Urheberrechtsverletzung über Megaupload – Sicherheitsexperten warnen vor Abmahn-Emails

Dubiose Abmahn-Emails bezueglich Megaupload

Wenn Medien intensiv über etwas berichten, wittern dubiose Geschäftemacher oft ihre Chance. Sie nutzen die Sorge und die Verunsicherung der Verbraucher zu ihrem Vorteil aus. So scheint es sich auch mit der Welle von Abmahn-Emails zu verhalten, vor denen die Sicherheitsexperten von eleven warnen. Als Aufhänger nutzen sie die Schließung des Sharehosters Megaupload, die kürzlich ein großes Medienecho verursachte. (telespiegel-News vom 20.01.2012) Besagte Emails wirken zunächst seriös. Sie kommen mit der Betreffzeile „Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung – Filesharing„ und stammen angeblich von einer Münchner Rechtanwaltskanzlei namens Kroner & Kollegen. Darin behauptet der Versender, einige namhafte Label zu vertreten. In deren Namen mahne er nun den Empfänger ab, weil dieser über die Plattform Megaupload urheberrechtlich geschütztes Audio- und Video-Material herunter geladen habe. Dem Empfänger wird ein Vergleich angeboten. Er solle 146,95 € innerhalb einer bestimmten Frist zahlen, andernfalls würden 891,31 € fällig. Der Gegenstandswert ist mit 10.000,- € angegeben und der geforderten Betrags im Gegensatz dazu erstaunlich niedrig.

Die Sicherheitsexperten vermuten hinter diesen Emails einen Betrugsversuch. Megaupload werde fälschlicherweise als P2P-Netzwerk bezeichnet, die angeblich heruntergeladenen Dateien nicht benannt und keine Unterlassungserklärung verlangt. Zudem sei die Drohung eines Eintrages bei der Schufa nicht zulässig und es fehle an Pflichtangaben für anwaltliche Schreiben, erklären sie. Auch die angebliche Kanzlei scheint nicht echt zu sein. In dem Schreiben ist nur eine Mobilfunknummer angegeben, die Bankverbindung verweist in die Slowakei, die Internet-Domain nach Österreich. Der dazu gehörende DENIC-Eintrag wurde erst vor einigen Tagen aktualisiert. Auch weise die Internetpräsenz einige inhaltliche Lücken auf, bemerken die Experten von eleven.

Aufgrund dieser Ungereimtheiten mutet das Schreiben äußerst dubios an. Die Sicherheitsexperten vermuten, dass es sich dabei um einen Betrugsversuch handelt. Sie empfehlen den Empfängern, eine Verbraucherzentrale um Rat zu fragen oder einen Anwalt zu kontaktieren, insbesondere wenn sie eine weitere Zahlungsaufforderung erhalten sollten.

Weitere Informationen

Ratgeber Internet

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
„Treuestrafe“ – loyale Stromanbieter-Kunden zahlen Milliarden zu viel

„Treuestrafe“

Loyale Stromanbieter-Kunden zahlen Milliarden zu viel

Viele Stromkunden bleiben ihrem Anbieter treu und zahlen dafür oft deutlich höhere Preise. Eine Studie der RWTH Aachen zeigt, dass viele Bestandskunden jährlich Milliarden zu viel zahlen. Wer regelmäßig Tarife vergleicht oder den Anbieter wechselt, kann mehrere hundert Euro im Jahr sparen. […]

WhatsApp-News – Eltern-Konto für Kinder ab 10 Jahren geplant

WhatsApp-News

Eltern-Konto für Kinder ab 10 Jahren geplant

Der beliebte Messenger WhatsApp plant, ein spezielles Kinder-Konto einzuführen. Kinder ab zehn Jahren sollen den Dienst künftig nutzen können. Allerdings nur mit Zustimmung und Kontrolle der Eltern. Diese können Kontakte und Datenschutz-Einstellungen festlegen. […]

OLG Frankfurt – Zimmeranfrage ist noch keine Hotelbuchung

OLG Frankfurt

Zimmeranfrage ist noch keine Hotelbuchung

Eine scheinbar harmlose Zimmeranfrage kann teuer werden – oder eben nicht. Das Oberlandesgericht Frankfurt hat entschieden, wann eine Hotelreservierung rechtlich verbindlich ist und wann nicht. Im konkreten Fall ging es um rund 10.000 Euro – und um die Frage, ob eine einfache E-Mail bereits einen Vertrag begründet. […]

Internet zu langsam? Wenn versprochene Bandbreite nicht ankommt

Internet zu langsam

Wenn versprochene Bandbreite nicht ankommt

Hohe Geschwindigkeiten stehen in vielen Internetverträgen – doch im Alltag kämpfen Nutzer oft mit schwankender Bandbreite und instabilen Verbindungen. Woran das liegt und wann technische Probleme sogar zum Streitfall werden können. […]

Fake-News-Push auf Xiaomi-Handys – Warnung vor perfider Betrugsmasche

Fake-News-Push auf Xiaomi-Handys

Warnung vor perfider Betrugsmasche

Stiftung Warentest hat bei Xiaomi-Smartphones gefälschte Nachrichtenartikel entdeckt, die per Push-Meldung verbreitet werden. Hinter angeblichen Tagesschau-Meldungen verbergen sich Betrugsseiten, die Nutzer zu Geldzahlungen oder zur Preisgabe sensibler Daten verleiten sollen. […]

Gemeinschaft

Zwischen Sportplatz und Bildschirm

Wo findet Gemeinschaft heute statt?

Zwischen Sportplatz und Smartphone: Während lokale Vereine weiterhin Millionen Menschen zusammenbringen, entstehen parallel digitale Gemeinschaften, die rund um die Uhr erreichbar sind. Welche Rolle spielen beide Formen des Miteinanders heute – und warum schließen sie sich nicht gegenseitig aus? […]