Günstigeres Mobilfunk-Roaming im EU-Ausland – Weitere Regelungen vorgeschlagen

Mobilfunkpreise im EU-Ausland sollen weiter sinken

Mit schrittweisen Absenkungen der Preisobergrenze wollte die EU-Kommission dafür sorgen, dass Mobilfunkkunden bei ihrem Aufenthalt in dem EU-Ausland einheitlich günstig telefonieren und SMS nutzen können. Auch wurde ein Maximalbetrag für die mobile Internetnutzung im Ausland innerhalb der EU eingeführt. (telespiegel-News vom 25.03.2009) Die Regelung gilt bis 2012, zeigte aber bisher nicht ganz den gewünschten Effekt. Zwar hielten sich die Mobilfunkunternehmen an die Preisobergrenzen, für mehr Wettbewerb und dadurch selbstständig weiter sinkende Preise sorgte die Regelung aber nicht. Die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes schlug nun weitere Regelungen vor, die bis zum Jahr 2015 dafür sorgen sollen, dass die Nutzung des Mobilfunks für Kunden im EU-Ausland nicht teurer als im Inland ist. Sie will Mobilfunkanbietern leichter Zugang zu den Mobilfunknetzen der Mobilfunknetzbetreiber verschaffen, damit mehr Discounter-Angebote entstehen können, auch besonders auf Roaming spezialisierte Angebote. Kunden sollen sich künftig einen zusätzlichen Mobilfunk-Anbieter für Auslandstelefonate auswählen dürfen, dessen Angebot sie automatisch während ihres Aufenthalts im EU-Ausland nutzen, und zwar ohne SIM-Karten- oder Rufnummern-Wechsel.

Außerdem beabsichtigt die EU-Kommissarin, erstmals die Endkundenpreise des Datenroaming im EU-Ausland zu regulieren. Bisher gab es ausschließlich eine Regulierung der Preise, die die Anbieter untereinander berechnen dürfen und eine maximale monatliche Rechnungshöhe für Kunden. Datenübertragungen per Mobilfunk sollen für Kunden im EU-Ausland ab dem 01. Juli 2012 bis zum 30. Juni 2016 nicht mehr als 90 Cent zzgl. Mehrwertsteuer pro MB kosten. Die Großhandelspreise sollen ebenfalls fallen, von bisher 50 Cent pro MB auf 30 Cent ab 2012, 20 Cent ab 2013 und 10 Cent ab 2014.

Auch die Preise für Telefonate und SMS in dem EU-Ausland sollen nach dem Willen der EU-Kommissarin weiter sinken. Der Minutenpreis soll bis Juli 2014 schrittweise auf 24 Cent zzgl. Mehrwertsteuer fallen. Eine SMS würde dann maximal 10 Cent zzgl. Mehrwertsteuer kosten. Bisher handelt es sich lediglich um einen Vorschlag der EU-Kommissarin, dem die EU-Mitgliedsländer und das Europaparlament noch zustimmen müssten.

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