der Hauptgrund für diese Entscheidung ist die fortschreitende Digitalisierung und der Wunsch vieler Menschen, aufgrund von Datenschutzbedenken und zunehmenden Werbeanrufen, ihre Nummern nicht in einem öffentlichen Verzeichnis gelistet zu sehen. Hinzu kommt der Rückgang von Festnetzanschlüssen und eine Gesetzesänderung im Jahr 1997, welche die Veröffentlichung einer Nummer zu einer freiwilligen Angelegenheit machte.

Andere europäische Länder, wie die Niederlande, haben bereits ähnliche Schritte unternommen und die gedruckten Telefonbücher abgeschafft. In Deutschland hingegen werden gedruckte Telefonbücher weiterhin herausgegeben, vor allem genutzt von älteren Menschen und Bewohnern ländlicher Gebiete, mit einer Auflage von etwa 60 Millionen Exemplaren laut dem Verband Deutscher Auskunfts- und Verzeichnismedien.

Das erste deutsche Telefonbuch erschien 1881 in Berlin und wurde im Laufe der Jahre unter verschiedenen Namen und Herausgebern veröffentlicht. Obwohl eine gesetzliche Pflicht zur Herausgabe gedruckter Telefonbücher 2021 aufgehoben wurde, bleiben sie als Werbeträger weiterhin beliebt. Die übliche Verteilung wurde allerdings eingestellt; stattdessen können sie nun an Abholstellen, meist in Supermärkten und Postfilialen, bezogen werden.

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