Breitbandausbau – Bundesnetzagentur erleichtert Ausbau

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Vor einigen Wochen hatte das nordwestdeutsche Telekommunikationsunternehmen EWE die Bundesnetzagentur angerufen. Diese sollte über einige Verbesserungen entscheiden, die den Wettbewerbern der Telekom den Ausbau der Breitbandanschlüsse erleichtern. Die Bundesnetzagentur hat gestern dazu eine grundsätzliche Entscheidung getroffen und die Rahmenbedingungen verbessert. Damit könnte sich der Breitbandausbau grundsätzlich beschleunigen.

Hintergrund der Entscheidung ist der nur schleppende Ausbau von schnellen DSL-Leitungen auf dem Land. Eine Hauptursache sind veraltetet Leitungen auf der sogenannten letzten Meile und weite Entfernungen vom Kundenanschluss zum nächsten Kabelverzweiger. Beides bremst DSL-Verbindungen aus. In vielen Gebieten haben regionale Anbieter daher ein paralleles Netz aufgebaut. Das Problem ist nur, dass die bisherigen Verbindungen zum Kunden an alten oder weit entfernten Kabelverzweigern (Kästen am Straßenrand) liegen und die Kunden so nicht überall von den schnellen Alternativen profitieren können. Faktisch gibt es immer wieder neue Technikschränke der Wettbewerber in unmittelbarer Nähe der Kunden, mit denen Internetanschlüsse von bis zu 50 MBit/s oder mit Vectoring sogar bis zu 100 MBit/s möglich sind. Diese können aber oft nicht genutzt werden, da die Telekom die Leitungen in den veralteten Kabelverzweigern nicht umlegt.

Die Bundesnetzagentur hat die bisherigen Rahmenbedingungen nun deutlich verbessert. Dadurch können die Wettbewerber der Telekom leichter eigene DSL-Verbindungen zum Kunden aufbauen. Zum einen muss die Telekom nun Kabelverzweiger aufstellen, wenn bei den angeschlossenen Haushalten durchschnittlich weniger als 30 MBit/s möglich sind. Bisher lag die Grenze bei 1 MBit/s. Zum anderen muss die Telekom gegen Entgelt Kabel der letzten Meile so umlegen, dass sie an einem näher am Kunden liegenden Kabelverzweiger angeschlossen sind. Da die Telekom zugleich auf Verlangen einen zusätzlichen Schaltverteiler auf das Hauptkabel setzen muss, verlagert sich der DSL-Einspeisepunkt durch die neuen Rahmenbedingungen deutlich näher zum Kunden. Das bedeutet: Der so verfügbare Internetanschluss erlaubt prinzipiell größere Bandbreiten. Das kurbelt den Wettbewerb der Telekommunikationsanbieter an.

Die Bundesnetzagentur sieht in den Rahmenbedingungen eine Verbesserung. Der Präsident Jochen Homann ließ verlauten, dass die Aufsichtsbehörde dabei den steigenden Bandbreitenbedarf in den kommenden Jahren berücksichtige. Er sagte: „Wir wollen deshalb, dass der Ausbau von modernen Breitbandnetzen von möglichst allen Netzbetreibern zügig vorangetrieben werden kann, um die Breitbandziele der Bundesregierung zu erreichen.„ Positiv sieht die Entscheidung auch EWE. Geschäftsführer Norbert Westfal erklärte: „Den Breitbandausbau schafft nicht einer allein, das schaffen wir nur zusammen, es ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Wirtschaft und Politik. Dazu braucht es funktionsfähigen Wettbewerb, Vielfalt und vor allem auch Kreativität. Die heutige Entscheidung der Regulierungsbehörde trägt dazu bei.„

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