Branded Calls – Telekom will Anrufbetrug 2026 weiter eindämmen

Branded Calls – Telekom will Anrufbetrug 2026 weiter eindämmen

Bei vielen Menschen sorgen unbekannte Nummern seit längerer Zeit für Misstrauen. Denn Telefonspam, Phishing und andere Betrugsversuche am Telefon sind weitverbreitet und gehören mittlerweile nahezu zum Alltag. Mit sogenannten Branded Calls will die Deutsche Telekom in diesem Jahr für mehr Transparenz sorgen, da sie seriöse Anrufer wieder erkennbar macht.

Was sind Branded Calls?

Nicht jede Rufnummer ist in den Kontakten gespeichert, obwohl es sich um wichtige Anrufe handeln kann. Etwa Anrufe von der Autowerkstatt, wenn das Fahrzeug abholbereit ist, vom Optiker, von der Apotheke oder der Versicherung. Bislang sehen Angerufene in diesen Fällen lediglich eine unbekannte Rufnummer ohne jeden weiteren Hinweis darauf, wer tatsächlich versucht, sie zu erreichen. In Zeiten immer perfiderer Betrugsmaschen ist es für Verbraucher nahezu unmöglich, einzuschätzen, ob ein Anruf seriös ist oder nicht. Hier setzt die neue Technik des deutschen Netzbetreibers an. Denn zusätzlich zur Rufnummer wird bei den Branded Calls auch der verifizierte Name des anrufenden Unternehmens angezeigt. Ruft also der Optiker an, weil die Brille fertig repariert ist, oder die Versicherung wegen einer dringenden Rückfrage, erkennt der Kunde sofort, wer versucht, ihn zu erreichen. Auch dann, wenn ihm die Nummer unbekannt ist. Von Branded Calls profitieren daher nicht nur die privaten Nutzer, sondern auch die Unternehmen. Denn viele Menschen gehen heute grundsätzlich nicht mehr ans Telefon bei unbekannten Nummern. Für Unternehmen und Firmen kann das verpasste Kontakte, verzögerte Abläufe oder unzufriedene Kunden bedeuten. Branded Calls können hier wieder Vertrauen schaffen. Durch die Technik erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass wichtige Anrufe nicht mehr untergehen. Aktuell funktioniert das Angebot netzintern im Mobilfunknetz der Telekom und kann ganz einfach ohne zusätzliche App oder Installation genutzt werden. Die Anzeige des Firmennamens erfolgt automatisch und funktioniert auf allen gängigen Handys. Technisch arbeitet die Telekom hierfür mit den Dienstleistern First Orion und Hiya zusammen. Ziel ist es, Branded Calls künftig auch netzübergreifend sichtbar zu machen.

Branded Calls kosten jedoch Geld

Wenn ein Geschäftsinhaber wünscht, dass dem Kunden zusätzlich zur Telefonnummer im Display des Empfängers der Firmenname und gegebenenfalls ein Logo angezeigt wird, muss er dafür ein monatliches Entgelt bezahlen. Welche Kosten dafür anfallen, möchte die Telekom derzeit nicht öffentlich bekannt geben. Es ist davon auszugehen, dass sich der Kreis der beteiligten Unternehmen auf einige größere Unternehmen beschränken wird. In jedem Fall werden beim nächsten Werbeanruf des Telekommitarbeiters Logo und Name der Telekom deutlich auf dem Telefondisplay erscheinen.

Welche weiteren Schutzmaßnahmen bietet die Telekom?

Die Telekom treibt den Ausbau von Schutz- und Transparenzfunktionen im Jahr 2026 weiter voran. Branded Calls sind dabei ein zentraler Baustein. Aber bereits Ende des Jahres 2025 hatte die Telekom mit Call Check ein weiteres netzinternes Sicherheitsfeature eingeführt. Dabei werden Kunden automatisch vor bekannten oder verdächtigen Rufnummern gewarnt. Erscheint der Hinweis „Vorsicht, möglicher Betrug!“, basiert diese Information auf Einträgen in einer Datenbank. In dieser sind unseriöse Rufnummern hinterlegt. Branded Calls und Call Check verfolgen dabei dasselbe Ziel: Verbrauchern mehr Entscheidungsgrundlage bei eingehenden Anrufen zu geben. Neben Anrufen nehmen auch Betrugsversuche per SMS weiter zu. Angesichts dessen verstärkt das Bonner Unternehmen dieses Jahr zusätzlich seine SMS-Firewall. Die Deutsche Telekom legt den Fokus dabei insbesondere auf Angriffe, bei denen Betrüger versuchen, Zugangsdaten zu Kundenkonten bei Netzbetreibern abzugreifen. Die überarbeitete Schutzfunktion erkennt solche Muster noch schneller und blockiert entsprechende Nachrichten frühzeitig.

Bieten andere Netzbetreiber auch solche Funktionen?

Auch andere deutsche Netzbetreiber haben ähnliche Ansätze wie die Telekom. So bietet Vodafone mit CallerID einen ähnlichen Dienst an. Auch hier wird der Name des anrufenden Unternehmens angezeigt. Der Service ist für Vodafone-Kunden automatisch aktiviert und verfolgt ebenfalls das Ziel, diesen mehr Transparenz bei unbekannten Rufnummern und weniger Erfolg für betrügerische Anrufe zu bieten. Telefónica (O2) setzt bislang stärker auf Spam-Erkennung und Warnhinweise. Es wird jedoch ebenfalls an weiteren Schutzmechanismen zur Identifikationslösung bei unbekannten Anrufen gearbeitet.

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