Adobe Voco – Stimmen lassen sich jetzt faken

adobe

Bisher eher von einem interessierten kleinen Teil der Öffentlichkeit wahrgenommen hat das Softwareunternehmen Adobe ein neues Produkt vorgestellt, das die Zukunft maßgeblich verändern könnte: Voco. Dabei handelt es sich um ein Bearbeitungsprogramm für Stimmen. Das klingt unspektakulär, enthält aber eine enorme Brisanz. Speziell vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung und Vereinfachung von Befehlsstrukturen hin zur Steuerung durch Stimmen wird Adobe Voco zu einer zweischneidigen Angelegenheit.

Was kann Adobe Voco?

Adobe Voco ist ein Programm, das gesprochene Aufnahmen einer Person in sogenannte Phoneme. Dabei handelt es sich um extrem kurze Lautbestandteile. Die besondere Fähigkeit von Voco besteht dabei aus zwei Teilen. Zum einen sind diese Laute extrem gut extrahiert. Zum anderen kann die Software diese Laute wieder so zusammensetzen, dass ein völlig neuer Satz entsteht. Dieser klingt exakt so, wie in die Person hätte sagen können, ohne diesen aber gesagt zu haben. Bei der Präsentation des Programms verblüffte Adobe damit alle Experten. Das Resultat der „gefälschten“ Aufnahmen klang schon jetzt im Entwicklungsstadium so authentisch, dass nur versierte Experten mit technischen Hilfsmitteln den Unterschied herausarbeiten können.

Voco und der Nutzen

Adobe wird Voco voraussichtlich in den kommenden Jahren als Bestandteil der Creative Suite oder als „kleines“ eigenständiges Programm auf den Markt bringen. Ein genauer Termin ist nicht gesetzt. Der Nutzen liegt bei allen, die mit Sprache umgehen. So können zum Beispiel die Trends der computergesteuerten Nachrichten deutlich verstärkt werden. Möglich ist ein Einsatz beim Wetterbericht, indem aus Fakten schon jetzt Programme einen Wetterbericht kreieren. Mit einem Sprachprogramm würde auch im Radio ein Einsatz möglich sein. Auch Podcasts und Audiobooks lassen sich so automatisiert erstellen, ohne sie einlesen zu müssen.

Voco und die Gefahren

Es gibt aber auch erhebliche Gefahren. Denn immer mehr Geräte lassen sich nicht nur durch Sprache steuern. Auch Zugänge zum Online-Banking, die Kommunikation mit Amazon Echo oder vielen Handys laufen bereits jetzt per Spracherkennung. Als biometrisches Signal galt die Spracherkennung bisher als zusätzliches Sicherheitsmerkmal. Das könnte bald anders sein. Ebenso lassen sich mit wenigen Aufnahmen einer Person falsche Tonspuren erstellen, die zum Missbrauch von falschen Telefonanrufen bis hin zu angeblichen Aussagen vor Gericht geradezu einladen. Selbst falsche Propagandaaufnahmen von Politikern sind möglich. Verhindern soll das ein akustisches Wasserzeichen, dessen Wirkung jedoch umstritten ist.

So steht schon vor Markteinführung eins sicher fest: Adobe Voco wird die Welt nachhaltig verändern. Niemand kann mehr dem gesprochenen, aufgezeichneten Wort vorbehaltlos glauben.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


vier × 3 =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
urteile-internet

Urteil – Posten von Fotos einer Ausstellung in Facebook-Gruppe

Ein Facebook-Nutzer nahm Fotos von Exponaten einer Ausstellung auf und postete sie in einer geschlossenen Facebook-Gruppe. Die Exponate seinen Teil eines Sammelwerkes und die Fotos der Öffentlichkeit zugänglich gemacht word... mehr
Telekom Speedbox

Die neue Speedbox – Mobiler Hotspot der Telekom

Die neue Speedbox ist ein mobiler Hotspot der Telekom, den es mit zwei unterschiedlichen Tarifen gibt. Sie bietet Kunden LTE-Geschwindigkeiten und den Anschluss von Endgeräten per LAN oder WLAN. Die Akkulaufzeit beträgt bis... mehr
geld

Verbotene Internet-Casinos – Deutsche Banken verdienen mit

Online-Casinos sind in Deutschland illegal. Doch die Betreiber argumentieren, das Verbot verstoße gegen EU-Recht. Dass dies nicht so ist, ist in einem Urteil nachzulesen. Doch die Behörden setzen das Verbot nicht ausreichen... mehr
Bundeskartellamt

Facebook – Bundeskartellamt beschränkt Datenzusammenführung

Das Bundeskartellamt hat Facebook eine Zusammenführung der Nutzerdaten aus seinen Diensten und Webseiten Dritter verboten. Erst wenn der Nutzer dem explizit zustimmt, dürfen die Daten miteinander zu einem Datensatz verfloch... mehr
Bitcoin

Gründer von Kryptogeldbörse tot – Kein Passwort für Kundenguthaben

Es wurde der plötzliche Tod des 30-jährigen Gründers der Kryptogeldbörse Quadriga CX gemeldet. Es heißt, er habe als einziger das Passwort, den Private Key, für den Bereich gekannt, in dem die Kundengelder liegen. Nun s... mehr
o2 my All in One XL

o2 my All in One XL – Neuer Tarif für Mobilfunk und Festnetz

Das neue Tarifpaket o2 my All in One XL beinhaltet, ebenso wie der seit längerem erhältliche o2 my All in One, einen Daten- und Telefonietarif für das Smartphone und am DSL-Anschluss. Der Unterschied liegt im Preis und der... mehr