Vom Festnetz zum Handy telefonieren – ab Dezember günstiger

Telekom

Wenn Festnetz-Kunden über das Telefonnetz der Telekom einen Mobilfunkanschluss anrufen, erhält der Mobilfunk-Anbieter, dessen Netz der Angerufene nutzt, ein sogenanntes Terminierungsentgelt. Die Festnetz-Anbieter kritisierten seit Jahren die im europäischen Vergleich „zu hohen„ Preise der Durchleitung von Festnetz-Telefonaten in die Handy-Netze und auch die EU-Kommission drängte seit längerem darauf, die Terminierungsentgelte zu senken, wie das bereits die Niederlande, Großbritannien und Österreich getan haben.

Nach langen Verhandlungen einigte sich die Telekom nun unabhängig von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) mit den vier deutschen Mobilfunknetz-Betreibern T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 über eine Senkung dieser Entgelte. Die Anbieter wollten damit offenbar einem Eingriff der Regulierungsbehörde zuvor kommen. Die erste Stufe der Absenkung soll im Dezember erfolgen, ein Jahr später soll die zweite folgen. Insgesamt sollen die Terminierungsentgelte bis Ende 2005 um jeweils etwa 15 Prozent, das sind insgesamt vier Cent, gesenkt werden. Laut Handelsblatt sollen die Gebühren, die von der Telekom zu zahlen sind, dann 11 Cent beziehungsweise 13 Cent pro Minute betragen. Ein Sprecher der Telekom sagte, der Vorteil der niedrigeren Terminierungsentgelte werde an die Kunden weitergegeben.

Zur Zeit kosten Gespräche über das Telekom-Festnetz zu T-Mobile und Vodafone 24,6 Cent, zu E-Plus und O2 29,2 Cent pro Minute. Und auch nach der ersten Preissenkung sollen Festnetz-Telefonate zu T-Mobile- und Vodafone-Teilnehmern preiswerter sein als Gespräche aus dem Telekom-Festnetz zu Anschlüssen von E-Plus und O2.

Zwischen 15 und 25 Prozent ihrer Erlöse erwirtschaften die Mobilfunknetz-Betreiber mit der Weiterleitung von Festnetz-Telefonaten an ihre Kunden. Die neue Regelung wird sicherlich zu Umsatzeinbußen führen, doch die Branche hofft, dass das Gesprächsaufkommen durch die niedrigeren Preise steigt und die Absenkung der Terminierungsentgelte zumindest teilweise ausgeglichen werden.

Die Konkurrenten der Telekom ließen zunächst offen, ob sie sich der Vereinbarung anschließen wollen. Die vereinbarten Preise lägen noch immer weit über dem, was mit Blick auf die tatsächlichen Kosten geboten sei, sagte Thomas Rühmer, Mitglied der 01051-Geschäftsleitung und warf den Beteiligten kartell-ähnliches Verhalten vor.

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