CeBIT-Splitter – zwischen Netzausbau und Implantaten

CeBIT

Diese Woche findet in Hannover, der Heimatstadt des telespiegels, die weltgrößte IT-Messe statt: die CeBIT 2016. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Themen wie Big Data, Smart Home, Sicherheit, Banking und Marketing. Natürlich bieten die großen und kleinen Aussteller viele Trends und Neuheiten. Der telespiegel hat sich umgesehen und stellt einige der Themen vor.

Netzausbau mit Streitpunkten und Zukunftsperspektiven

Während die halbe Messe über Big Data, die Datensicherheit und das Datenmanagement diskutiert, gibt es beim Netzausbau gleich zwei große Streitpunkte. Die betroffenen Unternehmen gingen hier mit der Konkurrenz hart ins Gericht.

Telekom baut lieber selbst

So erläuterte die Telekom über Regulierungschef Wolfgang Kopf auf der CeBIT 2016, warum sie keine Glasfaserinfrastruktur der Konkurrenz und Kommunen nutze. Der Konzern sehe sich nicht in der Pflicht, deren Geschäftsfeld zu verbessern. Zudem sei die genutzte Technik meistens nicht kompatibel, sodass die Telekom lieber selbst baue. Vor dem Hintergrund, dass ausgerechnet die Telekom vielerorts lieber ihre alten Kupferleitungen via Vectoring optimiert, statt die dringend benötigten Glasfaserleitungen zu bauen, ist dieses Statement schwer nachvollziehbar. Das lässt für die neuerlichen Bestrebungen der Bundesregierung schlimmes befürchten, bis 2025 das Glasfasernetz flächendeckend ausbauen zu wollen. Denn das funktioniert nur, wenn alle Hand in Hand arbeiten.

5 GHz – AVM fordert Eingreifen der Politik

Aber auch beim Thema Mobilfunknetz gibt es Streit. Die drei Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefonica möchten gern Teile des LTE-Netzes auf die lizenzfreie Frequenz von 5 GHz auslagern. Das stößt FRITZ!Box-Hersteller AVM bitter auf. Das Unternehmen forderte auf der CeBIT 2016 ein Eingreifen der Politik, um die Performance der diese Frequenzen nutzenden WLANs nicht zu gefährden. Es seien klare Regelungen erforderlich.

Vodafone mit 5G

Vodafone zeigt in Hannover eine neue Technik für den kommenden 5G-Standard im Mobilfunk. Dabei erreichte das Unternehmen in Live-Versuchen eine Datenübertragung von 14 GBit/s über sieben Meter. Bis zur Einführung dieses Standards (geplant 2020) soll die Strecke deutlich erweitert werden. Zugleich kündigte Vodafone 1-GBit-Hotsposts in Berlin an.

Streiflichter zwischen sicheren Tablets und vernetzten Implantaten

Auf der CeBIT übertrumpfen sich viele der Aussteller gegenseitig mit Neuheiten. Dabei werden zwei Themen immer wieder deutlich. Zum einen Sicherheit. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass die Verschlüsselungs-Spezialisten von Secusmart die Bundesregierung mit sicheren Tablets ausstattet. Zum anderen wird aber auch Kurioses und Visionäres gezeigt. An Meldungen über Drohnen und Roboter haben sich die Menschen bereits gewöhnt. Dieser Trend hält immer mehr Einzug ins eigene Heim und in Geschäftsfelder wie die Hotellerie. Auf der CeBIT 2016 gibt es aber auch Implantate zu sehen, mit denen Menschen schon sehr bald faktisch dauerhaft vernetzt werden könnten. Digiwill stellt Implantate vor, die sich per Cloud mit Bezahlsystemen verbinden lassen oder beispielsweise das Boarding am Flughafen erleichtern. Der Mensch wird gechippt. An solchen Entwicklungen zeigt sich einmal mehr, welche Bedeutung Fachmessen wie die CeBIT 2016 auf die Entwicklung zukunftsorientierter Technologien und das Anstoßen von Diskussion wichtiger Trendthemen hat.

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