Trojaner Blackshades – Aktion gegen 350 mutmaßliche Hacker

Trojaner Blackshades - Aktion gegen 350 mutmaßliche Hacker

Der Trojaner Blackshades gehört zu den gefährlichsten Programmen, die sich ein Internetnutzer einfangen kann. Lange Zeit war unklar, wer hinter der Software steckt und wer diese benutzt. In einer grenzüberschreitenden Aktion fanden bei 350 Verdächtigen Hausdurchsuchungen statt. Das teilte die beim Justizministerium Hessen angesiedelte Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität In Deutschland (ZIT) mit. Allein in Deutschland gab es 111 Hausdurchsuchungen bei Personen, denen der Besitz der Software vorgeworfen wird.
Der Trojaner Blackshades kann einen Vollzugriff auf einen Computer ermöglichen. Dazu nutzt die Malware mehrere Vorgehensweisen. Zum einen späht sie über angeschlossene Webcams die Umgebung des Opfers aus. Die Eingaben auf der Tastatur werden zudem aufgezeichnet, sodass sich Log-in-Daten und Passwörter daraus extrahieren lassen. Weiterhin lassen sich Screenshots machen. Besonders ärgerlich ist, dass die Hintermänner Blackshades nutzen, um wichtige Dateien zu verschlüsseln. Der Nutzer kann diese dann nicht mehr öffnen. Sobald dies bemerkt wird, bietet Blackshades an, die Daten gegen eine Lösegeldzahlung wieder zur Verfügung zu stellen. Blackshades ist ein einfach zu bedienendes Programm, sodass die Anwender für die Spionage auf fremden Rechnern keine Programmierkenntnisse haben müssen.

Die weltweit vernetzte Aktion gegen Cyberkriminalität ist ein gutes Beispiel dafür, dass Staaten auch grenzüberschreitend gegen Hacker vorgehen können. Fraglich ist hingegen, ob der bloße Besitz der für knapp 30 Euro auf Hackerseiten angebotenen Software für ein Vorgehen ausreicht. Zwar ist kaum davon auszugehen, dass Blackshades für andere als Spionagedienste eingesetzt wird. Einen Nachweis für das Ausspionieren von fremden Rechnern zu führen, dürfte in der Regel aber schwerfallen. Allerdings sieht das Amtsgericht Gießen nach Aussagen von Rechtsanwalt Udo Vetter den bloßen Besitz als ausreichenden Anfangsverdachts an, gegen den sogenannten Hackerparagrafen verstoßen zu haben. Daher hat es die Hausdurchsuchungen in Deutschland genehmigt. Wenn § 202 c des Strafgesetzbuches greift, müssen Verurteilte mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr rechnen.

Mehr Informationen

Gerichtsurteile – Internet – interessante & abstrakte Urteile
Ratgeber Internet – viele Tipps & Tricks
Ratgeber Datenrettung – erste Hilfe nach dem Gau

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


7 − 2 =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Telekommunikationsüberwachung – BfJ veröffentlicht Zahlen für 2020

Telekommunikationsüberwachung

BfJ veröffentlicht Zahlen für 2020

Das Bundesamt für Justiz hat die Zahlen für die Telekommunikationsüberwachung und Abfrage von Verkehrsdaten für das Jahr 2020 veröffentlicht. In der Statistik des BfJ sind auch die genauen Zahlen der einzelnen Bundesländer zu entnehmen. […]

Die aktuellen O2-Tarif-Angebote – hier können Selbständige sparen

Die aktuellen O2-Tarif-Angebote

Hier können Selbständige sparen

Aktuell sparen Selbständige bei den O2 HomeSpot-Tarifen die Anschlussgebühr in Höhe von 69,99 Euro. Zusätzlich gibt es auch bei den Mobilfunk-Tarifen aktuell attraktive Angebote für Selbständige, die bis einschließlich 6. September 2022 gültig sind. […]

Gerichtsurteil

Urteil

Rückforderungsanspruch gegen Online-Glücksspielanbieter

Das Landgericht Hamburg hat entschieden, dass der Rückforderungsanspruch eines Klägers gegen einen Online-Glücksspielanbieter mit Sitz in Malta gerechtfertigt ist. Der Kläger hatte zuvor mehr als 61 000 Euro in dem Online-Casino verloren. Dieses besitzt jedoch keine Lizenz für das entsprechende Bundesland. […]