Urteil – Fristlose Kündigung des Handyvertrags wegen häufiger Störungen

Urteil Handyvertrag Störung

Schließt man eine Vertrag mit einem Mobilfunkanbieter ab, erwartet er im Allgemeinen, damit problemlos telefonieren zu können. Dass es noch immer Funklöcher gibt, ist unbestritten, doch treten in dem Mobilfunknetz des Anbieters wiederholt Störungen auf, die nicht ortsabhängig sind und von dem Anbieter nicht behoben werden, hat der Kunde das Recht, den Handyvertrag fristlos zu kündigen.

Ein Mobilfunkkunde hatte mit einem Mobilfunkanbieter einen Vertrag geschlossen, der nach Ablauf der zweijährigen Mindestvertragslaufzeit um weitere zwei Jahre verlängert wurde. Dann hatte der Kunde Probleme mit dem Mobilfunknetz des Anbieters. Sein Handy, das von dem Anbieter gestellt und überprüft worden war, loggte sich häufig nicht mehr in das Mobilfunknetz des Anbieters ein. Der Kunde war über längere Zeiträume nicht erreichbar und konnte dann weder telefonieren noch SMS schreiben.

Ein Mobilfunkkunde kündigte den Vertrag mit dem Mobilfunkanbieter fristlos. Der Anbieter wollte die fristlose Kündigung nicht akzeptieren und verlangte von seinem Kunden, die monatlichen Kosten bis zum Ende der regulären Vertragslaufzeit zu zahlen. Das wollte er vor dem Amtsgericht Leipzig durchsetzen. Doch das Amtsgericht gab dem Kunden recht. Die Bereitstellung der Nutzung des Telefonnetzes sei Hauptbestandteil des Mobilfunkvertrages. Und da der Mobilfunkanbieter die Störungen, die nicht mehr als `zeitweilig´ zu benennen seien, nicht beheben konnte, sei ein Schaden entstanden und die fristlose Kündigung aus wichtigem Grund rechtmäßig gewesen.

Amtsgericht Leipzig, Aktenzeichen. 9 C 12621/02 vom 19.02.2008

Weitere Informationen

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Digitale Steuerbescheide ab 2026 – Papier nur auf Wunsch

Digitale Steuerbescheide ab 2026

Papier nur auf Wunsch

Ab 2026 werden Steuerbescheide in Deutschland in der Regel nur noch digital bereitgestellt. Papier gibt es nur auf Wunsch. Was bedeutet das für Bürgerinnen, Bürger und Kanzleien? Hier erfährst du verständlich, was sich ändert – und wie du dich vorbereitest. […]

Scheinbarer App-Zwang – congstar wegen Irreführung verurteilt

Scheinbarer App-Zwang 

 congstar wegen Irreführung verurteilt

Die Telekom-Tochter congstar behauptete, ihr Online-Kundencenter werde 2025 abgeschaltet – und drängte damit Kunden zum App-Download. Doch das stimmte gar nicht. Ein Gerichtsurteil deckt nun auf, wie weit der vermeintliche App-Zwang wirklich ging. […]

Urteil – Sperrung von Social-Media-Kanälen eines Influencers

Urteil 

 Sperrung von Social-Media-Kanälen eines Influencers

Das Oberlandesgericht Bamberg hat in seinem Urteil entschieden, dass die Sperrung mehrerer Social-Media-Kanäle eines Influencers durch eine Plattformbetreiberin nicht ohne Weiteres zulässig ist. Insbesondere stellte das Gericht fest, dass die bloße Weiternutzung eines weiteren Kanals keine automatisierte Umgehung der Sperrmaßnahme darstellt. […]

United Internet & 1&1 - Marken, Produkte und Hintergründe zum Versatel-Verkauf

United Internet & 1&1

Marken, Produkte und Hintergründe zum Versatel-Verkauf

United Internet bündelt seine Telekommunikationsaktivitäten und verkauft die Netztochter 1&1 Versatel konzernintern an die 1&1 AG. Für Endkunden bleiben die bekannten Marken wie 1&1, IONOS, GMX oder WEB.DE bestehen. Der Artikel erklärt verständlich, welche Produkte die Unternehmen anbieten und was der mögliche Verkauf der Domain-Handelsplattform Sedo bedeutet. […]

Kritische Chrome-Lücke – Google veröffentlicht Notfall-Update

Kritische Chrome-Lücke

Google veröffentlicht Notfall-Update

Eine Chrome-Schwachstelle wurde aktiv von Cyberkriminellen ausgenutzt. Google hat mittlerweile ein Notfall-Update bereitgestellt, das dringend installiert werden sollte. Chrome-Nutzer müssen ihren Browser neu starten, um das Update zu aktivieren. […]