Kinder – AOK fordert Verbot für Online-Lebensmittelwerbung

Verbraucherzentralen kritisieren Kinderspielseiten im Internet

Mit einer harten Forderung begegnet die AOK den Ergebnissen einer eigens beauftragten Studie „Kindermarketing für Lebensmittel im Internet„. Dr. Kai Kolpatzik, Abteilungsleiter Prävention beim AOK-Bundesverband, fordert ein Verbot für Kindermarketing für Lebensmittel im Internet und Fernsehen. Denn die Lebensmittelindustrie ködert die Kleinen mit speziell auf die Zielgruppe abgestimmten Elementen in der Werbung, die das Produkt erst interessant machen. Dabei handelt es sich jedoch häufig um Lebensmittel mit einem zu großen Anteil an Zucker, Salz oder Fett. Das Risiko für Fettleibigkeit im Kindesalter steigt durch diese Lebensmittel deutlich an. Zudem hätten viele so werbende Unternehmen eine freiwillige Verzichtserklärung unterzeichnet, die sie offenkundig nicht einhalten. Dr. Kolpatzik erklärt: „Damit wir dieses Problem in den Griff bekommen, brauchen wir vor allem im Onlinebereich und TV ein Kindermarketingverbot für Lebensmittel.“

Studie belegt aggressives Marketing gegenüber Kindern

Die AOK hatte die Universität Hamburg beauftragt, die Lebensmittelwerbung gegenüber Kindern zu erforschen. Die Wissenschaftler kommen zu bemerkenswerten Ergebnissen. Demnach kommen Kinder wenigstens achtmal, teilweise bis zu 22-mal allein mit Online-Werbung von Lebensmittelherstellern in Kontakt. Dabei lockt die Werbung mit Prominenten, Clowns, Spielen sowie Bonus-Spielzeug. Speziell der Social-Media-Bereich wie Werbung auf Facebook und Instagram ist deutlich wichtiger für die Unternehmen geworden. Speziell Süßwarenhersteller nutzen diese Plattformen, um gezielt Kinder zu erreichen. Dr. Tobias Effertz hat die Studie konzipiert. Er warnt: „Damit werden Kinder immer häufiger und drastischer von Werbung für ungesunde Lebensmittel angesprochen, ohne dass deren Eltern dies wirksam verhindern können.“ Dr. Kolpatzik ergänzt, dass Kinder in den sozialen Medien den Tricks der Werbeindustrie ausgeliefert seien. Diese konterkariere die Aufklärung und Erziehung in Kindergärten und Schulen.

Werbung für Kinder: Unternehmen halten sich nicht an ihre Versprechen

Die AOK fordert eine gesetzliche Regelung, da sich die Unternehmen nicht an ihre Selbstverpflichtung halten. 60 Prozent der Werbung beinhaltet spezielle Werbeinhalte, die gezielt und vorrangig Kinder ansprechen. Diese stammt häufig von Unternehmen, die auf EU-Ebene ein Verzicht auf „Kindermarketing“ erklärt haben. Dieser Verzicht greift laut AOK nicht. Daher sei auf Basis der Studienergebnisse ein Verbot erforderlich.

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