Chrome/Firefox – Phishing-Versuche bleiben unbemerkt

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Die Entwickler eines Sicherheitsplugins für das Blogsystem WordPress haben auf ein enormes Risiko für Nutzer der Browser Chrome und Firefox hingewiesen. Denn diese beiden Programme zeigen Webseitenadressen in der Originalsprache inklusive Sonderzeichen an. Da einige Sonderzeichen osteuropäischer und anderer Sprachen den lateinischen Buchstaben ähneln, sehen zum Beispiel Adressen von Fake-Webseiten täuschend echt aus. Der Nutzer kann daher Phishing-Versuche durch gut nachgeahmte Webseiten nicht mehr an der Webadresse erkennen. Nicht betroffen sind Nutzer der Webbrowser Edge und Safari.

Phishing: So funktioniert der Webadressen-Fake

Das Problem besteht in den Sonderzeichen, die seit einigen Jahren für einige Domainendungen zugelassen sind. Nutzer sollen so mit Sonderzeichen wie Ü oder dem skandinavischen Ø Domains in der Landessprache registrieren können. International werden diese über den sogenannten Punycode in ein kryptisch aussehendes Wort umgewandelt, sodass alle Browser die Domains ansteuern können. Diese Punycodeschreibweise wandeln jedoch die Browser Chrome und Firefox zur besseren Lesbarkeit direkt wieder in die Buchstaben der Landessprache um. Edge und Safari zeigen den kryptischen Namen dagegen an.

Das eigentliche Problem ist die Ähnlichkeit einiger Sonderzeichen. Das kyrillische a zum Beispiel sieht aus wie das lateinische a. Ähnliches gilt unter anderem für einige i-Zeichen verschiedener Sprachen. Nutzt ein Krimineller eine bekannte Domain, in deren Namen er den Originalbuchstaben mit einem zum Verwechseln ähnlichen Sonderzeichen einer beliebigen Sprache ersetzt, kann er eine nicht erkennbare Fakeseite erstellen. Kommt ein Nutzer dann – zum Beispiel durch einen E-Mail-Hinweis – auf diese Phishing-Seite, scheint in der Adresszeile die bekannte, vertrauenswürdige Domain zu stehen. In Wahrheit ist er aber auf einer gefälschten Seite mit ähnlich aussehender Adresse gelandet. Gibt er dort nun Zugangsdaten oder sogar PIN/TAN ein, können die Kriminellen seine Daten nutzen. Schlimmstenfalls bekommen sie auf diese Weise Zugriff auf Bankkonten.

Die Entwickler des WordPress-Plugins haben diesen Phishing-Versuch mit der Domain еріс.com ausprobiert. Im Original ist epic.com ein großes Gesundheitsportal. Sie registrierten eine ähnliche Adresse mit einem Sonderzeichen als „i“: . Das Sonderzeichen wird in der Landessprache auf Computern als nahezu identisches „i“ angezeigt und löst daher in Chrome und Firefox als falsches еріс.com auf. Das Resultat: In den Browsern sehen beide Seitenadressen gleich aus, es sind aber völlig verschiedene Projekte.

Punycode-Phishing in Chrome und Firefox erschweren

Chrome-Nutzer warten derzeit auf ein angekündigtes Softwareupdate. Firefox-Nutzer können jedoch in den Einstellungen des Browsers eine Änderung vornehmen, die Sonderzeichen als kryptische Adresse anzeigt. Das erleichtert das Erkennen von Fake-Seiten, gilt dann jedoch auch für deutsche Umlaute wie ä, ö und ü sowie ß. So geht es: In die Adressleiste „about:config“ eingeben, in der Anzeige nach „punycode“ suchen und von „false“ auf „true“ umstellen. Danach den Browser neu starten. Dieser erkennt nun Sonderzeichen und zeigt die internationale Schreibweise an. Diese beginnt stets mit einem „xn--„.

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