
WhatsApp gehört weltweit zu den meistgenutzten Messengern. Bisher war die Nutzung offiziell erst ab 13 Jahren erlaubt. Jetzt plant der Mutterkonzern Meta ein neues Modell. Mit einem speziellen Kinder-Konto sollen bereits Kinder ab zehn Jahren den Dienst nutzen können. Allerdings nur unter Aufsicht der Eltern.
Wie ist die Altersgrenze bei WhatsApp derzeit geregelt?
Offiziell dürfen erst Jugendliche, also Personen ab 13 Jahren, ein Konto beim Messenger erstellen. In der Praxis nutzen jedoch häufig schon viel jüngere Kinder den Messenger. Beispielsweise über die Geräte der Eltern oder mit der Angabe eines falschen Geburtsdatums. Genau an diesem Punkt setzt Meta jetzt an. Statt die Nutzung komplett zu verhindern, soll sie künftig stärker kontrolliert und sicherer gestaltet werden. Damit reagiert der US-amerikanische Tech-Riese auf gesellschaftliche Diskussionen über den Schutz von Kindern im digitalen Raum.
Was steckt hinter der Diskussion?
Die Diskussion über eine strengere Altersregulierung sozialer Netzwerke ist auch in Deutschland seit einiger Zeit intensiver geworden. Auch Politiker fordern mehr Schutz für Minderjährige im Internet. So kritisierte etwa Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, den zunehmenden Einfluss sozialer Medien auf Kinder und Jugendliche und sprach von einem „digitalen Wahnsinn.“ Seiner Meinung nach müsse schneller gehandelt werden, um junge Nutzer effektiver zu schützen. Und auch auf europäischer Ebene gibt es Vorgaben. Der Digital Services Act, kurz DSA, verpflichtet große Online-Plattformen dazu, besondere Schutzmechanismen für Minderjährige einzubauen.
Wie soll das neue WhatsApp-Kinderkonto aussehen?
Das geplante Konto richtet sich an Kinder zwischen zehn und zwölf Jahren. Es wird vollständig von den Erziehungsberechtigten eingerichtet und verwaltet. Ohne Zustimmung der Eltern kann ein solches Profil gar nicht erst erstellt werden. Ziel ist es, die Nutzung auf grundlegende Funktionen zu beschränken und gleichzeitig mehr Kontrolle zu ermöglichen. Mit dem speziellen Kinder-Konto können junge Nutzer den Messenger für Nachrichten und Anrufe verwenden. Eltern legen fest, welche Kontakte ihr Kind anschreiben dürfen und wer es zu Gruppen hinzufügen kann. Überdies werden auch Anfragen von unbekannten Kontakten zunächst von den Eltern geprüft, bevor sie freigegeben werden. Ein wichtiger Bestandteil des geplanten Systems ist eine spezielle PIN. Die Eltern erhalten diese bei der Einrichtung des Kontos. Nur mit dieser PIN können dann Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen verwaltet werden. Ebenso lassen sich bestimmte Kontaktbeschränkungen festlegen. Dadurch behalten die Erziehungsberechtigten die Kontrolle darüber, mit wem ihr Kind über die App kommunizieren darf. Gleichzeitig bleibt ein zentraler Bestandteil von WhatsApp auch hier enthalten: die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das bedeutet, dass selbst die Eltern keinen Zugriff auf die Inhalte der Nachrichten ihres Kindes haben. Die Kommunikation bleibt also auch beim Kinder-Konto privat.
Wann soll das neue Konto verfügbar sein?
Nach Angaben von Meta soll die neue Funktion in den kommenden Monaten nach und nach eingeführt werden. Voraussetzung dafür sind Updates der App auf Smartphones mit den Betriebssystemen iOS oder Android.
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