Ruhestand für 2G – Veraltete Technik macht Platz für besseres Netz

Ruhestand für 2G – veraltete Technik macht Platz für besseres Netz

Einst revolutionierte die 2G-Mobilfunktechnik die Mobilfunkwelt, da mit ihr der Grundstein für digitale Mobilfunknetze gelegt wurde – das liegt jetzt mehr als drei Jahrzehnte zurück. In Zukunft soll die veraltete Technik jedoch weichen, um Platz für neuere zu machen. Als erster und bisher einziger der vier deutschen Netzbetreiber hat die Telekom jetzt ein konkretes Datum für die 2G-Abschaltung genannt.

Weshalb wird 2G von der Deutschen Telekom abgeschaltet?

Die Mobilfunktechnik hat sich seit der Einführung des sogenannten Global System for Mobile Communications, kurz GSM, wie 2G auch genannt wird, enorm weiterentwickelt. Bei der Deutschen Telekom können Kunden bereits seit mehr als zehn Jahren auf das 4G (LTE)-Netz zurückgreifen. Die 4G-Mobilfunkgeneration ermöglicht neben Voice-over-LTE und damit einer ausgezeichneten Sprachqualität auch ein schnelles Surfen im Internet. Zudem können nach Angaben des Unternehmens bis heute mehr als 97 Prozent auf den 5G-Mobilfunkstandards zurückgreifen. Der Nachfolger von 4G ist seit 2019 verfügbar und laut Deutscher Telekom sollen bis nächstes Jahr 99 Prozent der Bevölkerung in Deutschland auf die fünfte Generation zurückgreifen können. Durch diese neuen und besseren Mobilfunktechniken ist 2G mittlerweile einfach veraltet und überflüssig geworden. Der Mobilfunkstandard blockiert aktuell laut Telekom Frequenzspektren, die künftig anderweitig genutzt werden sollen. Mit der Abschaltung von 2G wird demnach Platz gemacht für neue Technik. Das Bonner Unternehmen gab jetzt bekannt, 2G zum 30. Juni 2028 in den Ruhestand zu schicken.

„Mit dem frei werdenden 2G-Frequenzspektrum können wir unser Netz weiter verbessern. Wir wollen schnelle Datenübertragung für alle – und wir wollen sie überall. Deshalb nutzen wir die Frequenzen in unserem Netz zukünftig für 4G und 5G, um besonders in ländlichen Bereichen das mobile Surfen noch besser zu machen“, erklärt Geschäftsführer Technik der Telekom Deutschland, Abdu Mudesir.

Was hat die Telekom für die Zukunft geplant?

Insbesondere ländliche Gebiete sollen von der 2G-Abschaltung profitieren. Denn bis heute gibt es Bereiche, die nur mit der veralteten Mobilfunktechnik abgedeckt sind. Dort ist Surfen nur sehr eingeschränkt möglich, der Schwerpunkt liegt beim mobilen Telefonieren. Die Telekom gibt an, entsprechende Gebiete mit 4G und 5G zu versorgen. Das soll bereits geschehen, bevor das 2G-Netz abgeschaltet wird. Handys, die nicht LTE-fähig sind, sind heute kaum noch verbreitet. Wer allerdings doch noch ein Gerät besitzt, das nicht 4G-fähig ist, kann dieses nach der Abschaltung von 2G dann nicht mehr nutzen. Dann muss das Gerät durch ein neueres ersetzt werden. Dies wird allerdings vermutlich nicht viele Kunden betreffen. Auch Personen, die gar nicht im Internet surfen, sondern ihr Gerät lediglich für Telefonate nutzen, profitieren von den neueren Techniken. Denn diese gewährleisten unter anderem eine wesentlich höhere Sprachqualität. Auch im Internet der Dinge – IoT – wird häufig auf den Funkstandard 2G gesetzt. Allerdings setzen die Anbieter entsprechender Geräte seit der 3G-Abschaltung verstärkt auf neuere Technologien. Die 3G-Mobilfunktechnik wurde in Deutschland bereits im Juni 2021 vom Netz genommen. Durch die frühzeitige Ankündigung des Unternehmens soll genug Zeit bleiben, um veraltete Geräte auszutauschen.

Was haben die drei Wettbewerber geplant?

Der neueste deutsche Netzbetreiber 1&1 setzt seit Beginn nur auf ein 4G/5G-Netz und ist von einer 2G-Abschaltung daher nicht betroffen. Während Telefónica bislang verlauten lässt, die Abschaltung der Mobilfunktechnik bisher nicht geplant hat, sondern 2G vorerst als „Basisnetz für mobile Telefonie und SMS“ bestehen bleiben soll, ist bei Vodafone die Abschaltung geplant. Der Netzbetreiber gibt an, die Technologie bis Ende 2030 Schritt für Schritt abzuschalten.

„Zu diesem Zeitpunkt wird die Technologie fast 40 Jahre alt sein, und ein Großteil der zugrundeliegenden Geräte wird bis dahin ausgedient haben und von den Anbietern nicht mehr unterstützt“, so Vodafone Technik-Chefin Tanja Richter.

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