Radioverbot – UKW-Empfänger fliegen aus dem Handel

Radio

Fast schon heimlich zu später Stunden hat der Bundestag in der letzten Woche das Vierte Änderung des Telekommunikationsgesetzes auf den Weg gebracht. Darin geht es um das scheinbar bedeutungslose Thema eines Verkaufsverbotes für UKW-Empfänger. Betroffen sind aber alle Bürger, die zumindest zeitweise Radio hören. Denn ab Juni 2018 dürfen reine UKW-Radios nicht mehr verkauft werden. Im Handel sind nur noch Geräte erlaubt, die DAB+ oder Internetradio empfangen können. Einen Trost haben Fans des UKW-Radios: Die DAB+-Geräte verfügen ebenfalls über die Möglichkeit, UKW-Sender wiederzugeben.

DAB+-Empfänger: Warum kommt es zur Gesetzesänderung?

DAB+ steht für ein neues Audioformat: Digital Audio Broadcasting. Das Plus im Namen deutet auf eine besonders klare und leistungsstarke Qualität hin. DAB+ wird zwar wie der Vorgänger DAB von Politik, Wirtschaft und Sender propagiert, von den Nutzern allerdings bisher wenig angenommen. Fast 90 Prozent aller Geräte in Deutschland sind noch immer analoge UKW-Empfänger und nur 8,2 Millionen reine DAB+-Geräte sind unter den insgesamt 150 Millionen Radiogeräten. Um die technische Entwicklung zu nachdrücklich flankieren und die im internationalen Vergleich geringe Verbreitung des digitalen Radios zu verbessern, hat der Bundestag das Gesetz beschlossen. Dieses beinhaltet die Vorgabe, dass Radioempfänger zukünftig über einen DAB-/DAB+-Empfänger oder/und über einen Tuner für Online-Radio samt Schnittstelle ins Internet verfügen müssen. Anders ausgedrückt bedeutet die Gesetzesänderung das Aus für den Verkauf von reinen UKW-Radios.

Was leisten DAB+-Geräte?

Ähnlich wie beim Digitalen Antennenfernsehen DVB-T2 HD ist DAB+ eine Technik, die weniger Sendekraft benötigt und dafür mehr Sender ausstrahlen kann. Zugleich ist die Qualität hörbar besser und die Sender können Datenpakte übertragen, sodass bspw. auch Album-Cover oder Nachrichtenschlagzeilen mitgeliefert und angezeigt werden können. Mit einer Schnittstelle ins Internet sind außerdem zusätzliche interaktive Funktionen möglich. DAB+ beinhaltet jedoch auch den UKW-Empfang, sodass Nutzer zunächst nicht auf ihre Formate und Technik verzichten müssen. Das ändert sich erst, wenn die Marktdurchdringung von DAB+ tatsächlich so relevant ist, dass die Sender wie geplant die UKW-Ausstrahlung in ca. zehn Jahren abschalten können. Ob dieses auch bei Sendern umstrittene Ziel realistisch ist, bleibt abzuwarten. Spätestens dann ist ein DAB+-Gerät für alle Sender erforderlich.

DAB+: ein Schlüssel sind Autoradios

Bisher sind nur in etwas mehr als drei Millionen Autos DAB+-Empfänger eingebaut. Durch die Gesetzesänderung wird auch die Automobilindustrie animiert, ihre Serienausstattung zu ändern. Allein damit dürfte es gelingen, DAB+ zu einer deutlich größeren Verbreitung zu verhelfen.

Mehr Informationen

Internetradio – Musik zum legalen Mitschnitt

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


3 × vier =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Samsung Top-Modelle – Das neue Galaxy Note 20 und das Note 20 Ultra

Samsung Top-Modelle

Das neue Galaxy Note 20 und das Note 20 Ultra

Der Smartphone-Hersteller Samsung hat seine neuen Top-Modelle der Note-Reihe vorgestellt. Während das Note 20 Ultra mit neuer Technik daherkommt, fehlen dem Note 20 einige wichtige Funktionen. Beide Modelle können bereits vorbestellt werden und kommen am 21. August auf den Markt. […]

Klau von Bewerberdaten – Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein

Klau von Bewerberdaten

Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein

Mit Hilfe von fingierten Stellenangeboten, gelang es einem Berliner Unternehmen über die Jobbörse der Arbeitsagentur an zahlreiche Bewerberdaten zu gelangen. Datenschützer und die Arbeitsagentur stufen das Verhalten als kriminell ein, doch die Staatsanwaltschaft hat nun die Ermittlungen eingestellt. […]

urteil

Blauer Haken in WhatsApp

Urteil: Wirksamwerden der Willenserklärung

Das Landgericht Bonn hat entschieden, dass die zwei blauen Haken bei WhatsApp eine Willenserklärung wirksam machen. Zudem wurde erklärt, dass Vertragsparteien alle Kommunikationswege überprüfen müssen, die bisher verwendet wurden. […]

Dubioser Punkteklau - Payback-Kunden in Aufregung

Dubioser Punkteklau

Payback-Kunden in Aufregung

Die Aufregung unter Payback-Kunden ist groß. „Abzocke“, „Betrug“ und „Punkteklau“ lauten die Vorwürfe, die derzeit die Verbraucherzentrale NRW, Facebook und Bewertungsportale erreichen. Denn bei vielen Kunden sind plötzlich die Guthabenpunkte, oftmals im Wert von 50 oder 100 Euro, teilweise sogar weit darüber verschwunden. […]

Bundesgerichtshof verbietet überhöhte Pauschale für Inkassokosten

Bundesgerichtshof

Verbot überhöhter Pauschale für Inkassokosten

Energieversorger dürfen keine überhöhten Inkassokosten verlangen, wenn sie Zahlungen bei säumigen Kunden eintreiben lassen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die SWM Versorgungs GmbH entschieden. […]