Mit dem Handy im EU-Ausland – Mobilfunknutzung soll günstiger werden

Handy im Ausland

Unbegrenzt mit Freunden telefonieren für monatlich 3,95 €, SMS-Flatrate ab 5,- € monatlich und die Surf-Flat für das mobile Internet für monatlich 25,- €, die Mobilfunkkunden dürfen sich über immer günstigere Preise freuen. Doch bei einem Auslandsaufenthalt kann die daraus resultierende Unbekümmertheit schwere Folgen haben. Denn außerhalb Deutschlands gelten die gebuchten Flatrates nicht und der ausländische Anbieter, dessen Mobilfunknetz genutzt wird, verlangt zum Teil hohe Gebühren für die Mobilfunknutzung seiner deutschen Gäste (Roaming).

Doch nun haben sich das Europaparlament und die EU-Staaten auf zum Teil erhebliche Preissenkungen geeinigt. Der neuen Regelung muss nur noch der Ministerrat und das Parlamentsplenum zustimmen. Dann könnten die Preise für SMS bereits ab dem 01. Juli innerhalb der EU höchstens 11 Cent plus Mehrwertsteuer kosten. Brutto sind das rund 13 Cent. Bisher liegt der Preis bei rund 30 Cent.

Auch Telefonate sollen noch günstiger werden. Die bisherige maximale Höhe der Kosten innerhalb der EU wurden durch den seit dem 30. Juli 2007 gültigen sogenannten Eurotarif der EU-Roamingverordnung festgelegt. Für Anrufe, die der reisende Kunde selber tätigt, sollen ihm ab Juli 2009 höchstes 51,2 Cent inklusive Mehrwertsteuer berechnet werden. Wird ein Kunde im Ausland angerufen, soll er brutto maximal 22,6 Cent pro Minute zahlen müssen. Diese Preise sollen in den kommenden Jahren weiter sinken, im nächsten Jahr auf 46,4 Cent bzw. 17,9 Cent und ein weiteres Jahr später auf 47,7 Cent bzw. 13,1 Cent pro Minute.

Die Datenübertragung über ein Mobilfunknetz im EU-Ausland soll ebenfalls günstiger werden. Das mobile Internet und der Austausch von Emails wird dadurch preiswerter. Neue Endkundenpreise wurden nicht festgelegt, jedoch die Preise, die sich die Roaming-Partner berechnen dürfen. So darf ein Anbieter einem anderen für die Datennutzung seines Kunden maximal einen Euro je MB berechnen. Später soll der Preis erst auf 80 Cent und dann auf 50 Cent sinken. Wie sich diese Vorgabe auf die Endkundenpreise auswirkt, bleibt abzuwarten. Eine Option soll die Kunden vor unerwartet hohen Rechnungen schützen. Sie sollen bei dem Anbieter ein Limit angeben dürfen, nach dessen Erreichen die Verbindung getrennt wird.

Die neue Verordnung ist zeitlich befristet. Sie gilt nur bis zum Jahr 2012. Bis dahin soll der Wettbewerb dafür gesorgt haben, dass die Mobilfunkkunden im Ausland zu günstigen Konditionen miteinander kommunizieren können.

Update vom 22.04.2009

Mobilfunknutzung im Ausland – EU Parlament beschliesst Preissenkung

Update vom 08.06.2009

Heute stimmte der EU-Ministerrat den Preissenkungen zu.

Update vom 29.03.2012

Weitere Senkung der Roaming-Gebühren geplant

Weitere Informationen

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