G.fast statt Breitband – Neue Technik für schnelle Kupferleitungen

G.fast statt Breitband - Neue Technik für schnelle Kupferleitungen

Das Internet ist aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. Doch während die Anwendungen und abrufbaren Inhalte immer komplexer werden, hinken die Telekommunikationsanbieter beim Ausbau mit schnellen Leitungen hinterher. Daher gibt es immer wieder Versuche, aus den bereits liegenden Kupferkabeln die maximale Leistung herauszuholen. Eine vielversprechende Technik ist G.fast. Damit sind über das alte Leitungssystem theoretisch Geschwindigkeiten von über 1,1 GBit/s möglich. Die Telekom kündigte nun gegenüber der Wirtschaftswoche an: „G.fast wird für die Telekom eine wichtige Technologie zum Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit.„
Bisher galt ein Geschwindigkeitsmaximum bei der Datenübertragung im Kupferkabelnetz von 100 MBit/s. Dazu war bereits Vectoring erforderlich. Eine Technik, bei der das sogenannte Übersprechen minimiert wird und so die Datenübertragung und das Telefonieren nicht gestört wird. Die Unternehmen Alcatel Lucent und Huawai haben nun mit der auf DSL basierenden Technologie G.fast einen Versuch erfolgreich absolviert, bei dem deutlich schnellere Übertragungsgeschwindigkeiten erreicht werden. Von dem theoretisch möglichen Datendurchsatz sind im Test 500 MBit/s erreicht worden. Dabei betrug die Länge des zweiadrigen Kabels 100 Meter.

Sollte die Technik in der Breite einsetzbar sein, kann die Telekom Milliarden Euro sparen. Denn nach Schätzungen kostet ein VDSL-Anschluss mit Vectoring und G.fast nur ein Viertel von den Kosten für ein Glasfaserkabelanschluss. Es ist für die Telekom daher wirtschaftlich vorteilhaft, das Kupferkabelnetz mit G.fast wettbewerbsfähig zu machen.

Der Weg bis zur geplanten Marktreife 2015 ist aber noch weit. Denn zum einen liegt die maximale Kabellänge bisher bei 250 Metern. In den Versuchen von Alcatel Lucent mit einem einadrigen Kabel sank die Datengeschwindigkeit bei zunehmender Länge des Kabels deutlich. So lag diese bei 70 Metern bei 1,1 GBit/s, bei 100 Metern bereits nur noch bei 800 MBit/s. Hinzu kommt, dass bei G.fast mit einer höheren Frequenz gearbeitet wird, da diese einen besseren Datendurchsatz ermöglichen. Angestrebt werden bis zu 212 MHz. Diese Frequenz könnte aber nicht nur den Empfang von Radiosendungen in der Nähe der Kabel stören, sondern bedeutet auch eine höhere Anfälligkeit von Leistungsstörungen durch Übersprechen.

Update 02.02.2016

Kupferkabelbeschleunigung – Nokia schafft im Labortest 11 GBit/s

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