Bundesverfassungsgericht – Handyverbot am Steuer ist verfassungsgemäß

Bundesverfassungsgericht - Handyverbot am Steuer ist verfassungsgemäß

Wenn ein Autofahrer, mit einer Hand das Handy am Ohr und mit der anderen Hand das Steuer haltend, über Deutschlands Straßen manövriert, verhält er sich nicht nur leichtsinnig. Er kann auch dafür belangt werden. Seit dem 01. April 2004 kostet es 40,- € und einen Punkt in Flensburg, wenn man sich mit dem Handy am Steuer erwischen lässt. Kommt es zu einem Unfall, kann der telefonierende Fahrer sogar wegen fahrlässiger Körperverletzung belangt werden. Mit beiden Händen am Steuer fahren und trotzdem telefonieren ist durch die Nutzung einer Freisprecheinrichtung möglich. Die hat die promovierte Rechtsanwältin, deren Verfassungsbeschwerde abgewiesen wurde, offensichtlich nicht benutzt.

Innerhalb eines kurzen Zeitraums war sie viermal mit dem Handy am Steuer erwischt worden. Das Hanseatische Oberlandesgericht verhängte aufgrund der Hartnäckigkeit, mit der sie das Handyverbot am Steuer missachtete, das sechsfache Bußgeld, nämlich 240,- € und ließ sie wissen, dass es nicht an der Verfassungsmäßigkeit des Handyverbots zweifle. Das Verbot sei mit dem Grundgesetz vereinbar. Die Juristin fühlte sich nämlich in ihrem Persönlichkeitsrecht und in ihrer allgemeinen Handlungsfreiheit verletzt. Sie legte Verfassungsbeschwerde ein. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe wies die Beschwerde ohne eine weitere Begründung ab und bestätigte damit die Entscheidung des Oberlandesgerichts.

Bundesverfassungsgericht, Aktenzeichen: 2 BvR 525/08 vom 18. April 2008

Weitere Informationen

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
KI-Chats ohne Überwachung? – Meta verspricht echte Privatsphäre

KI-Chats ohne Überwachung?

Meta verspricht echte Privatsphäre

Mit „Private Processing“ führt Meta bald private KI-Chats in WhatsApp ein. Inkognito-Gespräche mit Meta AI sollen weder gespeichert noch von Außenstehenden eingesehen werden können. Auch neue KI-Nebenchats für WhatsApp sind geplant. […]

Smartphone statt Scheine – jeder Fünfte lässt das Bargeld in der Tasche

Smartphone statt Scheine

Jeder Fünfte lässt das Bargeld in der Tasche

Das Bezahlen im Handel wird immer digitaler. Die neue EHI-Studie zeigt jetzt, dass inzwischen fast jede fünfte unbare Zahlung mobil abgewickelt wird. Gleichzeitig sinkt der Anteil von Bargeld weiter, während kontaktlose Karten- und Smartphone-Zahlungen kräftig zulegen. […]

Irreführende Online-Werbung – Urteil stärkt Schutz von Verbrauchern

Irreführende Online-Werbung

Urteil stärkt Schutz von Verbrauchern

Das Landgericht Darmstadt hat irreführende Online-Werbung untersagt. Beanstandet wurden gefälschte Bewertungssiegel, falsche Sternebewertungen, täuschende Standortangaben und unklare Hinweise auf externe Dienstleister. […]