Vorsicht Abzocke – Betrugs-Vorwurf gegen mehrere Billigstromanbieter

Vorsicht Abzocke – Betrugs-Vorwurf gegen mehrere Billigstromanbieter

Mehrere Billigstromanbieter stehen in dem Verdacht, ihre Kunden über mehrere Jahre hinweg systematisch abgezockt zu haben. Eine WDR-Recherche ergab, dass Kunden teilweise bis zu vierstellige Rückzahlungen vorenthalten worden sein sollen. Die Rückzahlungen entstanden durch Boni oder zu hohe Abschläge.

Was steckt hinter dem Vorwurf gegen die Billigstromanbieter?

Ein Kundenbetreuer, der für einen Dienstleister aus dem Energieversorgungsbereich arbeitete, stellte für eine Kundin Nachforschungen an. Die Rentnerin hatte sich an den Kunden gewandt, da sie eine Nachzahlung in Höhe von 800 Euro leisten sollte, sich dies mit einer Rente von gerade einmal 900 Euro monatlich allerdings nicht leisten konnte. Der Kundenbetreuer stellte daraufhin fest, dass die Rentnerin eigentlich über ein Guthaben von 1 200 Euro verfügt. Der Billigstromanbieter hatte der Frau vier Jahre lang Rückzahlungen in Höhe von durchschnittlich 300 Euro vorenthalten. Die WDR-Recherche ergab, dass es sich hierbei keineswegs um einen Einzelfall handelt. Vielmehr haben verschiedene Billigstromanbieter über mehrere Jahre hinweg zahlreichen Kunden ihr Guthaben vorenthalten.

Dem WDR wurden tausende Dokumente zugespielt

Gegen einen Dienstleister, der für viele dieser Stromanbieter die Abrechnungen übernimmt, steht der Vorwurf im Raum, die Anweisung gegeben zu haben, Guthaben lediglich dann an den Kunden auszubezahlen, wenn dieser explizit danach fragt. Die Recherche der WDR ergab, dass bei einem Stromanbieter rund drei Viertel der Kunden ihr Guthaben, das ihnen zusteht, nicht erhielten. Dies kam heraus, da der Redaktion tausende Rechnungsdokumente zugespielt und stichprobenartig die Rechnungsempfänger kontaktiert wurden. Darüber hinaus berichten mehrere ehemalige Mitarbeiter des Dienstleisters, dass ihnen mit einer Abmahnung beziehungsweise Kündigung gedroht wurde, sollten sie die Kunden über bestehende Guthaben informieren. Die Vorwürfe werden von Seiten des Dienstleisters aus dem Energieversorgungsbereich bestritten.

Die Staatsanwaltschaft nun ermittelt gegen mehrere Beschuldigte

Die Staatsanwaltschaft Köln hat sich nun der Sache angenommen und ermittelt gegen insgesamt neun Beschuldigte wegen des Tatverdachts des Betrugs. Die Häufigkeit der Fälle und die Festlegung einer viel zu hohen Abschlagszahlung, sind laut mehrerer Experten Hinweis darauf, dass es sich bei dem Vorgehen der Billigstromanbieter um eine systematische Abzocke handelt. Es scheint so, als hätten es die Anbieter auf möglichst hohe Abschläge angelegt, da viele Kunden aus Preisgründen häufig den Stromanbieter wechseln.

„Und dann muss man natürlich schauen, dass man in der Zeit, wo man die Kunden hat, möglichst viel reinbekommt und möglichst wenig ausgibt“, so Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW.

Aus diesem Grund ist Leonora Holling vom Bund der Energieverbraucher der Meinung, dass es so hohe Vorauszahlungen gar nicht geben dürfte. Denn „man soll eigentlich ungefähr das an Vorauszahlung bezahlen, was man nachher auch als Rechnung hat.“

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