Facebook – Zwangs-App für Chats fällt durch

Facebook

Bereits im April hatte Facebook angekündigt, Nachrichten-Funktionen aus seiner App zu entfernen. Diese sind seit Kurzem in der neu gestalteten Messenger-App enthalten. Die Nutzer reagieren empört, denn sie müssen zusätzlich zur normalen Facebook-App die neue App installieren, um sich weiter per Smartphone oder Tablet über die Social-Media-Plattform auszutauschen. Ohne das Programm ist es nicht mehr möglich, mit anderen Nutzern zu kommunizieren.

Der Facebook Messenger ist weltweit bereits von rund 200 Millionen Nutzern heruntergeladen worden. Trotz des „Erfolges„: Die Plattform hat scheinbar die Reaktionen der Nutzer unterschätzt. Die Bewertung fiel im Apple Store von vier Sternen auf nur noch einen Stern für die neue Messenger-App. Eine Katastrophe, die ausdrückt, wie undurchdacht der Schritt von Facebook war. Bei Google Play steht die Android-Version ebenfalls ganz oben in der Liste der meistgenutzten Apps. Die relativ gute Bewertung ist darauf zurückzuführen, dass die alte Version gut bewertet wurde. Die neuen Bewertungen zeigen fast durchweg die niedrigste Punktezahl.

Facebook rechtfertigt den Schritt zur Aufspaltung der bisherigen App damit, zukünftig einzelne Bereiche besser entwickeln zu können. Allerdings hat das Unternehmen die Benutzerfreundlichkeit nicht beachtet. Denn eine zweite App verbraucht nicht nur Kapazitäten. Die Nutzer müssen auch zwischen den Apps hin und herschalten. Da die App unbedingt erforderlich ist, um Facebook vollständig zu nutzen, sprechen die Nutzer sogar von „Zwangs-App„. Schlimmer noch: Der Dienst fragt Daten ab. Bei der Installation sollen die Nutzer ihre Telefonnummer angeben und ihr Telefonbuch synchronisieren. Das bedeutet, die Software liest alle Telefonnummern aus dem Smartphone aus. Ein weiteres Problem ist, dass die App alle Nutzer als online zeigt, auch wenn diese die App gerade nicht benutzen. Der Dienst lässt sich zudem nicht ausschalten, da er dann direkt neu startet. Es hilft nur das Deaktivieren.

Der Imageschaden für Facebook ist schon jetzt angekratzt und könnte gewaltig werden, wenn das Unternehmen nicht kurzfristig nachbessert. Kaum ein Nutzer scheint Verständnis zu haben, warum aus einer funktionierenden App einer der zentralsten Dienste ausgelagert wird. Ohne diese App funktioniert der Nachrichtenversand über die mobile Version von Facebook gar nicht mehr. Eine Alternative für Smartphone- und Tabletnutzer ist der Zugriff über das mobile Internet per Browser des Smartphones.

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