SIMSme – Deutsche Post startet eigenen Messenger

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Die Deutsche Post versteht sich als traditionsreiches Unternehmen, das seit 500 Jahren Nachrichten sicher von A nach B bringt. Nun versucht die Post, auf den Zug der WhatsApp-Alternativen aufzuspringen. Für Android (ab 4.0) und iOS (ab 7.0) gibt es die kostenlose Messenger-App SIMSme. Diese soll nun mit einem Werbefeldzug den Nutzer schmackhaft gemacht werden.

Die Deutsche Post sieht es als ihre Aufgabe, mit der Messenger-App die Nachrichten zwischen zwei Nutzern sicher auf dem elektronischen Weg zu befördern. Dabei setzt das Unternehmen auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das bedeutet, nur der Empfänger kann die Nachricht des Absenders lesen. Dazu müssen beide jedoch SIMSme benutzen. Die Verschlüsselungstechnik wird als SSL bezeichnet. Ob sich dahinter der moderne TSL-Standard versteckt, ist derzeit nicht klar. Denn weder die Post noch Testberichte machen dazu Angaben. Auch der Quellcode ist nicht offen, sodass mögliche Hintertüren nicht entdeckt werden könnten. Allerdings hat das Unternehmen Mediatest Digital die App für die Deutsche Post geprüft und sie mit dem Siegel „TrustedApp„ ausgezeichnet. Die App halte das Bundesdatenschutzgesetz ein und die angefragten Berechtigungen auf dem Smartphone seien alle erforderlich, um die Nachrichten verschlüsselt zu übermitteln. Es werden demnach keine unnötigen Rechte angefragt.

Sicherheit versprechen auch weitere Funktionen von SIMSme. So liegen die Nachrichten nur auf deutschen Servern und werden nach dem Abruf durch die Nutzer gelöscht. Für 89 Cent können die Nutzer ihre Nachrichten sogar mit einer Selbstzerstörungsfunktion ausstatten, sodass diese nach dem Lesen automatisch auf dem Ziel-Smartphone gelöscht werden. Die erste Million Nutzer soll diese Funktion sogar kostenlos erhalten. Ein etwas mulmiges Gefühl vermittelt die Abfrage des Telefonbuches und damit der Zugriff auf persönliche Kontakte. Damit soll SIMSme lernen, mit welchen Personen vertrauesnwürdig kommuniziert werden kann. Eher kurios ist eine Funktion, die beim Tippen im Gehen einen Zusammenprall verhindern soll. Der Hintergrund der App ist transparent und blendet über die Handykamera die Umgebung ein, sodass der Nutzer vor Hindernissen optisch gewarnt wird.

Die Deutsche Post hat mit SIMSme einen interessanten Start hingelegt. Um die Nutzerbasis zu vergrößern, sind sogar die eigenen fast 500.000 Mitarbeiter angehalten, für die Messenger-App zu werben. Das ist Guerilla-Marketing pur. Ob sich die Nutzer allerdings von einem Mehr an Sicherheit überzeugen lassen und von WhatsApp auf SIMSme wechseln, bleibt abzuwarten. Ebenfalls müssen noch Details zur Verschlüsselung geklärt werden, bevor eine Empfehlung ausgesprochen werden kann. Wer auf der Suche nach einer WhatsApp-Alternative ist, findet hier einen Vergleich.

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