Aufgepasst – deutlich mehr Spam- und Phishing-Mails im Umlauf

deutlich mehr Spam- und Phishing-Mails

Eine versprochene Erbschaft aus Nigeria, eine Rechnung von Unbekannt oder der Hinweis auf die Notwendigkeit einer privaten Krankenversicherung – all das kommt per E-Mail ins Haus. Die Zahl solcher Spam-Mail ist im letzten Jahr deutlich gestiegen. Das zeigen Zahlen der Freemailer GMX und web.de sowie der Sicherheitsexperten von Symantec. Auch Phishing-Attacken nehmen wieder zu. Dabei versuchen Kriminelle, Passwörter auszuspähen. Nutzer haben gegen diese Entwicklung nur eine echte Chance: Wachsam sein!

Zahl der Spam-Mails bei GMX und web.de in 2015 verdoppelt

Die Anzahl der Spam-Mails hat sich nach Auskunft von GMX und web.de im letzten Jahr verdoppelt. Über 105 Millionen solcher E-Mails fluten täglich allein die beiden Freemail-Dienste. Das ist nur ein Bruchteil des gesamten Spamaufkommens pro Tag. Diese Entwicklung unterstreichen aktuelle Zahlen des Unternehmens Symantec. Im Schnitt ist mehr als jede zweite E-Mail demnach als Spam einzustufen. Auch die Zahlen der Phishing-Mails sowie die der attackierenden Webseiten und neuen Malware sind unvermindert hoch. Laut GMX und web.de enthält etwa jede dritte Spam-E-Mail einen schädlichen Link. Das bedeutet: 31 Millionen Mails leiten zu Malware oder gefährlichen Webseiten. Diese Zahl entspricht einer Steigerungsrate von 500 Prozent!

Ursachen und Trends des Spamaufkommens

Laut GMX und web.de hat diese Entwicklung mehrere Gründe. Spammer agieren professioneller, nutzen meistens „Wegwerfdomains“, die sie nach einer Spamattacke wieder löschen und greifen auf Botnetze aus befallenen PCs zu, um ihren Absender zu verschleiern. Die Adressen sammeln sie im Internet oder durch Hacks bei Anbietern mit Kundeneinträgen wie zum Beispiel bei Dating-Portalen. Sebastian Koye, Leiter E-Mail-Sicherheit bei WEB.DE und GMX bringt einen weiteren Grund des Massenspams ins Spiel: „Wo früher maximal ein Desktop-PC pro Haushalt zu Verfügung stand, hat heute oft jedes Familienmitglied vom Smartphone bis hin zum Notebook gleich mehrere Endgeräte, die permanent online sind.„ Das steigert die Chance, eine Spam-Mail zu erhalten. Zugleich gibt es laut Symantech zwar nicht unbedingt mehr Viren und Trojaner für zum Beispiel Android-Geräte, diese treten aber schnell in vielen Abwandlungen auf, was das sichere Herausfiltern von gefährlichen Anhängen erschwert.

Absolute Top-Trends bei Spamattacken sind Abnehmen, Krankenversicherungswechsel und Dating-Mails. Aber auch Job-Mails, Erbschafts-Mails und angebliche Rechnungen mit Viren und Trojaner sowie Potenzpillen und Bank-Phishing-Versuche sind immer noch relevant. Nutzer können sich in erster Linie nur durch Wachsamkeit schützen. Zwar filtern Virenscanner Schadprogramme meistens recht gut heraus, aber gegen Phishing und Spam nutzen diese nur bedingt. Daher sollten Nutzer unbedingt von der Markierung fragwürdiger als Spam Gebrauch machen. So helfen Sie der eigenen E-Mail-Software oder den Freemailern, feine Filter-Algorithmen zu entwickeln, die gefährliche und unerwünschte Mails bereits beim Empfang aussortieren. Zusätzlich sollte die eigene E-Mail-Adresse nicht unnötig verbreitet werden. Das minimiert ebenfalls die Spamgefahr.

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