
Mit einer selektiven Anrufweiterschaltung können eingehende Anrufe gezielt an eine andere Telefonnummer, ein Mobiltelefon oder einen Anrufbeantworter weitergeleitet werden. Anders als bei einer gewöhnlichen Rufumleitung werden dabei nicht sämtliche Anrufe umgeleitet, sondern nur Anrufe bestimmter Personen oder Rufnummern. Diese Funktion lässt sich beispielsweise über eine FRITZ!Box oder eine geeignete Telefonanlage einrichten.
Was ist eine selektive Anrufweiterschaltung?
Die selektive Anrufweiterschaltung ist ein Leistungsmerkmal der Telefonie, bei dem die Weiterleitung eines Anrufs von festgelegten Bedingungen abhängt. Entscheidend kann etwa sein, welche Telefonnummer der Anrufer verwendet. Während eine klassische Anrufweiterschaltung grundsätzlich alle eingehenden Anrufe oder sämtliche Anrufe unter bestimmten Bedingungen weiterleitet, ermöglicht die selektive Variante eine gezielte Auswahl.
Beispiel: Ein Festnetzanschluss soll für Familienangehörige jederzeit erreichbar sein. Deren Anrufe werden automatisch auf ein Mobiltelefon weitergeleitet. Alle anderen Anrufe gehen weiterhin auf dem Festnetztelefon ein.
Die selektive Rufumleitung eignet sich unter anderem für private Telefonanschlüsse, Homeoffice-Arbeitsplätze und Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern.
Rufumleitung nur für bestimmte Nummern einrichten
Wer eine Rufumleitung nur für bestimmte Telefonnummern einrichten möchte, benötigt einen Router, eine Telefonanlage oder einen Telefondienst, der entsprechende Regeln unterstützt.
Dabei müssen zwei unterschiedliche Funktionen unterschieden werden:
- Weiterleitung bestimmter Anrufer: Nur Anrufe von zuvor festgelegten Telefonnummern werden umgeleitet.
- Weiterleitung einer eigenen Rufnummer: Bei mehreren Rufnummern an einem Telefonanschluss werden beispielsweise nur Anrufe auf die geschäftliche Telefonnummer umgeleitet.
Die erste Variante ist die eigentliche selektive Anrufweiterschaltung anhand der Anrufernummer. Die zweite Variante ist eine Rufumleitung, die auf eine bestimmte angerufene Rufnummer beschränkt wird.
Selektive Rufumleitung in der FRITZ!Box einrichten
Viele FRITZ!Box-Modelle ermöglichen, einzelne Anrufer oder ganze Rufnummernbereiche automatisch weiterzuleiten.
Die Einrichtung erfolgt über die Benutzeroberfläche des Routers:
- Im Browser fritz.box aufrufen und an der FRITZ!Box anmelden.
- Den Menüpunkt Telefonie öffnen.
- Unter Rufbehandlung die Registerkarte Rufumleitung auswählen.
- Auf Neue Rufumleitung klicken.
- Im Bereich für die umzuleitenden Anrufe die Option Anrufe von auswählen.
- Eine einzelne Rufnummer, einen Telefonbucheintrag oder eine andere unterstützte Auswahl festlegen.
- Als Weiterleitungsziel etwa eine Mobilfunknummer oder einen Anrufbeantworter eintragen.
- Die Einstellungen speichern und die Weiterleitung mit einem Testanruf überprüfen.
Je nach FRITZ!Box-Modell und FRITZ!OS-Version können die Bezeichnungen und verfügbaren Auswahlmöglichkeiten abweichen.
Welche Anrufer können ausgewählt werden?
Je nach Ausstattung der FRITZ!Box sind unterschiedliche Regeln möglich.
| Auswahl | Funktion |
|---|---|
| Einzelne Telefonnummer | Nur Anrufe dieser Nummer werden weitergeleitet |
| Telefonbucheintrag | Anrufe einer gespeicherten Person werden umgeleitet |
| Gesamtes Telefonbuch | Alle Anrufer aus einem ausgewählten Telefonbuch werden weitergeleitet |
| Rufnummernbereich | Anrufe aus einem bestimmten Nummernbereich werden umgeleitet |
| Unbekannte Anrufer | Nicht im Telefonbuch gespeicherte Anrufer werden weitergeleitet |
| Anonyme Anrufer | Anrufe ohne übermittelte Rufnummer werden weitergeleitet |
Eine ausführliche Beschreibung bietet der Hersteller unter Rufumleitung in der FRITZ!Box einrichten.
Intelligente Anrufverteilung in Unternehmen
Auch moderne Telefonanlagen und Cloud-Telefonanlagen können eingehende Anrufe anhand der übermittelten Telefonnummer unterscheiden. Eine solche intelligente Anrufverteilung kann beispielsweise dafür sorgen, dass bekannte Kunden direkt mit einem zuständigen Mitarbeiter verbunden werden, während andere Anrufe zunächst bei einer Telefonzentrale eingehen.
