Ende des Kartellstreits – Microsoft öffnet Software für Wettbewerber

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Auf den meisten privaten PCs und auf vielen Servern arbeitet ein Microsoft-Betriebssystem. Das Windows-Betriebsystem ist trotz Alternativen so weit verbreitet, dass praktisch jede Software für Privatanwender für ein Windows-Betriebssystem entwickelt werden muss. Dem unangefochtenen Spitzenreiter Microsoft wurde vorgeworfen, er nutze seine marktbeherrschende Stellung aus und verdränge die Konkurrenz. Aus diesem Grund erlegte die Europäische Union dem Unternehmen Microsoft eine Geldstrafe auf. Das war die bis dahin höchste in der Geschichte der europäischen Wettbewerbskontrolle.

Sie betrug 497,2 Millionen Euro und war mit diversen Auflagen verbunden. Die bestanden unter anderem darin, dass Microsoft seine Programme für Software der Konkurrenz zugänglich macht. Microsoft zahlte die Geldstrafe, klagte aber gegen ihre Höhe und dagegen, seinen Konkurrenten bestimmte Schnittstellen bekannt geben zu müssen. Das Europäische Gericht hatte vor rund einem Monat zu Ungunsten des Unternehmens entschieden. (Zwischenzeitlich, im Jahr 2006, verhängte die Europäische Union eine weitere Geldstrafe in Höhe von 280,5 Millionen Euro, weil die im Jahr 2004 gemachten Auflagen nicht eingehalten worden waren.) Nun ist der seit 10 Jahren währende Kartellstreit zwischen Microsoft und der EU-Kommission beendet. Microsoft werde keine Rechtsmittel gegen die Entscheidung einlegen und sich zukünftig an die in Brüssel gemachten Auflagen halten, teilte sowohl der Software-Riese als auch die EU mit.

Microsoft werde OpenSource-Software-Entwicklern zukünftig alle Informationen geben, die dafür notwendig seien, damit die Programme der Drittanbieter auf Windows-Betriebssystemen laufen. Diese Informationen sollen die Entwickler höchsten einmalig 10.000,- Dollar kosten. Zudem werde Microsoft die Lizenzgebühren senken. Die EU wache auch zukünftig darüber, dass Microsoft seine Auflagen erfülle und sollte es zu Verstößen kommen, haben Software-Entwickler die Möglichkeit, gegen Microsoft zu klagen und die EU-Kommission, weitere Geldstrafen zu verhängen. Nun beginne der richtige Wettbewerb, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes.

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