
Mit der Rufnummernunterdrückung kann verhindert werden, dass die eigene Telefonnummer bei einem ausgehenden Anruf auf dem Display des Angerufenen erscheint. Dieses Leistungsmerkmal heißt CLIR (Calling Line Identification Restriction). Es steht grundsätzlich sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunk zur Verfügung und kann dauerhaft oder für einzelne Telefonate genutzt werden.
Was bedeutet CLIR beim Telefon?
CLIR ist die technische Bezeichnung für die Unterdrückung der Rufnummernanzeige bei ausgehenden Telefonaten. Ist diese Funktion aktiviert, erhält der Angerufene die Telefonnummer des Anrufers nicht zur Anzeige. Stattdessen erscheint auf dem Telefondisplay beispielsweise „Anonym“, „Privat“ oder „Unbekannt“.
Die Rufnummernunterdrückung gehört zu den sogenannten vermittlungstechnischen Leistungsmerkmalen im Telefonnetz. Der Telefondienstanbieter stellt die Funktion bereit, während die Steuerung je nach Anschluss über das Telefon, den Router, das Kundenportal oder einen Netzcode erfolgt.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen der Übermittlung einer Rufnummer im Telefonnetz und ihrer Anzeige beim Angerufenen. CLIR verhindert die Anzeige der eigenen Nummer, bedeutet jedoch nicht, dass der Anruf technisch vollständig anonym erfolgt.
CLIP und CLIR: Was ist der Unterschied?
Die Abkürzungen CLIP und CLIR bezeichnen zwei unterschiedliche Funktionen der Rufnummernübermittlung. Während CLIP die Anzeige einer übermittelten Rufnummer ermöglicht, verhindert CLIR die Anzeige der eigenen Rufnummer beim Gesprächspartner.
| Leistungsmerkmal | Bedeutung | Funktion |
|---|---|---|
| CLIP | Calling Line Identification Presentation | Anzeige der Rufnummer des Anrufers |
| CLIR | Calling Line Identification Restriction | Unterdrückung der Anzeige der eigenen Rufnummer |
| CLIRO | Calling Line Identification Restriction Override | Aufhebung der Rufnummernunterdrückung in bestimmten berechtigten Fällen |
| COLP | Connected Line Identification Presentation | Anzeige der Rufnummer des tatsächlich verbundenen Anschlusses, soweit unterstützt |
| COLR | Connected Line Identification Restriction | Unterdrückung der Anzeige der Rufnummer des verbundenen Anschlusses |
Ohne Rufnummernunterdrückung kann ein CLIP-fähiges Telefon die übermittelte Nummer anzeigen. Ist sie im Telefonbuch gespeichert, erscheint häufig zusätzlich oder stattdessen der Name des Kontakts.
Weitere Informationen enthält der Ratgeber zur Rufnummernanzeige (CLIP).
Rufnummer unterdrücken: CLIR aktivieren
Die eigene Rufnummer kann für einzelne Anrufe oder dauerhaft unterdrückt werden. Welche Einstellung verfügbar ist, hängt vom Telefonanschluss, vom Mobilfunkanbieter und vom verwendeten Endgerät ab.
Rufnummer beim Handy einmalig unterdrücken
Im deutschen Mobilfunk lässt sich die eigene Rufnummer bei einem einzelnen Gespräch üblicherweise mit dem Code #31# unterdrücken. Dazu wird der Code unmittelbar vor die gewünschte Telefonnummer gesetzt.
Beispiel: #31#017612345678, anschließend wird die Anruftaste gedrückt. Beim Angerufenen erscheint die eigene Rufnummer dann nicht, sofern die Funktion vom Netz unterstützt und korrekt ausgeführt wird. Für weitere Telefonate wird die Nummer normalerweise wieder übertragen, wenn keine dauerhafte Rufnummernunterdrückung eingerichtet ist. Ist CLIR bereits dauerhaft aktiviert, kann mit dem Code *31# vor der Zielrufnummer bei unterstützten Mobilfunkanschlüssen die eigene Rufnummer ausnahmsweise für ein Gespräch übermittelt werden.
Die Codes können bei Netzbetreibern, Festnetzanschlüssen und Telefonanlagen unterschiedlich funktionieren.
Rufnummer im Festnetz unterdrücken
Im Festnetz hängt die Steuerung vom jeweiligen Anbieter und der verwendeten Anschlusstechnik ab. Bei einem aktuellen IP-basierten Telekom-Festnetzanschluss kann die eigene Rufnummer für ein einzelnes Gespräch beispielsweise mit *31# vor der Zielrufnummer unterdrückt werden. Die Telekom ermöglicht darüber hinaus die dauerhafte Einstellung über ihr Telefoniecenter sowie über bestimmte Steuercodes. Bei anderen Anbietern können abweichende Codes oder Einstellungen im Router erforderlich sein.
Eine Übersicht über die unterschiedlichen Verfahren enthält der Telespiegel-Ratgeber Netzcode – Rufnummernübermittlung und Rufnummernanzeige.
CLIR dauerhaft einschalten oder ausschalten
Die dauerhafte Rufnummernunterdrückung kann bei Smartphones häufig direkt in den Telefoneinstellungen aktiviert werden.
Bei Android-Geräten befindet sich die Funktion je nach Hersteller und Android-Version insbesondere unter: Telefon-App → Einstellungen → Anrufkonten oder Zusatzdienste → Anrufer-ID
Bei einem iPhone erfolgt die Einstellung, sofern vom Mobilfunkanbieter unterstützt, über: Einstellungen → Apps → Telefon → Meine Anrufer-ID senden
Wird die Rufnummernanzeige dort deaktiviert, erscheint die eigene Telefonnummer bei ausgehenden Anrufen normalerweise nicht mehr. Im Festnetz erfolgt die dauerhafte Konfiguration häufig über das Kundenportal des Telefondienstanbieters oder über den Router.
