Stiftung Warentest – Nur zwei Kinderschutz-Apps schneiden mit „Gut“ ab

Stiftung Warentest – Nur zwei Kinderschutz-Apps schneiden mit „Gut“ ab

Smartphones und Tablets haben längst Einzug in unseren Alltag erhalten. Mittlerweile besitzen bereits viele Grundschulkinder ein eigenes Gerät. Das Smartphone birgt oftmals unbekannte und vor allem unkontrollierbare Gefahren, denn durch den Zugang zum Internet und Apps besteht die Gefahr, dass die Kinder Gewaltdarstellungen, Pornographie oder suchtgefährdenden Spielen ausgesetzt sind.

Was ist die Aufgabe einer Kinderschutz-App?

Die Aufgabe von Kinderschutz-Apps ist es, Kinder und Heranwachsende zu schützen, indem Webseiten und Apps blockiert werden, die nicht altersentsprechend sind. Damit der Medienkonsum der Kinder nicht überhand nimmt, wird durch solche Apps auch die Bildschirmzeit reguliert und begrenzt. Eine weitere Funktion einer Kinderschutz-App kann das Feststellen des Standorts des Kindes sein. Es gibt zahleiche verschiedene Kinderschutz-Apps unter anderem von bekannten Sicherheitssoftware-Spezialisten wie McAfee, Norton oder Kaspersky. Die Kinder-App wird auf dem Smartphone des Kindes installiert – die entsprechende Elternversion bei dem Elternteil. Mit der Eltern-App kann die Kinder-App gesteuert werden. Auch die Betriebssysteme iOS sowie Android bieten eine Kinderschutzsoftware. Die Stiftung Warentest hat nun neun verschiedene Kinderschutz-Apps in einem Test genau unter die Lupe genommen.

Welche Apps wurden getestet?

  • Google Family Link
  • Kaspersky Safe Kids
  • McAfee Safe Family
  • Norton Family
  • Qustodio
  • Salfeld Kindersicherung
  • Wondershare Famisafe
  • Die Kinderschutzfunktion des Betriebssystems Apple iOS
  • JusProg Jugendschutzprogramm

Was wurde getestet?

Insgesamt wurden vier verschiedene Aspekte getestet. Ein besonderer Blick wurde bei dem Funktionsumfang auf die Kontrollmöglichkeiten hinsichtlich er Webseitenaufrufe, Nutzungszeit, Standortnachverfolgung sowie verwendeter Apps gelegt. Darüber hinaus wurde die Familienorientierung, die pädagogische Unterstützung sowie der Basisschutz persönlicher Daten getestet.

Wie haben die Kinderschutz-Apps abgeschnitten?

Testsieger ist die App Salfeld Kindersicherung. Die Kinderschutz-App erhielt die Note „Gut“. Für 19,95 Euro pro Jahr bietet die Kindersicherung eine Standortverfolgung und eine Installationssperre für Apps. Ein sehr guter Funktionsumfang konnte von der Stiftung Warentest festgestellt werden. Für iOS Geräte steht die App nicht zur Verfügung. Für iOS-Nutzer gibt es generell kaum Alternativen zu der Kinderschutzfunktion des eigenen Betriebssystems. Denn Apps von Dritten wird nicht erlaubt, auf sicherheitsrelevante Funktionen zuzugreifen. Apple iOS schnitt im Test genauso wie Google Family Link mit „Befriedigend“ ab. Ebenfalls mit der Note „Gut“ schnitt die gratis Software JusProg ab, die auch auf iOS funktioniert. Die Software schützt vor dem Surfen auf nicht altersgerechten Websites und bietet darüber hinaus pädagogische Unterstützung. Am schlechtesten Schnitt die teuerste App Wondershare Famisafe ab. Sie erreicht lediglich die Note „Ausreichend“. Für über 70 Euro im Jahr erhalten die Eltern eine App, die sich eher zur Spionage als zum Schutz der Kinder eignet. Wondershare Famisafe bietet laut Stiftung Warentest bedenkliche Überwachungsfunktionen an. Das gesamte Testergebnis kann auf der Website der Stiftung Warentest eingesehen werden.

Die Kritik der Stiftung Warentest

Besonders kritisch sieht die Stiftung Warentest, dass viele Apps viel mehr auf Verbote sowie Kontrolle, statt auf eine pädagogische Begleitung der Kinder und Heranwachsenden ausgelegt sind. Als besonders problematisch werden solche Kinderschutz-Apps eingestuft, die Chatverläufe nach Schlüsselwörtern durchsuchen. Bei den getesteten Apps war dies mit Wondershare Famisafe möglich. Diese Funktion greife massiv in die Privatsphäre der Kinder ein.

Eltern sollten sich nicht nur auf Apps verlassen

Obwohl Kinderschutz-Apps sicherlich keine schlechte Erfindung sind, sollten sich Eltern nicht ausschließlich auf diese digitale Unterstützung verlassen. Denn weder Cybermobbing noch Cybergrooming können durch eine App verhindert werden, da diese weder Übergriffe noch Anzüglichkeiten erkennen kann. Es ist wichtig, dass Eltern das Gespräch mit den Heranwachsenden und Kindern suchen und diese bewusst in die Entscheidung einweihen, ob und inwieweit eine App zum Einsatz kommen soll. Wichtig ist darüber hinaus, klare Regeln für die Nutzung von Smartphone oder Tablet aufzustellen. „Apps sind nur eine Hilfe und kein sicherer Schutz. Schützen Sie ihr Kind, indem Sie es zu kompetenter und kritischer Mediennutzung erziehen“ betont Iren Schulz von der Initiative „Schau hin“.

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