Kuriosum – Straßenlaterne mit Ladestation und LTE-Funkmast

Die noch bis morgen laufende CeBIT 2016 in Hannover zeigt neben vielen aktuellen Trends und neuen Produkten auch immer wieder kuriose Techniken. Eine davon stammt vom Mobilfunkausrüster ZTE aus China. Der Aussteller mit Niederlassung in Düsseldorf präsentiert in Hannover eine intelligente Straßenlaterne, die es in sich hat. Über diese können einerseits Elektroautos aufgeladen werden, andererseits enthält sie eine LTE-Basisstation, sodass sie das LTE-Netz unterstützt und theoretisch zugleich als WLAN-Hotspot dienen kann.

Elektroautos an der BluePillar-Straßenlaterne laden

Die Idee ist nicht wirklich neu, ZTE greift jedoch mit der intelligenten Straßenlaterne ein Problem auf, für das noch sinnvolle Lösungen gesucht werden. Der politisch gewünscht mittelfristige, spätestens langfristig zwingend erforderliche Umstieg auf Elektroautos kommt nicht in Schwung. Nicht zuletzt deshalb, weil Ladestationen fehlen. Dieses Problem könnte die BluePillar-Straßenlaterne von LTE lösen. Diese wird normal in das Straßenlaternennetz eingefügt, erlaubt jedoch das Auftanken von E-Autos über eine integrierte Ladestation.

ZTE-Straßenlaterne mit Anbindung an das LTE-Netz

Zusätzlich verfügt die Straßenlaterne von ZTE über eine 4G-/5G-Basis-Transceiver-Station. Damit dient diese als LTE-Station und erlaubt Zugriff auf das LTE-Netz. Das klingt unspektakulär, hat aber Potenzial. Denn nicht nur das LTE-Netz kann auf diese Weise ausgebaut werden. Die Laterne stellt schon als Prototyp eine SmartCity-Informationslösung bereit. Damit sammelt die Laterne nicht nur Wetterdaten oder andere Informationen, sondern kann diese auch auf einem LED-Display anzeigen. Zusätzlich bietet die Laterne die Möglichkeit, einen lokalen LTE-Hotspot einzurichten.

Intelligente Straßenlaternen – Trend oder Unsinn?

Die Möglichkeiten einer intelligenten Straßenlaterne dieser Art sind beeindruckend. ZTE erklärt, dass beispielsweise Kommunen oder Unternehmen die Laternen für ihre Zwecke einsetzen können. Der normale Bürger profitiert von einem größeren Ladestations- bzw.- Inforationsnetz. Die intelligente Vernetzung und Angebotsausweitung sieht ZTE als Ansatzpunkt für mögliche Kunden. Eins ist jedoch auch klar: ZTE möchte mit der Technik Geld verdienen. Daher ist fraglich, ob Kommunen die Laternen in nennenswerter Zahl einsetzen können. Die Kosten sind entsprechend höher als bei normalen Straßenlaternen. Zumindest kann die Laterne aber nicht nur Informationen, sondern auch Werbung anzeigen. Das wäre eine Basis, Anschaffungs- und Betriebskosten zu refinanzieren. Ob aus einem Kuriosum am Ende eine echte Lösung für viele Probleme wird, bleibt angesichts der Kosten dennoch abzuwarten.

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