Urteil – Wichtiger Schritt im Kampf gegen Fake-Bewertungen von Hotels

Urteil – wichtiger Schritt im Kampf gegen Fake-Bewertungen von Hotels

Fake-Bewertungen im Internet sind weitverbreitet und können die Entscheidungen von potenziellen Kunden enorm beeinflussen. Ein aktuelles Urteil des Landgerichts München bestätigt, dass Hotels und andere Unterkünfte im Internet nur dann bewertet werden dürfen, wenn sie zuvor auch selbst besucht wurden.

Wie kam es zu dem Streit vor Gericht?

Geklagt hatte das Reiseportal Holidaycheck gegen die Agentur Goldstar wegen gekaufter Hotelbewertungen. Holidaycheck wirft dem Anbieter vor, positive Rezensionen für Hotels zu verkaufen, ohne, dass überhaupt ein Besuch vor Ort stattgefunden hat. Das LG München machte jetzt deutlich, dass die Agentur verpflichtet sei, anzugeben, von wem eine Bewertung stamme. Bereits vor vier Jahren gewann das Reiseportal einen Rechtsstreit gegen einen anderen Anbieter. Dieser musste daraufhin alle Bewertungen, die ohne einen tatsächlichen Besuch der Unterkunft, abgegeben wurden, löschen (Aktenzeichen: 17 HK O 1734/19). Immer wieder müssen sich Gerichte mit Fake-Bewertungen im Netz beschäftigen. Erst im August dieses Jahres hat unter anderem der Bundesgerichtshof Unternehmen mehr Möglichkeiten eingeräumt, gegen gefälschte Rezensionen vorzugehen (Aktenzeichen: VI ZR 1244/20).

Die Umsetzung gestaltet sich schwierig

Das Reiseportal Holidaycheck macht jedoch auch nach dem Erfolg vor dem Münchner Landgericht deutlich, dass der Kampf gegen Fake-Bewertungen noch lange nicht gewonnen sei. Denn die Durchsetzung der gerichtlichen Entscheidung gestalte sich sehr schwierig. Im zivilrechtlichen Verfahren müsse das Unternehmen selbst „die Rolle des Staatsanwalts und der Polizei übernehmen und extrem aufwendig Beweise über einen langen Zeitraum sammeln, während die Betrüger selbst weiterhin dreist ihren Geschäftspraktiken nachgehen.“ Das Reiseportal fordert daher, den Verkauf von Fake-Bewertungen als Straftatbestand einzuordnen.

„Bewertungsbetrug ist Betrug am Kunden. So setzen wir uns auch dafür ein, dass der Verkauf von gefälschten Bewertungen künftig unter das Strafrecht fällt und so deutlich nachhaltiger gegen die Urheber vorgegangen werden kann“, heißt es auf der Website des Unternehmens.

Weitere Informationen

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Digitale Steuerbescheide ab 2026 – Papier nur auf Wunsch

Digitale Steuerbescheide ab 2026

Papier nur auf Wunsch

Ab 2026 werden Steuerbescheide in Deutschland in der Regel nur noch digital bereitgestellt. Papier gibt es nur auf Wunsch. Was bedeutet das für Bürgerinnen, Bürger und Kanzleien? Hier erfährst du verständlich, was sich ändert – und wie du dich vorbereitest. […]

Scheinbarer App-Zwang – congstar wegen Irreführung verurteilt

Scheinbarer App-Zwang 

 congstar wegen Irreführung verurteilt

Die Telekom-Tochter congstar behauptete, ihr Online-Kundencenter werde 2025 abgeschaltet – und drängte damit Kunden zum App-Download. Doch das stimmte gar nicht. Ein Gerichtsurteil deckt nun auf, wie weit der vermeintliche App-Zwang wirklich ging. […]

Urteil – Sperrung von Social-Media-Kanälen eines Influencers

Urteil 

 Sperrung von Social-Media-Kanälen eines Influencers

Das Oberlandesgericht Bamberg hat in seinem Urteil entschieden, dass die Sperrung mehrerer Social-Media-Kanäle eines Influencers durch eine Plattformbetreiberin nicht ohne Weiteres zulässig ist. Insbesondere stellte das Gericht fest, dass die bloße Weiternutzung eines weiteren Kanals keine automatisierte Umgehung der Sperrmaßnahme darstellt. […]

United Internet & 1&1 - Marken, Produkte und Hintergründe zum Versatel-Verkauf

United Internet & 1&1

Marken, Produkte und Hintergründe zum Versatel-Verkauf

United Internet bündelt seine Telekommunikationsaktivitäten und verkauft die Netztochter 1&1 Versatel konzernintern an die 1&1 AG. Für Endkunden bleiben die bekannten Marken wie 1&1, IONOS, GMX oder WEB.DE bestehen. Der Artikel erklärt verständlich, welche Produkte die Unternehmen anbieten und was der mögliche Verkauf der Domain-Handelsplattform Sedo bedeutet. […]

Kritische Chrome-Lücke – Google veröffentlicht Notfall-Update

Kritische Chrome-Lücke

Google veröffentlicht Notfall-Update

Eine Chrome-Schwachstelle wurde aktiv von Cyberkriminellen ausgenutzt. Google hat mittlerweile ein Notfall-Update bereitgestellt, das dringend installiert werden sollte. Chrome-Nutzer müssen ihren Browser neu starten, um das Update zu aktivieren. […]