Entscheidung – UKW bleibt bis mindestens 2029

Entscheidung - UKW bleibt bis mindestens 2029

Die EU hat vor wenigen Wochen die Richtlinie über den europäischen Kodex für die elektronische Kommunikation veröffentlicht. Auf einen Punk schauten informierte Radionutzer sehr genau. Denn die Richtlinie bestimmt zwischen den Zeilen über die Zukunft des in Deutschland sehr beliebten UKW-Radios. Das Ergebnis: Empfangsgeräte für UKW dürfen weiterhin verkauft werden. Zugleich haben einige Landesmedienanstalten schon zuvor Sendelizenzen verlängert. Damit ist der Erhalt der Ausstrahlung von UKW-Radio bis mindestens 2019 gesichert.

Radioempfang: Europa will Fortschritt und lässt Bewährtes zu

Die Richtlinie fordert die Interoperabilität von Radioempfangsgeräten. Das bedeutet: Geräte sollen digitalen Rundfunk ebenso empfangen wie DAB+ und Internetsendungen. Damit will die EU insbesondere dem digitalen Rundfunk DAB+ und Internetradios den Weg zu einer stärkeren Verbreitung freimachen. Allerdings erlaubt die Richtlinie zugleich den Erhalt alter Empfangstechniken. Eingeschlossen ist nach Auffassung des Interessenverbandes VAUNET entsprechend das Radiohören über Ultrakurzwelle. Der Zusammenschluss der privaten Medien in Deutschland fordert als Folge eine technikneutrale Umsetzung der Richtlinie in deutsches Recht, um Radiogeräte mit UKW-Empfang am Markt zu halten.

Der Wunsch kommt nicht von ungefähr. Denn einige Landesmedienanstalten haben in den vergangenen Monaten Lizenzen für Radiosender bis 2029 verlängert. Im Saarland hat unter anderem ein UKW-Sender die Verlängerung erhalten, der sich speziell an ältere Menschen und Mehrgenerationenhäuser sowie soziale Einrichtungen wendet. Damit hat das Bundesland die Informationsmöglichkeiten für diese Zielgruppe erhalten. Außerdem haben unter anderem die Landesmedienanstalten in Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt Lizenzen verlängert. Durch die von der Richtlinie unberührte Übertragungstechnik gibt es keine rechtlichen Konflikte für die Sender und Landesmedienanstalten.

Status Quo manifestiert Radiogewohnheiten

Nach Angaben von VAUNET hören in Deutschland noch 90 Prozent der Nutzer ihren Sender über die veraltete und qualitativ schwächere Technik. Dem gegenüber stehen Bestrebungen, dass neue Radios zwingend DAB+-Empfang bieten müssen. Die Richtlinie manifestiert somit die Radiogewohnheiten der Deutschen. Zwar müssen neue Geräte zukünftig auch andere Empfangsmöglichkeiten bieten, die UKW-Fans dürfen aber weiter „ihr Radio“ empfangen. Der Umstieg auf DAB+ oder Internetradio wäre nicht kompliziert und würde eine Verbesserung mitbringen. Das Problem ist jedoch, dass es unzählige Altgeräte gibt, die keine neuen Empfangstechniken unterstützen.

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3 Kommentare

  1. Also ganz ehrlich für nebenbei Gedudel brauch man kein Digitales DAB+. Da reicht UKW dicke. Theoretisch kann man Radio auch über DVB-T2 HD senden, aber nein man hält es für eine dolle idee DAB+ dafür zu nehmen. Wenn irgendwann UKW abgeschaltet wird, dann ist das für mich der Abschied vom Radio und werde dann schlicht kein Radio mehr hören. Von der EU lasse ich mich bestimmt nicht zu DAB+ drängen.

  2. Der gewollte Zwang hin zu DAB+ erinnert mich an die DDR Zeit als man glaubte die Menschen zu ihrem Glück zwingen zu müssen. So etwas hat in einer Demokratie nichts zu suchen! Sollen doch UKW und DAB+ nebeneinander existieren da ist jedem genüge getan.
    Eigentlich ist es so das sich Neuerungen von allein durchsetzen wenn sie gut sind, im Fall von DAB+ muss ich das gute daran für mich noch suchen.

  3. Ich werde immer saurer !
    Die Technik des FM Radios ist alt, aber nicht veraltet ! Das ist a) unser letztes Realtimemedium das auch mit einfachen
    Empfängern mit geringe Energieverbrauch (Batteriebetrieb) über einen längeren Zeitraum empfangen werden kann wenn das
    Stromnetz mal zusammenbricht (Katastrophenfall)
    Zum Anderen ist der Klangvorteil der Digitaltechnik bei DAB+ in keiner Form gegeben !!
    Das wäre mit einem vernünftigen System möglich, aber da hier aus Frequenzknauserei mit unirdischen Bitraten übertragen wird
    ist das Hörerlebnis (mit Ausnahme einiger Klassiksender (auch schon grenzwertig) ) grauenhaft.
    Die Abschaffung des UKW – Rundfunks ist ökologisch völliger Schwachsinn. Vor allem deshalb weil DAB eine sinnlose
    Brückentechnik ist. Bald ist (leider) nur noch Internetstreaming angesagt – in besserer Qualität.

    Aber jedes UKW Radio braucht weniger Energie wie die Übertragung und die Endgeräte über das Internet.

    Es gibt keine vernünftige Alternative zu UKW. Schon eine Schande das die Mittelwelle als „unabhängiges“ Realtimemedium
    ohne Kontrolle Dritter weg ist.

    Demokratie heißt auch über Technik nachdenken.
    Nur zur Information : Ich bin seit 40 Jahren Informatiker und keinesfalls technikfeindlich, aber gut ist soll gut bleiben !

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