Urteil – Außerordentliche Kündigung wegen exzessiver privater Internetnutzung

Urteil - Ausserordentliche Kündigung wegen exzessiver privater Internetnutzung

Ein langjähriger Mitarbeiter einer Gemeinde hatte nach Ansicht seines Arbeitgebers über mehrere Wochen seinen Dienst-Computer fast ausschließlich privat genutzt. Er habe sich in einem Erotik-Chat angemeldet und dort täglich über mehrere Stunden mit diversen anderen Personen gechattet. Das konnte der Arbeitgeber anhand von Protokollen nachweisen. Zudem habe er zahlreiche Kontaktanfragen über seinen Arbeitsplatz-PC beantwortet. Letztlich habe der Mitarbeiter nur noch wenige Minuten seiner Arbeitszeit dafür verwendet, seiner Arbeitspflicht nachzugehen, sodass extreme Arbeitsrückstände entstanden.

Die Gemeinde sprach gegenüber dem Arbeitnehmer, der zuvor keine Abmahnung erhalten hatte, die außerordentliche Kündigung aus. Gegen diese außerordentliche Kündigung ohne vorherige Abmahnung klagte der ehemalige Mitarbeiter. Das Landesarbeitsgericht Niedersachsen sah den Arbeitgeber im Recht. Der Arbeitgeber habe nachweisen können, dass der Ex-Mitarbeiter den dienstlichen PC samt Internetanschluss exzessiv zu privaten Zwecken genutzt hatte. Dieses sei ein erheblicher Interessenverstoß. Der Arbeitnehmer sei seiner Arbeitspflicht nicht mehr nachkommt und es seien massive Arbeitsrückstände aufgelaufen. Das ginge zu Lasten des Arbeitgebers. Die außerordentliche Kündigung ohne vorherige Abmahnung sei deshalb gerechtfertigt gewesen.

Landesarbeitsgericht Niedersachsen, Aktz. 12 Sa 875/09 vom 31.05.2010

Weitere Informationen

Gerichtsurteile Internet
Kürzel – Abkürzung für Chat und Messenger
Smilies

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Neuer Schufa-Score – ab morgen erhalten Verbraucher mehr Transparenz

Neuer Schufa-Score

Ab morgen erhalten Verbraucher mehr Transparenz

Die Schufa stellt ihr Bonitätssystem um. Statt Prozentwerten gibt es ab morgen einen Score bis zu 999 Punkten. Hintergrund sind Urteile des Europäischen Gerichtshofs und Forderungen nach mehr Transparenz. Verbraucherschützer warnen jedoch weiterhin vor möglichen Benachteiligungen. […]

„Treuestrafe“ – loyale Stromanbieter-Kunden zahlen Milliarden zu viel

„Treuestrafe“

Loyale Stromanbieter-Kunden zahlen Milliarden zu viel

Viele Stromkunden bleiben ihrem Anbieter treu und zahlen dafür oft deutlich höhere Preise. Eine Studie der RWTH Aachen zeigt, dass viele Bestandskunden jährlich Milliarden zu viel zahlen. Wer regelmäßig Tarife vergleicht oder den Anbieter wechselt, kann mehrere hundert Euro im Jahr sparen. […]

WhatsApp-News – Eltern-Konto für Kinder ab 10 Jahren geplant

WhatsApp-News

Eltern-Konto für Kinder ab 10 Jahren geplant

Der beliebte Messenger WhatsApp plant, ein spezielles Kinder-Konto einzuführen. Kinder ab zehn Jahren sollen den Dienst künftig nutzen können. Allerdings nur mit Zustimmung und Kontrolle der Eltern. Diese können Kontakte und Datenschutz-Einstellungen festlegen. […]

OLG Frankfurt – Zimmeranfrage ist noch keine Hotelbuchung

OLG Frankfurt

Zimmeranfrage ist noch keine Hotelbuchung

Eine scheinbar harmlose Zimmeranfrage kann teuer werden – oder eben nicht. Das Oberlandesgericht Frankfurt hat entschieden, wann eine Hotelreservierung rechtlich verbindlich ist und wann nicht. Im konkreten Fall ging es um rund 10.000 Euro – und um die Frage, ob eine einfache E-Mail bereits einen Vertrag begründet. […]

Internet zu langsam? Wenn versprochene Bandbreite nicht ankommt

Internet zu langsam

Wenn versprochene Bandbreite nicht ankommt

Hohe Geschwindigkeiten stehen in vielen Internetverträgen – doch im Alltag kämpfen Nutzer oft mit schwankender Bandbreite und instabilen Verbindungen. Woran das liegt und wann technische Probleme sogar zum Streitfall werden können. […]

Fake-News-Push auf Xiaomi-Handys – Warnung vor perfider Betrugsmasche

Fake-News-Push auf Xiaomi-Handys

Warnung vor perfider Betrugsmasche

Stiftung Warentest hat bei Xiaomi-Smartphones gefälschte Nachrichtenartikel entdeckt, die per Push-Meldung verbreitet werden. Hinter angeblichen Tagesschau-Meldungen verbergen sich Betrugsseiten, die Nutzer zu Geldzahlungen oder zur Preisgabe sensibler Daten verleiten sollen. […]