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Überwachen und abhören von Handys durch Polizei, Behörden und Kriminelle

Wie kann die Polizei, eine andere Behörde oder schlimmstenfalls Kriminelle ein Mobil-Telefon abhören und ein Handy überwachen? Was für Voraussetzungen sind für eine Telefon Überwachung bzw. Handy Überwachung notwendig?

Telefon überwachen - Handy Überwachung & abhörenGenerell kann jedes Handy von den Behörden überwacht werden, somit ist auch abhören möglich. Aufgrund der deutschen Gesetze haben Behörden eine Befugnis zur Handyortung jedoch nur in begründeten Ausnahmefällen und auch nur nach richterlicher Genehmigung bei schweren Straftaten möglich. Doch die Ermittlung des Standortes ist auch notwendig, wenn die Position eines in Not geratener Menschen festgestellt werden muss oder bestimmte Dienste der Netzanbieter genutzt werden sollen, zum Beispiel die Rettungsstelle per SMS zu informieren. Selbstverständlich können die Möglichkeiten der Telefonüberwachung aber auch von Kriminellen genutzt werden.

SIM-Karte in der Funkzelle

 

Das wichtigste Element zum Überwachen und Abhören eines Handys ist die SIM-Karte. Dort werden alle benötigten Daten des Nutzers wie zum Beispiel die Rufnummer gespeichert. Diese wird von den Ermittlern zum Abhören eines Handys benötigt. Daher nutzen Kriminelle häufig gestohlene oder auf einen anderen Namen registrierte Telefonkarten.
Netzbetreiber können bis auf wenige hundert Meter genau erkennen, wo sich das eingebuchte Handy befindet. Wird das Mobil-Telefon genutzt, kann gemessen werden, wie lange das Signal von dem Gerät bis zu der nächsten Basisstation des Mobilfunkanbieters benötigt. (Auch werden in dem GSM-Mobilfunknetz an eine bestimmte Rufnummer versandte Befehle zum Abruf von Informationen wie Standort und Netzaktivität benutzt. Den Erhalt einer solchen stillen SMS bemerkt der Handybesitzer nicht.) Technisch ist es möglich, genauer zu erkennen, wo sich das benutzte Handy befindet. Zum Beispiel könnte der Sender mit Hilfe der umliegenden Basisstationen besser lokalisiert werden. Da das Netz von Basisstationen im ländlichen Bereich nicht ganz so engmaschig ist und deshalb die Funkzellen größer sind, sind Messungsergebnisse bei dem Handy überwachen im städtischen Bereich genauer.

 

IMSI-Catcher gaukelt Basistation vor
Ist die Rufnummer des zu überwachenden Telefon nicht bekannt, müssen schwerere Geschütze aufgefahren werden. Dabei hilft dann ein IMSI-Catcher. Dieses recht teure Gerät kann Handys in einem Umkreis von etwa 100 Metern lokalisieren. Der Name IMSI-Catcher stammt von seiner Funktion: Er ermittelt die “International Mobile Subscriber Identity” eingeschalteter Handys, die auf der eingelegten SIM-Karte weltweit einmalige Kennzahl. Anhand dieser Ziffern können die Ermittler die Telefonnummer und die Verbindungsdaten des Handynutzers bei dem jeweiligen Netzbetreiber abfragen.
Darüber hinaus kann der IMSI-Catcher auch die jeweilige IMEI-Nummer (International Mobile Equipment Identity) des benutzten Handys feststellen. Diese weltweit einmalige Gerätenummer des Handys kann auch dann den Verdächtigen entlarven, wenn dieser zwar die SIM-Karte wechselt, aber das selbe Handy benutzt.
Um das verdächtige Handy abzuhören, wird in der Nähe der überwachten Person der IMSI-Catcher aufgestellt, der dem jeweiligen Mobiltelefon eine nahe Basisstation eines Mobilfunknetzes simuliert. Dazu muss man wissen, dass sich jedes Handy immer in die nächstgelegene Basisstation einbucht. Damit wird dem Handy die jeweils bestmögliche Verbindung ermöglicht. Also bucht sich das abgehörte Handy automatisch in den IMSI-Catcher ein, dieser leitet das jeweilige Gespräch nach einem Mitschnitt an die nächste Basisstation weiter.

Heimlich installierte Software und Apps
Auf dem Mobiltelefon installierte Software kann ebenfalls der Überwachung dienen, aber auch standortbezogene Dienste ermöglichen. Moderne Mobiltelefone, die Smartphones, bieten weitreichendere Möglichkeiten der Telefonüberwachung als herkömmliche Handys. Aufgrund ihres großen Leistungsumfangs ist eine metergenaue Standort-Überwachung per GPS möglich. Mit der integrierten Kamera kann eine Videoüberwachung erfolgen. Über den mobilen Internetzugang können Daten auf Server in dem Internet oder von außerhalb auf das Gerät gesendet werden. Generell kann die Tatsache, dass Smartphones eher kleine Computer als pure Telefone sind, in Verbindung mit der entsprechenden Software oder App nicht nur der Einsatzsatzzentrale bei einem Notruf, sondern auch bei der Terrorismusbekämpfung und Verbrechensbekämpfung helfen. Im ungünstigsten Fall erden die Möglichkeiten aber von Kriminellen ausgenutzt, die heimlich Software auf dem Telefon installiert haben.

Hinweis vom telespiegel
Wenn das Handy verloren oder gestohlen wurde und dadurch die SIM-Karte abhanden gekommen ist, sollte die SIM-Karte zu dem eigenen Schutz sofort von dem Mobilfunk-Anbieter gesperrt werden. Wenn eine alte Karte nicht mehr benötigt wird, sollte unbedingt der darauf befindlichen Chip unbrauchbar gemacht werden. Bei dem Verkauf einer SIM-Karte ist auf die Umregistrierung der SIM-Karte auf den neuen Besitzer bei dem jeweiligen Mobilfunkanbieter zu bestehen.

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