Vom Bundesrat verabschiedet – Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken

Vom Bundesrat verabschiedet - Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken

Der Bundesrat hat am 20. September das „Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken„ beschlossen, dem der Bundestag bereits am 27. Juni 2013 zugestimmt hatte. Es enthält Maßnahmen, die dem Verbraucherschutz dienen sollen. Die neuen Regelungen betreffen die Deckelung von Abmahnkosten und den Ort der Klageerhebung, die Höhe und Transparenz bei Inkassoforderungen, Strafen bei unerwünschter Telefonwerbung und die Zustimmung zu Gewinnspielverträgen. Den sogenannten „Massenabmahnungen„ wegen Urheberrechtsverletzungen mit Forderungen von durchschnittlich 700,- € soll Einhalt geboten werden. Für die erste Abmahnung darf privat handelnden Nutzern bei einem Gegenstandswert von 1000,- € nur noch knapp 148,- € berechnet werden. In Ausnahmefällen muss der Abmahnende begründen, warum der Gegenstandswert höher ist und damit auch höhere Gebühren gefordert werden. Die Abmahnungen müssen nach bestimmten Angaben transparent gestaltet sein. Privat handelnde Abgemahnte erhalten einen Gegenanspruch. Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen werden künftig zwingend an dem Wohnort des Verbrauchers erhoben, es gibt keinen sogenannten „fliegenden Gerichtsstand” mehr. Auch bei Abmahnungen in dem Wettbewerbsrecht gelten künftig neue Regelungen, die finanzielle Anreize für Abmahnungen verringern und die Position des Abgemahnten bei missbräuchlichen Abmahnungen stärken sollen.

Inkassoforderungen sind künftig auf den Betrag begrenzt, den ein Rechtsanwalt in einem entsprechenden Fall fordern könnte. Eine effektivere und strengere Aufsicht der Inkassobranche sowie mehr Möglichkeiten der Aufsichtsbehörden soll gegen schwarze Schafe in der Inkassobranche wirken. Zudem wurden die Höchstsätze der Bußgelder angehoben.

Bisher konnte unerwünschte Telefonwerbung nur mit einer Geldbuße geahndet werden, wenn eine natürliche Person den Anruf tätigte. Nun wird dies auch bei Werbeanrufen mit automatischen Ansagen möglich sein. Die Obergrenze für Bußgelder für unlautere Werbeanrufe durch natürliche Personen wurde erhöht. Werden Gewinnspielverträge per Telefon abgeschlossen, sind diese nur wirksam, wenn der Verbraucher dem Vertragsabschluss zusätzlich in Textform zustimmt.

Update vom 09.10.2013

Die Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) ist heute in Kraft getreten. Damit sind nun Bußgelder in Höhe von 300.000,- € möglich. „Unseriösen Werbetreibenden droht damit eine angemessene Geldbuße”, sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Weitere Informationen

Gerichtsurteile Telefonanschluss

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
WhatsApp macht die Handynummer unsichtbar – die Benutzernamen kommen

WhatsApp macht die Handynummer unsichtbar

Die Benutzernamen kommen

Künftig können WhatsApp-Nutzer statt ihrer Telefonnummer einen Benutzernamen verwenden. Die Neuerung schützt die Privatsphäre, birgt aber auch neue Risiken. Andere Messenger wie Signal, Telegram und Co. bieten die Funktion bereits an. […]

Wichtiges BGH-Urteil – Verbraucherrechte bei Online-Kündigung gestärkt

Wichtiges BGH-Urteil

Verbraucherrechte bei Online-Kündigung gestärkt

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass die Bestätigungsseite einer Online-Kündigung ausschließlich der Kündigung dienen darf. Zusätzliche Angebote wie Vertragsunterbrechungen oder Werbehinweise verstoßen gegen § 312k BGB und sind unzulässig. […]

BKA zerschlägt Phishing-Plattform Kratos – 200 Server abgeschaltet

BKA zerschlägt weltweit aktive Phishing-Plattform „Kratos“

Hunderttausende Opfer betroffen

Gemeinsam mit US-Ermittlern hat das BKA die weltweit aktive Phishing-Plattform „Kratos“ zerschlagen. Mehr als 200 Server wurden abgeschaltet, der mutmaßliche Administrator in Indonesien festgenommen und Hunderttausende potenzielle Opfer geschützt. […]

Freude schlägt Herzen - die beliebtesten Emojis der Deutschen

Freude schlägt Herzen

Das sind die beliebtesten Emojis der Deutschen

Lachen statt Herzen: Die Deutschen setzen in ihren Chats vor allem auf gute Laune. Eine aktuelle Bitkom-Umfrage zum World Emoji Day zeigt außerdem, wie selbstverständlich Emojis inzwischen zum digitalen Alltag gehören – und warum sie trotzdem manchmal für Missverständnisse sorgen. […]

Das Smartphone ersetzt fast alles – darauf achten Nutzer wirklich

Das Smartphone ersetzt fast alles

Darauf achten Nutzer wirklich

Eine gute Kamera gehört heute zu den wichtigsten Kaufkriterien für Smartphones. Gleichzeitig ersetzt das Gerät immer mehr Alltagshelfer, nutzt KI für Fotos und speichert zahlreiche sensible Daten, die besonders geschützt werden sollten. […]

OLG stoppt Telefónica – Urteil stärkt Kunden bei Handyverträgen

OLG stoppt Telefónica

Urteil stärkt Kunden bei Handyverträgen

Verbraucherschützer konnten vor Gericht einen Erfolg erzielen. Denn Telefónica wurde eine AGB-Klausel untersagt, mit der Mobilfunkverträge trotz Mindestlaufzeit einseitig durch das Unternehmen gekündigt werden konnten. Das Urteil stärkt die Rechte von Kunden und sorgt für mehr Vertragssicherheit. […]