Illegaler Musik-Tausch – 25000 Strafanzeigen seit Jahresanfang

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Um den neusten Hit, vielleicht sogar das gesamte Album dieser tollen Sängerin aus Kanada zu bekommen, kann ein Interessent mehrere Wege beschreiten. Entweder schneidet er eine Radiosendung mit, geht in den Plattenladen und kauft sich die CD, bestellt sie über das Internet oder lädt sie aus dem Internet. Der Mitschnitt aus dem Radio ist verhältnismäßig umständlich aber legal (siehe Internet-Radio). Der Kauf in dem Plattenladen und die Bestellung in einem renommierten Online-Shop hat den Vorteil, dass man dann eine Original-CD in den Händen hält. Der Download der Musik ist jedoch die bequemste, schnellste und oft auch preiswerteste Methode, um an die begehrten Musikstücke zu gelangen, zumindest wenn von einem legalen Musikportal geladen wird.

Dort können auch aktuelle Musiktitel für etwa einen Euro pro Titel käuflich erworben werden. Im vergangenen Jahr gingen so jedoch nur rund 27 Millionen Titel über den virtuellen Ladentisch. Denn nach wie vor versuchen viele Internet-Nutzer den illegalen Weg. Sie laden Musik kostenlos aber illegal aus Tauschbörsen wie eMule und Morpheus, die das Filesharing unter Verwendung der entsprechenden Filesharing-Software (Client) ermöglichen. Diese Peer-to-Peer-Netzwerke funktionieren durch den Tausch der Daten. Das heißt, es wird von den Nutzern nicht nur zum Beispiel Musik heruntergeladen, sondern auch selbst zum Download für andere angeboten. Dass der Tausch von urheberrechtlich geschützten Daten nicht erlaubt ist, dürfte den meisten jedoch bekannt sein, viele halten ihn jedoch fälschlicherweise für ein Kavaliersdelikt.

Dieser Meinung ist die Musikindustrie aber selbstverständlich nicht. An jedem illegal über Tauschbörsen kopierten Musikstück verlieren sie Geld, das ihnen und den Künstlern zusteht. Deshalb gehen sie seit einiger Zeit vehement gegen den illegalen Musiktausch vor. Mit Druck auf die Tauschbörsen selbst werden diese zum Aufgeben bewegt oder sogar dazu, Inhalte legal zum Kauf anzubieten (siehe Kazaa und Napster).

Aber auch die Nutzer des illegalen Musik-Tausch sind im Fokus der Musikindustrie. Die setzt Ermittler auf die Suche nach Usern an, die Musik illegal downloaden und selbst zum Download anbieten. Wurde dann deren IP-Adresse herausgefunden und an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, droht ein Verfahren. Wurden die Nutzer erwischt und konnte ihnen ihr Handeln nachgewiesen werden, drohen ihnen zumeist nicht unerhebliche Geldstrafen. Nach Medienberichten hat Deutschlands Musikindustrie allein in den letzten sechs Monaten 25.000 Strafanzeigen gegen solche Nutzer erstattet. Das straffe Vorgehen (und die Berichterstattung durch die Medien) hat anscheinend eine durchaus abschreckende Wirkung. Im Jahr 2003 erfolgten nach Angaben der Musikindustrie 600 Millionen illegale Downloads, im Jahr 2006 waren es mit 374 Millionen nur noch rund die Hälfte. `Nach unserer Erfahrung werden Täter, die einmal erwischt worden sind, nicht rückfällig.´, sagte ein Vertreter der Musikindustrie.

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