Ja-Anruf von Betrügern wird zur kaum erkennbaren Falle

betrug

„Können Sie mich hören?“ „Zahlen Sie im Haushalt die Rechnung?“ „Sind Sie Herr Meyer?“ Solche Fragen wirken völlig ungefährlich. Auch dann, wenn diese ein unbekannter Anrufer stellt. Schneller, als der Angerufene aufpassen kann, hat dieser ein einziges Mal „ja“ gesagt. Mit diesem Vorgehen beginnt ein Betrug, der es in sich hat und zukünftig um sich greifen kann. Denn der Angerufene „Ja-Sager“ erhält kurz danach Rechnungen oder gar Inkasso-Mahnungen für Leistungen, die er nie in Anspruch genommen hat. Zwar können sich Betroffene wehren, aber viele zahlen lieber einen kleinen Betrag, als im Zweifelsfall den Rechtsweg beschreiten zu müssen.

Wie funktioniert der Anruf-Betrug mit dem „Ja“?

Die Masche ist bisher in erster Linie aus Nordamerika bekannt. Aber laut Heise sollen inzwischen auch Anrufe in Deutschland vorgekommen sein. Der Ablauf ist im Detail jeweils unterschiedlich, auch weil die Betrüger sich sehr gut vorbereiten und Infos einholen. Der grobe Mechanismus ist aber immer ähnlich. Die Anrufer versuchen, den Angerufenen in ein Gespräch zu verwickeln und wenigstens einmal das Wort „Ja“ sagen zu lassen. Das ist Grundlage für den eigentlichen Betrug. Denn aus dem „Ja“ und anderen Aussagen schneiden diese eine Zustimmung zu einer Bestellung zusammen. Es geht jedoch nicht darum, eine Ware zu liefern, sondern eine offene Forderung an ein Inkassounternehmen zu übergeben. Ist dieses erst einmal im Spiel, wird es für das Opfer zumindest ärgerlich und aufwendig. Droht gar eine Klage, zahlen spätestens dann viele Betroffene die kleineren Beträge, um Ruhe zu haben.

Was können Betroffene gegen den betrug unternehmen?

Grundsätzlich ist ein telefonischer Abschluss eines Handels rechtlich in der Form nicht relevant. Daher sollten Betroffene die Rechnungen nicht bezahlen und es auf eine Klage ankommen lassen. Allerdings ist es ratsam, eine Anzeige wegen Betrugs zu erstatten, wenn die Betrüger sich tatsächlich mit einer Forderung melden. Dazu sind der genaue Zeitpunkt, die Anrufernummer und ggf. ein Name oder Kurzprotokoll des Gesprächs hilfreich. Parallel zur Anzeige können Betroffene bei der Bundesnetzagentur den Missbrauch einer Rufnummer melden. Diese geht dem Vorwurf nach und schaltet ggf. die Nummer ab und kann ein Strafmaß verhängen.

Für die Zukunft könnten solche Telefonbetrugsversuche an Bedeutung gewinnen. Kommen Stimmeneditoren hinzu, an denen unter anderem Adobe arbeitet, sowie mögliche Stimmerkennungsprogramme auf dem Handy oder den Audio-Assistenzsystemen im Auto oder in der Wohnung, könnten Betrüger mit einem großen Fundus von Stimmen-Daten immer perfidere Betrugsmaschen aufbauen.

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Unerwünschte Werbeanrufe – Die Rechtslage ist sehr eindeutig, nur der Angerufene muss richtig reagieren.

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