Miese Maschen – Verbraucherzentrale veröffentlicht Abzocker-Rückblick

Verbraucherzentrale zeigt Überlick der dreistesten Abzocktricks

Verlockende Werbeanrufe, Aufforderungen zu angeblich dringenden Rückrufen, falsche Gewinnversprechen, Phishing mit gefälschten Emails, Abofallen und Spam – die Verbraucher standen auch im letzten Jahr vielen Abzockversuchen gegenüber. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat die dreistesten Maschen zusammen gefasst, sozusagen in einem Best-Of der Abzocktricks 2011. Die Zusammenstellung zeigt, dass schwarze Schafe sehr einfallsreich, skrupellos und geldgierig sind, und dass Verbraucher immer etwas kritisch sein sollten.

Falsche Versprechungen

Werbeanrufe versprachen einen Tankgutschein über 10,- €, andere einen Kosmetikgutschein, wenn man sich registriere. Der Gutschein kam tatsächlich, allerdings auch eine Rechnung für einen kostenpflichtigen Gewinnspieleintrag im Abo zu 9,90 € pro Woche. Die Bundesnetzagentur verhängte inzwischen ein Rechnungslegungs- und Inkassoverbot gegen beide Anbieter. (telespiegel-News vom 08.11.2011)

Andere Abzocker schrieben Verbraucher postalisch an, hinterließen Zettel in Briefkästen oder Nachrichten auf Anrufbeantwortern, beispielsweise um einen angeblich dringenden Rückruf herbeizuführen. Damit wollten sie das Verbot der unerwünschten Werbeanrufe umgehen. Folgten die Verbraucher der Aufforderung, wurden ihnen Angebote gemacht oder persönliche Daten abgefragt. Einigen wurde später eine Dienstleitung berechnet, die sie nicht beauftragt hatten. Auch Senioren standen im Fokus der Abzocker. Bei der Masche der angeblichen SIS Senioren Info Services GmbH wurde ihnen Hilfe angeboten. Tatsächlich wurden sie in eine Falle gelockt. (telespiegel-News vom 05.09.2011)

Angeblich gewonnene Gewinnspiele

Mit angeblich gewonnen Gewinnspielen mit Geld- oder Sachpreisen lockten schwarze Schafe ihre Opfer auch im letzten Jahr zuhauf. Die Gewinner müssten sich ihren Gewinn nur noch bestätigen lassen, nur noch eine Zahlung leisten, nur noch ihre Daten preisgeben oder ihren Gewinn stornieren, falls sie ihn nicht annehmen können. Natürlich wäre das kostenpflichtig, sagten die angeblichen Glücksboten. Einen Gewinn erhielt wohl keiner der geschädigten Verbraucher.

Verfälschung bekannter Marken

Um Vertrauen zu erwecken, melden sich Abzocker auch unter Namen, die an seriöse Unternehmen erinnern. Im letzten Jahr wollten Abzocker unter Verwendung von Namen wie Verbraucherzentrale, Verbraucherschutz, Verbraucherberatung, Verbraucherservice, Datenschutzzentrale und Neue Robinsonliste persönliche Daten zu erhalten und angebliche Dienstleistungen zu verkaufen, etwa die „günstige private Volks-Versicherung„. (telespiegel-News vom 17.06.2011) Auch die Firmennamen der Deutschen Post und von DHL wurden missbraucht.

In dem Internet lauerten Abo-Seiten, die persönliche Daten abfragten oder Internetseiten, die belanglose Informationen boten und später Geldbeträge einzuziehen versuchten. Auch mobile Internet-Seiten wurden zu diesem Zweck verwendet. Die Ideen sind vielfältig und das Vorhaben, das potentielle Opfer abzuzocken manchmal gut verdeckt. Die Zusammenstellung der Verbraucherzentrale hilft, die Maschen der Abzocker besser zu erkennen.

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