Mit dem Handy im EU-Ausland – Weitere Senkung der Roaming-Gebühren geplant

Die Kosten für die Nutzung des Mobilfunks innerhalb Deutschlands sind so niedrig wie nie zuvor. Doch bei Reisen können Telefonate, SMS und die mobile Datennutzung sogar schon vor Grenzübertritt richtig teuer werden. Sobald sich das Mobiltelefon in das Telefonnetz des ausländischen Anbieters eingebucht hat, nutzt der deutsche Kunde dieses Mobilfunknetz und der ausländische Anbieter verlangt von dem deutschen Anbieter dafür Roaming-Gebühren. Die werden meist auf den Kunden umgelegt, sodass am Ende einer Reise eine saftige Mobilfunkrechnung stehen kann. Die schrittweise Senkung der Höchstgrenze für Kosten der Mobilfunknutzung erfolgte seit dem Jahr 2007 innerhalb der Europäischen Union aufgrund einer Verordnung (telespiegel-News vom 16.05.2007), die befristet war. Die EU-Kommission plant nun eine weitere Verordnung, weil ihrer Ansicht nach noch immer zu wenig Wettbewerb herrscht, um die Preise ausreichend zu drücken.

Sollte das Europäische Parlament und der EU-Rat dem Vorschlag zustimmen, würde die neue Verordnung die schrittweise Absenkung der Maximalpreise für Mobilfunkleistungen innerhalb der EU bis zum Jahr 2017 regeln. Dann würden den Kunden innerhalb des EU-Auslands ab dem 01.07.2012 zunächst pro Minute höchstens 29 Cent für ankommende und 8 Cent für abgehende Telefonate berechnet werden. Ab 2013 wären es höchstens 24 Cent für ankommende und 7 Cent und ab 2014 höchstens 19 Cent für ankommende und 5 Cent. Das Verschicken einer SMS würde ab 2012 maximal 9 Cent kosten, ab 2013 wären es 8 Cent und ab 2014 würde eine SMS höchstens 6 Cent kosten.

Erstmals sollen auch die Endkundenpreise für die mobile Datennutzung in dem EU-Ausland limitiert werden. Bisher galten Höchstpreise nur für die Anbieter untereinander. Pro MB Datenvolumen sollen ab 2012 höchstens 70 Cent berechnet werden, 45 Cent ab 2013 und 20 Cent ab 2014. Bei allen genannten Preisen handelt es sich um Netto-Preise. Hinzu kommt also die in dem jeweiligen Land anfallende Mehrwertsteuer. Ab dem Jahr 2014 ist zudem vorgesehen, die Anbieter zu einer Öffnung ihrer Mobilfunknetze für virtuelle Anbieter ohne eigenes Netz zu öffnen. Kunden könnten sich dann einen Tarif bei einem beliebigen Anbieter buchen und diesen in dem EU-Ausland nutzen.

Während der Planung schaut der Reisende ebenfalls, ob das Hotel eigene PCs für die allgemeine Nutzung bietet oder W-Lan-Nutzung im Hotelzimmer (kostenlos oder gegen geringe Gebühr). Dieses findet der Urlauber bereits in der Hotelbeschreibung. Durch den Internetzugang über W-Lans entfallen die Roaming-Kosten.

Update vom 10.05.2012

Das EU-Parlament hat die neuen Preisobergrenzen heute beschlossen. Ab dem 01.07.2012 gelten die neuen Höchstgrenzen für Roaming innerhalb der EU. In den nächsten zwei Jahren soll es weitere Senkungen geben.

Update vom 30.05.2012

Der EU Ministerrialrat hat ebenfalls zugestimmt.

Weitere Informationen

Vieltelefonierer Handytarife

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


18 − 1 =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Android 11 – Vorabversion des neuen Betriebssystems veröffentlicht

Android 11

Neue Funktionen in Vorabversion vorgestellt

Die Vorabversion von Android 11 wurde von Google veröffentlicht, die für die Google-eigenen Smartphones zur Verfügung steht. Die Android-Hauptversion soll Ende September 2020 folgen. Das neue Betriebssystem bietet unter anderem neue Funktionen für 5G sowie erhöhte Sicherheitsfunktionen. […]

Aktivitäten außerhalb von Facebook – neue Funktion für mehr Kontrolle?

Aktivitäten außerhalb von Facebook

Neue Funktion für mehr Kontrolle?

Mit der Funktion „Aktivitäten außerhalb von Facebook“, will das soziale Netzwerk seinen Nutzern mehr Transparenz über die Daten geben, die gesammelt werden. Allerdings lässt sich auch durch die neue Funktion die Sammelwut des Netzwerkes nicht eindämmen. […]

Call-Center-Betrug – Polizei gelingt Schlag gegen kriminelles Netzwerk

Call-Center-Betrug

Polizei gelingt Schlag gegen kriminelles Netzwerk

Der Polizei ist ein Schlag gegen ein kriminelles Netzwerk gelungen. Die Betrüger riefen ahnungslose Rentner aus Call-Centern in der Türkei an, um mit dem Trick des falschen Polizisten an ihr Geld zu kommen. Die Ermittlungen fanden in enger Zusammenarbeit mit der türkischen Polizei statt. […]