Anbieterwechsel – Wettbewerber beklagen Probleme und Verzögerungen

Probleme beim Anbieterwechsel

Bei dem Wechsel des Telefon- und DSL-Anbieters kommt es immer häufiger zu Problemen, insbesondere bei Kunden, die den Wechsel von der Dt. Telekom zu einem anderen Provider beauftragt haben. Das berichtet die Tageszeitung HAZ in ihrer heutigen Ausgabe. An den Umstellungsterminen warten viele vergeblich auf den Besuch des Technikers. Die Dt. Telekom, die als Betreiber der Anschlussleitungen auch bei einem Wechsel zu einem Konkurrenten einen Techniker zum Kunden schickt, bezeichnet diese Vorkommnisse meist als Einzelfall. Die Wettbewerber behaupten aber, dass es kein Einzelfall sei, dass wechselwillige Kunden vergeblich auf den von der Dt. Telekom beauftragten Techniker warten. Sie sagen sogar, dass dies in den letzten Monaten immer häufiger vorkomme. Eine Befragung der Mitgliedsunternehmen des Branchenverbands VATM ergab, dass normalerweise über dreißig Prozent der beauftragten Anbieterwechsel verzögert geschähen. In der letzten Zeit seien es sogar rund vierzig Prozent gewesen. Entsprechend einer Vorgabe der Bundesnetzagentur müssen Anbieterwechsel innerhalb von fünf Werktagen abgeschlossen sein. Dieses Ziel erreiche die Dt. Telekom aber nur bei 27 Prozent der beauftragten Umstellungen.

Der Verband der regionalen Anbieter BREKO bestätigt diese Vorwürfe. Seit einer Umstrukturierung innerhalb der Dt. Telekom habe beispielsweise der hannoversche Anbieter htp keinen direkten Ansprechpartner mehr bei der Dt. Telekom. Bei Problemen müsse auch der Anbieter seitdem mit dem Callcenter der Dt. Telekom telefonieren. Der Umgang der Dt. Telekom mit Wettbewerbern sei „extrem schlecht„, sagte der htp-Geschäftsführer Ralf Kleint. Er befürchtet, dass Kunden aus Sorge vor Problemen vor einem Wechsel zu den Dt. Telekom-Kokurrenten zurückschrecken.

Die Dt. Telekom erklärte, die hohe Zahl der Verzögerungen bei der Anschlussumstellung habe sich im Spätsommer durch schlechte Wetterbedingungen ergeben. Es habe besonders viele Störungen gegeben, sodass Termine teilweise nicht eingehalten werden konnten. Man habe zusätzliche, externe Mitarbeiter beauftragt und die Situation dadurch erheblich verbessert. Häufig sei der Grund für eine nicht fristgerecht vorgenommene Umschaltung aber auch, dass der Kunde am Umschalttag nicht anzutreffen gewesen sei. Manche betroffene Kunden berichten hingegen, dass sie sich eigens an diesem Tag freigenommen und zuhause auf den Techniker gewartet hatte, der aber nicht erschien. Später hieß es dann seitens der Dt. Telekom, der Kunde sei von dem Techniker nicht anzutreffen gewesen. In einer solchen Situation fühlen sich Kunden und Wettbewerber vermutlich gleichermaßen dem Wohlwollen der Dt. Telekom ausgeliefert.

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