Abhängig von der Telefonanlage sind weitere Möglichkeiten denkbar, etwa unterschiedliche Weiterleitungsziele für verschiedene Anrufergruppen oder die Kombination mit Zeitsteuerungen.
Welche Funktionen tatsächlich verfügbar sind, hängt vom Telefonanbieter, der Telefonanlage und dem gebuchten Leistungsumfang ab.
Selektive Rufumleitung auf dem Handy: Android und iPhone
Auf Android-Smartphones und iPhones lässt sich eine klassische Rufumleitung häufig über die Telefoneinstellungen oder entsprechende Netzcodes einrichten.
Eine selektive Rufumleitung ausschließlich für bestimmte Anrufer gehört allerdings nicht zu den allgemein verfügbaren Standardfunktionen von Android und iOS.
Die üblichen Rufumleitungen unterscheiden stattdessen zwischen Bedingungen wie:
- Alle Anrufe sofort weiterleiten
- Weiterleiten, wenn die Leitung besetzt ist
- Weiterleiten, wenn niemand antwortet
- Weiterleiten, wenn das Mobiltelefon nicht erreichbar ist
Für eine Rufumleitung anhand der Anrufernummer wird daher eine entsprechende Funktion des Telefonanbieters oder einer geeigneten Telefonanlage benötigt.
Weitere Informationen und die gebräuchlichen Tastenkombinationen stehen im telespiegel-Ratgeber Netzcode Anrufumleitung im Festnetz- und Mobilfunknetz.
Grenzen der selektiven Anrufweiterschaltung
Damit die Rufumleitung anhand einer bestimmten Telefonnummer funktioniert, muss die Rufnummer des Anrufers erkannt werden. Bei der Rufnummernunterdrückung (CLIR) wird die Telefonnummer dem Angerufenen normalerweise nicht angezeigt. Eine Zuordnung zu einer bestimmten Person anhand der übermittelten Rufnummer ist dann nicht möglich. Allerdings können geeignete Router und Telefonanlagen anonyme Anrufe als eigene Gruppe behandeln und beispielsweise an einen Anrufbeantworter weiterleiten.
Weitere Einschränkungen können sich aus der eingesetzten Hardware, dem Telefonanbieter und der maximal unterstützten Anzahl an Weiterleitungsregeln ergeben.
Welche Kosten entstehen durch die Rufumleitung?
Die Einrichtung einer selektiven Anrufweiterschaltung ist nicht zwangsläufig mit zusätzlichen Kosten verbunden. Werden eingehende Anrufe jedoch auf eine externe Telefonnummer weitergeleitet, können Verbindungsentgelte entstehen.
Dabei ist entscheidend, ob die Weiterleitung durch den Telefonanbieter oder über die eigene Telefonanlage ausgeführt wird und welche Tarifbedingungen gelten.
Beispiel: Ein Anruf auf eine Festnetznummer wird automatisch auf ein Mobiltelefon weitergeleitet. Für die Verbindung zwischen Festnetzanschluss und Mobilfunknummer können Kosten entsprechend dem verwendeten Tarif entstehen.
Vor allem bei Weiterleitungen ins Ausland oder zu kostenpflichtigen Rufnummern sollten die jeweiligen Tarifbedingungen überprüft werden.
Häufige Fragen zur selektiven Anrufweiterschaltung
Kann ich nur Anrufe einer bestimmten Telefonnummer weiterleiten?
Ja. Eine geeignete FRITZ!Box oder Telefonanlage kann Anrufe anhand der übermittelten Rufnummer erkennen und gezielt an ein anderes Telefon oder einen Anrufbeantworter weiterleiten.
Kann ich mehrere Telefonnummern für eine Rufumleitung auswählen?
Ja. Abhängig vom verwendeten Gerät lassen sich mehrere einzelne Rufnummern, Telefonbucheinträge oder ganze Rufnummernbereiche berücksichtigen.
Kann ich nur Anrufe einer bestimmten Person auf mein Handy umleiten?
Ja, wenn der verwendete Router oder Telefondienst eine selektive Rufumleitung unterstützt. Bei einer FRITZ!Box kann etwa ein entsprechender Telefonbucheintrag ausgewählt werden.
Funktioniert eine selektive Rufumleitung bei unterdrückter Telefonnummer?
Eine gezielte Zuordnung zu einer bestimmten Person ist bei unterdrückter Rufnummer normalerweise nicht möglich. Anonyme Anrufe können jedoch mit einer eigenen Weiterleitungsregel behandelt werden.
Kann ich die selektive Anrufweiterschaltung wieder deaktivieren?
Ja. Bei einer FRITZ!Box lässt sich die entsprechende Regel unter Telefonie – Rufbehandlung – Rufumleitung deaktivieren oder löschen. Bei anderen Telefonanlagen erfolgt die Abschaltung über deren jeweilige Konfiguration.
Ist eine selektive Anrufweiterschaltung dasselbe wie eine Anrufsperre?
Nein. Bei einer Rufumleitung wird ein Anruf an ein anderes Ziel weitergeleitet. Eine Anrufsperre dient dagegen dazu, bestimmte Anrufe abzuweisen oder deren Zustellung zu verhindern.