CLIRO: Wann die Rufnummernunterdrückung aufgehoben wird
Die Rufnummernunterdrückung bietet Privatsphäre gegenüber dem Angerufenen, verhindert jedoch nicht die technische Identifizierbarkeit eines Anschlusses. Eine wichtige Ausnahme betrifft Notrufe. Bei Anrufen an die Notrufnummern 110 und 112 kann die Rufnummer trotz aktivierter CLIR-Funktion übermittelt beziehungsweise von der berechtigten Notrufstelle verarbeitet werden.
Die technische Möglichkeit, eine bestehende Rufnummernunterdrückung in bestimmten Fällen aufzuheben, wird als CLIRO (Calling Line Identification Restriction Override) bezeichnet. Diese Funktion soll insbesondere verhindern, dass die Rufnummernunterdrückung die Bearbeitung von Notrufen oder die Identifizierung missbräuchlicher Anrufe erschwert. CLIRO ist keine gewöhnliche Einstellung, die Privatpersonen auf ihrem Telefon aktivieren können.
Ist anonymes Telefonieren mit CLIR wirklich anonym?
Die Bezeichnung „anonym telefonieren“ ist bei einer Rufnummernunterdrückung nur eingeschränkt zutreffend. Zwar erhält der Gesprächspartner die eigene Telefonnummer nicht zur Anzeige. Die Rufnummer kann aber weiterhin innerhalb der Telekommunikationsnetze verarbeitet werden. Auch gesetzlich vorgesehene Möglichkeiten zur Identifizierung bleiben bestehen. Bei belästigenden oder bedrohenden Anrufen kann speziell das Leistungsmerkmal MCID (Malicious Call Identification) zur Identifizierung eines Anrufers eingesetzt werden. Diese sogenannte Fangschaltung ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden und muss beim Telefondienstanbieter beantragt werden.
Mehr dazu im Telespiegel-Ratgeber Unbekannte Telefonnummern identifizieren (MCID).
Ist die Rufnummernunterdrückung erlaubt?
In Deutschland ist die Rufnummernunterdrückung für private Telefonate grundsätzlich erlaubt. Nach § 15 Absatz 1 des Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes (TDDDG) müssen Anbieter die einfache und unentgeltliche Unterdrückung der Rufnummernanzeige ermöglichen.
Anders sieht es bei Werbeanrufen aus. Nach § 15 Absatz 2 TDDDG dürfen Anrufer bei Telefonwerbung ihre Rufnummer nicht unterdrücken. Werbetreibende müssen eine ihnen zugeteilte Rufnummer übermitteln. Bei Verstößen kann die Bundesnetzagentur Bußgelder verhängen.
Die rechtlichen Anforderungen betreffen auch Werbeanrufe aus dem Homeoffice. Eine Rufnummernunterdrückung wird nicht allein dadurch zulässig, dass statt eines Firmenanschlusses ein privates Telefon verwendet wird. Weitere Informationen bietet die Bundesnetzagentur zur Rufnummernunterdrückung.
Häufige Fragen zur Rufnummernunterdrückung
Was heißt CLIR beim Telefon?
CLIR bedeutet Calling Line Identification Restriction. Die Funktion unterdrückt die Anzeige der eigenen Telefonnummer beim Angerufenen.
Was bedeutet CLIP und CLIR?
CLIP ermöglicht die Anzeige einer übermittelten Rufnummer. CLIR verhindert, dass die eigene Rufnummer beim Gesprächspartner angezeigt wird. Beide Funktionen ergänzen sich, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
Wie kann ich meine Nummer einmalig unterdrücken?
Bei Mobilfunkanschlüssen lässt sich die eigene Nummer in der Regel durch Voranstellen von #31# vor die Telefonnummer unterdrücken. Im Festnetz können andere Codes gelten.
Wie kann ich CLIR deaktivieren?
Eine dauerhaft eingerichtete Rufnummernunterdrückung kann abhängig vom Anschluss über die Telefoneinstellungen, den Router oder das Kundenportal des Telefonanbieters deaktiviert werden. Bei Mobilfunkanschlüssen mit dauerhafter Unterdrückung kann *31# vor einer Zielrufnummer die Anzeige für einen einzelnen Anruf ermöglichen.
Kann jemand trotz CLIR meine Telefonnummer herausfinden?
Der normale Gesprächspartner sieht die unterdrückte Nummer nicht. Unter bestimmten gesetzlichen und technischen Voraussetzungen ist eine Identifizierung dennoch möglich, beispielsweise über eine Fangschaltung oder bei Notrufen.
Kann man mit CLIR einen Rückruf verhindern?
Wird die eigene Telefonnummer unterdrückt, kann der Angerufene normalerweise nicht direkt über die angezeigte Anrufernummer zurückrufen. Die Rufnummernunterdrückung verhindert allerdings nicht sämtliche Möglichkeiten einer Identifizierung.
Was bedeutet COLR?
COLR steht für Connected Line Identification Restriction. Anders als CLIR betrifft diese Funktion nicht die Anzeige der Rufnummer des Anrufers, sondern die Übermittlung beziehungsweise Anzeige der Rufnummer des tatsächlich verbundenen Anschlusses. Das Leistungsmerkmal wird nicht von allen Telefonanbietern und Anschlüssen unterstützt.