Fehlannahmen – Smartphone-Kompetenz ist mehr als Tippen

Mobilfunk

Sie tippen nonstop mit flinken Fingern auf ihrem Smartphone, sitzen in der Bahn, im Café, auf dem Balkon und nutzen die neuesten Apps, sehen sich Videos an, halten Kontakt zu Freunden oder surfen im Internet. Einige Nutzer scheinen fast mit ihrem Smartphone verwachsen zu sein. Doch nur weil jemand gut mit seinem Gerät umgehen kann, muss er nicht unbedingt eine besondere Smartphone-Kompetenz haben.

Unsinniges, naives, ja gefährliches Verhalten mit dem Smartphone zeigt sich immer wieder. Damit ist nicht einmal die erhöhte Unfallgefahr durch unaufmerksame Fußgänger oder telefonierende Autofahrer gemeint. Schnell öffnen Nutzer eine Nachricht mit Virus, laden sich Apps aus gefährlichen Quellen herunter oder glauben, über das Smartphone und das mobile Surfen alles zu wissen. Doch das ist längst nicht so.

Stimmt nicht: typische Meinungen über Smartphones

Eine häufige Fehleinschätzung ist der Irrglaube, dass es für Smartphones keine Viren gibt. Das Gegenteil ist richtig. Eine sechsstellige Zahl wird Jahr für Jahr neu entdeckt. Die meisten schleusen sich über verseuchte oder lückenhaft programmierte Apps ein und wählen teure SMS-Verbindungen an. Smartphones sind inzwischen beliebtere Ziele als PCs. Vielleicht auch, weil jeder vierte Nutzer keinen mobilen Virenschutz hat.

Eine gefährliche Fehleinschätzung ist die des sicheren Löschens. Ohne die Daten zu verschlüsseln und anschließend die kompletten Speicher zu leeren, bleiben zum Beispiel beim Verkauf wichtige Informationen des Besitzers auf dem Gerät verfügbar. Eine Ausnahme ist das iPhone.

Viele Nutzer fühlen sich sicher, da ihre Daten auf dem Handy gespeichert sind. Allerdings arbeiten Betriebssysteme und Apps mit Cloudspeicherplatz, sodass auch persönliche Daten unbemerkt in der Cloud landen können. Die Übertragung ist dabei oft unverschlüsselt. Viele Apps lassen sich beim Installieren zudem sehr tiefgreifende Rechte einräumen und können so persönliche Daten auslesen oder speichern diese auf Servern der Anbieter.

Gefährlich ist auch die Datenübertragung in offenen (meist kostenlosen) WLAN-Hotspots. Da dies die kostengünstigste Variante des mobilen Surfens ist, nutzen diese viele Smartphonebesitzer unterwegs aus. Dabei vergessen Sie häufig, dass Sie nicht nur persönliche Nachrichten über das WLAN verschicken, sondern teilweise auch Passwörter. Der Datenverkehr in solchen offenen Netzen kann jedoch leicht ausgelesen werden.

Allein diese wenigen Punkte machen eins deutlich: Kompetenz ist mehr als die Fähigkeit, das Gerät zu bedienen. Viele Nutzer gehen zu unbedarft mit dem Thema Sicherheit und Datenschutz um. Beides ist jedoch extrem wichtig, da viele Menschen längst zu Powerusern ihres Smartphones geworden sind.

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