
Die Europäische Union beabsichtigt, den digitalen Euro einzuführen. Aus diesem Grund könnte in Zukunft neben der bekannten IBAN eine weitere Kontonummer auftauchen. Denn die sogenannte DEAN soll beim Bezahlen mit dem digitalen Euro eine zentrale Rolle übernehmen. Noch ist dieser nicht eingeführt, doch die technischen Vorbereitungen laufen bereits.
Wofür wird die neue Kontonummer benötigt?
Der digitale Euro ist aktuell noch Zukunftsmusik, die mögliche Einführung wird aktuell jedoch bereits intensiv geprüft. So veröffentlichte die Europäische Zentralbank erst im Juli dieses Jahres einen neuen Entwurf des Regelwerks für den digitalen Euro. Mit der Einführung des digitalen Euros soll Bargeld in digitaler Form ergänzt werden. Nutzer könnten mit ihrem Smartphone oder der Bankkarte ähnlich unkompliziert bezahlen wie mit Bargeld, allerdings digital. Um zu ermöglichen, dass entsprechende Zahlungen zuverlässig verarbeitet werden können, braucht es im Hintergrund eine eigene technische Infrastruktur. Ein Teil der Vorbereitungen ist die sogenannte Digital Euro Account Number, kurz DEAN. Sie soll digitale Euro-Konten eindeutig identifizieren und damit eine wichtige Grundlage für die Abwicklung von Zahlungen schaffen.
Was steckt hinter der DEAN?
Die DEAN lässt sich vereinfacht mit der IBAN vergleichen. Wer künftig ein Konto für den digitalen Euro nutzt, soll dafür eine entsprechende Kennung erhalten. Über diese Nummer kann das jeweilige digitale Euro-Konto eindeutig zugeordnet werden. Die bisherige IBAN wird dadurch jedoch nicht ersetzt. Für das klassische Bankkonto und herkömmliche Überweisungen bleibt die IBAN auch in Zukunft zuständig. Die DEAN kommt also zusätzlich und betrifft ausschließlich den digitalen Euro.
Wie ist die neue Kontonummer aufgebaut?
Auch beim Aufbau erinnert die DEAN an die bekannte IBAN. Sie besteht aus insgesamt 18 alphanumerischen Zeichen und beginnt immer mit „EU“. Anders als bei der deutschen IBAN erhält sie jedoch keine Länderkennzeichen. Gleichzeitig lässt sich anhand bestimmter Bestandteile erkennen, ob die DEAN für einen privaten oder geschäftlichen Zweck verwendet wird. Weitere Zeichen bilden unter anderem Seriennummern und Prüfziffern.
Wer benötigt eine DEAN und wie bekommt man sie?
Für Privatpersonen ist grundsätzlich nur eine DEAN vorgesehen. Geschäftskunden können dagegen mehrere Kennungen verwenden. Die Vergabe erfolgt zentral über die Digital Euro Service Platform, kurz DESP. Nach Identifizierung und erfolgreichem Onboarding fordert der jeweilige Zahlungsdienstleister dort eine DEAN an und ordnet sie anschließend dem Nutzerkonto zu. Die Kennung muss dem Kunden transparent mitgeteilt werden. Wird eine physische Zahlungskarte für den digitalen Euro ausgegeben, soll die DEAN darauf gut lesbar stehen. Im Alltag muss sie jedoch nicht wiederholt eingegeben werden. Denn über sogenannte Aliase könnte unter anderem eine Handynummer mit dem digitalen Euro-Konto verknüpft werden.
Box:
Die wichtigsten Fakten zur DEAN im Überblick:
- DEAN: Digital Euro Account Number
- Länge: 18 alphanumerische Zeichen
- Beginn: immer mit „EU“
- Zweck: eindeutige Identifikation eines digitalen Euro-Kontos
- Vergabe: zentral über DESP
- Private Nutzer: eine DEAN
- Geschäftliche Zwecke: mehrere DEAN möglich
- Aliase: unter anderem Verknüpfung mit Handynummer
- IBAN: bleibt für klassische Bankkonten und Überweisungen bestehen
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