
Das alltägliche Leben junger Menschen ist maßgeblich von Social Media geprägt. Durchschnittlich verbringen Jugendliche im Alter von 15 Jahren rund sieben Stunden pro Tag am Bildschirm. Immer mehr Jugendliche hinterfragen die Nutzung allerdings kritisch. Die repräsentative „Jugend-Digitalstudie 2025“ der Postbank zeigt jetzt, dass sich immer mehr bewusst für einen Social-Media-Ausstieg entscheiden.
Weshalb verliert Social Media für viele Jugendliche an Bedeutung?
Im Rahmen der „Jugend-Digitalstudie 2025“ wurden 1000 junge Menschen im Alter zwischen 16 und 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass bei vielen das Bewusstsein dafür wächst, welche Auswirkungen die intensive Nutzung haben kann. Daher entscheiden sich immer mehr Jugendliche bewusst gegen die sozialen Netzwerke oder reduzieren die Nutzung.
„Junge Menschen erkennen mittlerweile sehr klar, wie stark soziale Medien ihr Verhalten beeinflussen können. Sie reflektieren kritisch, wie intensiv sie und ihre Freunde die Plattformen nutzen. Zugleich sehen wir eine wachsende Distanz zur Nutzung von sozialen Medien“, sagt Thomas Brosch, Leiter Digitalvertrieb der Postbank.
Besonders problematische Inhalte wie Fake News, Cybermobbing oder sogenanntes Sexting könnten ihren Beitrag dazu leisten, dass die Nutzung immer kritischer hinterfragt wird. Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die klare Wahrnehmung problematischer Nutzungsmuster im eigenen Umfeld. 75 Prozent der Befragten beantworteten die Frage, ob es in ihrem Umfeld Social-Media-süchtige Menschen gibt, mit Ja. Vor allem junge Frauen nehmen diese Gefahr wesentlich stärker wahr. 85 Prozent von ihnen sehen ein problematisches Verhalten. Bei jungen Männern waren es 68 Prozent.
Welche Plattformen sind für junge Menschen relevant?
Trotz des generellen Rückgangs bleiben einige Plattformen bei den Jugendlichen weiterhin beliebt. Mit jeweils 68 Prozent zählen Instagram und YouTube weiterhin zu den meistgenutzten Angeboten. Dahinter folgen WhatsApp, TikTok sowie Snapchat. Beim Messenger-Dienst WhatsApp lässt sich allerdings der stärkste Rückgang verzeichnen. Innerhalb von nur fünf Jahren sank die Nutzung bei jungen Personen von 86 Prozent auf 65 Prozent: ein Rückgang von mehr als 20 Prozent. Insgesamt zeigt die Studie, dass soziale Netzwerke an Reichweite verloren haben und viele Jugendliche die selbstverständliche Rolle im alltäglichen Leben zunehmend infrage stellen.
Wie kritisch sehen Jugendliche Social Shopping?
Gleichzeitig gewinnen soziale Netzwerke als Marktplatz an Bedeutung. Knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) hat bereits mindestens einmal direkt über soziale Medien eingekauft. Vor allem junge Männer nutzen Social Shopping intensiv. 61 Prozent von Ihnen gaben an, bereits entsprechende Käufe getätigt zu haben. Bei jungen Frauen sind es nur 35 Prozent. Attraktiv sind für die Jugendlichen vermutlich speziell die Rabattaktionen und individuell passenden Produkte beim Social Shopping.
Apps für legale Glücksspiele sind in den sozialen Medien zunehmend präsent und erreichen dort auch ein junges, technikaffines Publikum. Anbieter sind gesetzlich verpflichtet, klare Altersbeschränkungen, Identitätsprüfungen und Hinweise zum verantwortungsvollen Spielen umzusetzen. Gleichzeitig wächst der Bedarf an transparenter Information, welche Angebote legal sind und welche Schutzmechanismen sie bieten. Eine übersichtliche Einordnung wie beispielsweise die der Augsburger Allgemeinen kann dabei helfen, Nutzerinnen und Nutzern eine bewusste und informierte Auswahl zu ermöglichen.
Hinterlasse jetzt einen Kommentar