Verbraucher erhalten nicht selten unberechtigte Inkassoforderungen. Das zeigt eine Untersuchung, zu der den Verbraucherzentralen vorgelegte Beschwerden ausgewertet wurden. Die Forderungen werden beispielsweise aufgrund von untergeschobenen Telefonverträgen, Abofallen in dem Internet, unerlaubter Telefonwerbung und Gewinnspielwerbung gestellt. Aus Angst oder Unkenntnis zahlen einige Verbraucher diese unberechtigten Forderungen. Insbesondere wenn eine Mahnung der nächsten folgt, wird der Druck auf die Verbraucher gross. Die Forderungen der Inkassounternehmen summieren sich mit teilweise nicht nachvollziehbaren Gebühren, Zinsen und Aufschlägen rasch auf ein Vielfaches. Auch Drohungen werden ausgesprochen, etwa ein Eintrag bei der Schufa oder die Information an den Arbeitgeber.
Von den 4.000 durch den Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) ausgewerteten Beschwerden von insgesamt 116 Inkassounternehmen hielten die Verbraucherschützer lediglich ein Prozent für berechtigt. In 84 Prozent der Fälle habe bereits die Hauptforderung keine Berechtigung gehabt und in 15 Prozent der Fälle blieb trotz Nachfrage unklar, ob es eine Berechtigung für die Forderung gibt. Verbraucherschützer fordern deshalb Regeln, gesetzliche Informationspflichten, verlässliche Gebührenvorgaben und eine schlagkräftige Aufsicht für Inkasso.
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