Datenrettung – Gelöschte Dateien wiederherstellen

Nichts ist ärgerlicher, als versehentlich eine Datei wie ein Foto, einen Briefentwurf oder ein Soundfile zu löschen oder diese auf einer defekten Speicherkarte nicht mehr zu finden. Da kann ein bearbeitetes Foto oder das Lieblingslied schnell zu großer Verstimmung führen. Gerade wenn ein längeres Dokument in den Orkus geht, ist guter Rat teuer. Der ideelle Wert ist dabei oftmals unbezahlbar, da der genaue Inhalt selten wieder exakt so herstellbar ist.

Wiederherstellen: drei Wege zur Datei

Die meisten Betriebssysteme haben aber eine Sicherung eingebaut, mit der solche Dateien wieder auffindbar sind. Exemplarisch am Windows-System sind dabei drei verschiedene Schritte möglich:

  1. Löschen aus einem Ordner
    Die Datei wird beim laufenden Arbeiten aus einem Ordner gelöscht. Dann hilft die Tastenkombination „Strg + Z“, ein versehentlich gelöschtes Dokument sofort wiederherzustellen. Der letzte Arbeitsschritt wird dadurch rückgängig gemacht.
  2. Finden im Temp-Ordner
    Windows sichert beim Bearbeiten einer Datei je nach Einstellung der genutzten Software temporär eine Kopie. Häufiger Ausgangspunkt ist ein E-Mail-Anhang, der bearbeitet wird. Wer nicht rechtzeitig vor dem Schließen speichert, kann aber dennoch Glück haben. Denn im temporären Ordner "temp" befindet sich der letzte automatisch gesicherte Arbeitsschritt. Das ist zwar manchmal nicht der letzte Stand, aber einen Versuch ist die Wiederherstellung aus diesem Ordner wert. Dieser befindet sich je nach Einstellung und Windowsversion im Benutzerordner unter AppData bzw. AppData\Local. Am einfachsten ist es, dort nach Bearbeitungszeitpunkt zu sortieren und dann chronologisch die Dateien durchzugehen. Auch die interne Suchfunktion kann helfen, eine bestimmte Datei zu finden. Wichtig ist es, dass die Ordner auch temporäre Dateien anzeigen. Diese Funktion kann in der Ordnereinstellung gewählt werden.
  3. Recycling aus dem Papierkorb
    Ist eine Datei gelöscht worden, landet diese zunächst im Papierkorb. Dort bleibt sie so lange erhalten, bis dieser endgültig geleert wird. Diese letzte Absicherung ist hilfreich, um gelöschte Dateien wiederherstellen zu können. Im Papierkorb muss der Anwender nur per Rechtsklick auf die Datei und dann auf „Wiederherstellen“ klicken, um die Datei in den ursprünglichen Ordner zurück schieben.

Alternative zum Datenrestore: Zusatzprogramme

Neben diesen systemeigenen Möglichkeiten zum Wiederherstellen gelöschter Dateien gibt es verschiedene kostenpflichtige und kostenlose Programme zur Datenrettung. Ein sehr komfortables Tool ist Recuva, das in zwei Varianten angeboten wird. Die kostenlose Recuva-Version ist jedoch in den meisten Fällen ausreichend. Besonders hilfreich ist dieses Programm für die Datenrettung von defekten Speicherkarten für digitale Mediengeräte wie Kameras.

  1. Recuva findet verlorene Daten
    Nach der Installation von Recuva startet der Anwender den Assistenten und wählt die wiederherzustellende Datenform, (Bild, Textdokument usw.) aus. Ein Klick auf „weiter“ und ein Haken auf „Tiefensuche“ und das Programm kann mit der Suche beginnen. Nach einiger Zeit erscheint eine Liste mit wiederherstellbaren Dateien.
    Die Liste bietet nützliche Funktionen wie eine Vorschau und eine dreifarbige Farbpalette, wie gut die Datenrettung möglich ist (gar nicht, teilweise oder ohne Abstriche). Nach Auswahl einer oder mehrerer Dateien sowie der Definition eines Zielordners kann der Anwender die Wiederherstellung starten. Danach steht die Datei im Zielordner zur Verfügung.
  2. PC Inspector
    Das Programm PC Inspector File Recovery ist ein solches. Die Software sucht auf dem Speichermedium (Speicherkarte, externe Festplatte, USB-Speicherstick, etc.) nach vorhandenen Dateien. Der Nutzer muss lediglich eingeben, nach welchem Dateiformat (jpeg, mov, gif, bmp, mp3, etc.) gesucht werden soll und auf welchen Teil der Computer-Festplatte die Dateien rekonstruiert werden sollen. Manche Programme können sogar Dateien von defekten Datenträgern retten.

Einen Versuch ist es in jedem Fall wert. Doch sollte dieser vergeblich sein, hilft oft nur noch die Konsultierung eines Profis. Das ist dann allerdings meist recht teuer und auch dann ist kein Erfolg garantiert.