Niedrigere Terminierungsentgelte – Bundesnetzagentur reguliert Mobilfunk-Markt

Bundesnetzagentur
Dienstgebäude der Bundesnetzagentur in Mainz

Angenommen, eine Vodafone-Kunde ruft von seinem Handy aus einen anderen Vodafone-Kunden an, telefoniert er netzintern. Wenn er aber mit einen Kunden von T-Mobile sprechen möchte, wird der Anruf in ein anderes Mobilfunk-Netz, nämlich in das von T-Mobile geleitet. Für die Weiterleitung des Anrufs in sein Mobilfunknetz bei diesem netzexternen Telefonat verlangt in diesem Fall T-Mobile eine Gebühr, ein sogenanntes Terminierungsentgelt, von Vodafone. Dieses Beispiel lässt sich auf die anderen deutschen Mobilfunkanbieter in allen möglichen Kombinationen ausweiten.

Die Mobilfunkanbieter und auch der Festnetz-Anbieter profitieren von dieser Einnahmequelle. T-Mobile und Vodafone verlangen 11 Cent pro Minute für die Weiterleitung in ihr Netz, E-Plus und o2 bekommen 12,4 Cent pro Minute. Doch der Kunde bezahlt aus diesem Grund für netzexterne Telefonate oft mehr als für netzinterne. Seit langem wurden die deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber von der Bundesnetzagentur (ehemals Regulierungsbehörde) ermahnt, die offensichtlich unverhältnismäßig hohen Terminierungsentgelte zu senken. Auch von einigen Beteiligten wurde eine Senkung der Entgelte verlangt. Doch da die Mobilfunknetz-Betreiber die Chance auf eine freiwillige Absenkung nicht genutzt hätten, so liess die Behörde verlauten, würde nun eine Regulierung des Mobilfunk-Marktes in Bezug auf die Terminierungsentgelte erfolgen.

Die vier deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber müssen nun Entgeltanträge bei der Bundesnetzagentur einreichen. Die Entgelte sind jetzt nämlich genehmigungspflichtig, die Netzbetreiber müssen ihre Terminierungsentgelte also zukünftig staatlich regeln lassen. Die Bundesnetzagentur erwartet von den Netzbetreibern Vorschläge für niedrigere Entgelten. Über die neuen Entgelte werde dann mit einer Frist von 10 Wochen entschieden. Es ist davon auszugehen, dass eine Absenkung der Terminierungsentgelte auch zum Vorteil der Kunden sein wird.

Update vom 08.11.2007

Die Bundesnetzagentur senkte die Terminierungsentgelte. (siehe telespiegel-New vom 08.11.2006)

Weitere Informationen

Handyvertrag – Vergleich
Prepaid-Karte (Guthabenkarte) – Vergleich
Handy Vertragsverlängerung – online

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


20 − neunzehn =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Samsung Top-Modelle – Das neue Galaxy Note 20 und das Note 20 Ultra

Samsung Top-Modelle

Das neue Galaxy Note 20 und das Note 20 Ultra

Der Smartphone-Hersteller Samsung hat seine neuen Top-Modelle der Note-Reihe vorgestellt. Während das Note 20 Ultra mit neuer Technik daherkommt, fehlen dem Note 20 einige wichtige Funktionen. Beide Modelle können bereits vorbestellt werden und kommen am 21. August auf den Markt. […]

Klau von Bewerberdaten – Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein

Klau von Bewerberdaten

Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein

Mit Hilfe von fingierten Stellenangeboten, gelang es einem Berliner Unternehmen über die Jobbörse der Arbeitsagentur an zahlreiche Bewerberdaten zu gelangen. Datenschützer und die Arbeitsagentur stufen das Verhalten als kriminell ein, doch die Staatsanwaltschaft hat nun die Ermittlungen eingestellt. […]

urteil

Blauer Haken in WhatsApp

Urteil: Wirksamwerden der Willenserklärung

Das Landgericht Bonn hat entschieden, dass die zwei blauen Haken bei WhatsApp eine Willenserklärung wirksam machen. Zudem wurde erklärt, dass Vertragsparteien alle Kommunikationswege überprüfen müssen, die bisher verwendet wurden. […]

Dubioser Punkteklau - Payback-Kunden in Aufregung

Dubioser Punkteklau

Payback-Kunden in Aufregung

Die Aufregung unter Payback-Kunden ist groß. „Abzocke“, „Betrug“ und „Punkteklau“ lauten die Vorwürfe, die derzeit die Verbraucherzentrale NRW, Facebook und Bewertungsportale erreichen. Denn bei vielen Kunden sind plötzlich die Guthabenpunkte, oftmals im Wert von 50 oder 100 Euro, teilweise sogar weit darüber verschwunden. […]

Bundesgerichtshof verbietet überhöhte Pauschale für Inkassokosten

Bundesgerichtshof

Verbot überhöhter Pauschale für Inkassokosten

Energieversorger dürfen keine überhöhten Inkassokosten verlangen, wenn sie Zahlungen bei säumigen Kunden eintreiben lassen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die SWM Versorgungs GmbH entschieden. […]