Street View und Co. – Wirtschaft unterschreibt Selbstverpflichtung für Geodatendienste

Street View und Co. - Wirtschaft unterschreibt Selbstverpflichtung für Geodatendienste

In Deutschland ist Googles Panorama-Bilderdienst Street View (telespiegel-News vom 10.08.2010 und 18.11.2010) bei einigen auf vehementen Widerstand gestoßen. Datenschutzbezogene Bedenken lösten eine rege Diskussion um diesen, andere bereits bestehende und zukünftige Geodatendienste aus. Die meisten sehen diese Dienste jedoch eher positiv und als willkommene Möglichkeit, interessante Orte virtuell aufzusuchen. Verhältnismäßig wenige Einwohner Deutschlands machten letztlich von dem ihnen durch Google ermöglichten Einspruch und der Verpixelung ihrer Häuser in Street View Gebrauch. Nun haben acht in der Internetwirtschaft tätige Unternehmen eine Selbstverpflichtung bezüglich der Panorama-Bilderdienste im Internet unterschrieben. Andere Unternehmen können nachträglich beitreten. Die Deutsche Post DHL, Dt. Telekom, ED Encourage Directories, Google, Microsoft, Nokia, Panogate und Panolife verpflichteten sich zu einem Datenschutz-Kodex für Geodatendienste, der bereits im Herbst 2011 umgesetzt sein soll.

Zu den Kernpunkten der Selbstverpflichtung gehören eine telefonische Beratungsstelle und der Aufbau eines zentralen Internetportals der Anbieter, auf dem Verbraucher Informationen zu den Diensten erhalten und Widerspruch einlegen. Um zu widersprechen, soll nur die Angabe einer E-Mail-Adresse nötig sein. Ein Widerspruch soll mit wenigen Klicks erfolgen können, alternativ per Brief für jene, denen kein Internetanschluss zur Verfügung steht. Leicht verständlich und an einer leicht auffindbaren Stelle möchten die Anbieter über die Widerspruchsmöglichkeit und Datenschutzregeln informieren.

Geplante Kamerafahrten beabsichtigen die Anbieter mindestens einen Monat im Voraus auf ihrem Portal anzukündigen. Ohne gesonderten Antrag werden Gesichter und Kfz-Kennzeichen verpixelt, auf Antrag auch ganze Personen und Fahrzeuge. Das einheitliche Logo, das auf die Selbstverpflichtung hinweist, wird auf den Portalen der Anbieter zu sehen sein. Die Einhaltung der Selbstverpflichtung wird kontrolliert und bei Nichteinhaltung sanktioniert. Die unterschriebene Selbstverpflichtung wurde dem Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière heute von dem Präsidenten des Branchenverbandes Bitkom, Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer, übergeben. Es waren intensive Gespräche zwischen Politik, den Datenschutzbehörden und dem Branchenverband vorangegangen.

Weitere Informationen

Sicherheit im Internet

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
De-Mail Ende

De-Mail endgültig eingestellt

Das Digitalprojekt, das zum Flop wurde

Als sichere Alternative zur E-Mail, startete der De-Mail-Dienst. Jetzt ist nach 15 Jahren allerdings Schluss. Denn das Projekt war nie wirklich erfolgreich und hatte mit Sicherheitsbedenken zu kämpfen, weshalb es nur wenige Bürger nutzten. […]

Karte nie erhalten, Konto geplündert – Bank muss Rückzahlung leisten

Karte nie erhalten, Konto geplündert

Bank muss Rückzahlung leisten

Das Oberlandesgericht Frankfurt stärkt jüngst in einem Urteil das Recht von Bankkunden. Geht eine Debitkarte auf dem Postweg verloren, haftet die Bank für missbräuchliche Abhebungen. Damit widerspricht das OLG dem Urteil der Vorinstanz. […]

Polizei-Einsatzfahrzeuge

Großrazzia gegen Darknet-Drogenhandel und Geldwäsche

Acht Festnahmen und Millionen-Ermittlungen

Bei einer bundesweiten Großrazzia gegen Darknet-Drogenhandel und internationale Geldwäsche haben Ermittler acht Personen festgenommen. Im Fokus stehen Millionenbeträge, Kryptowährungen und ein mutmaßliches Underground-Banking-Netzwerk zwischen Deutschland und Vietnam. […]

Plötzlich grüner Punkt am Handy? – dahinter steckt mehr als gedacht

Plötzlich grüner Punkt am Handy?

Dahinter steckt mehr als gedacht

Leuchtet plötzlich ein grüner Punkt auf dem Smartphone auf, sollten Nutzer hellhörig werden. Das Symbol zeigt an, dass Standort, Kamera oder Mikrofon aktiv genutzt werden. Im schlimmsten Fall sogar heimlich durch eine App im Hintergrund. […]

KI-Chats ohne Überwachung? – Meta verspricht echte Privatsphäre

KI-Chats ohne Überwachung?

Meta verspricht echte Privatsphäre

Mit „Private Processing“ führt Meta bald private KI-Chats in WhatsApp ein. Inkognito-Gespräche mit Meta AI sollen weder gespeichert noch von Außenstehenden eingesehen werden können. Auch neue KI-Nebenchats für WhatsApp sind geplant. […]