OS-Alternative – Mobiles Betriebssystem Sailfish Version 3

Sailfish OS

Vor einigen Jahren gründeten Mitarbeiter von Nokia das Unternehmen Jolla (auf Deutsch: Jolle) mit dem Ziel, ein mobiles Betriebssystem zu programmieren. Das Betriebssystem heißt Sailfish. Allen Unkenrufen zum Trotz hat Jolla überlebt und bietet aktuell mit der Version Sailfish 3 einige lange erwarteten Verbesserungen. Diese sollen zum Teil jedoch erst nach und nach mit weiteren Updates eingeführt werden. Jolla will sein Betriebssystem damit konkurrenzfähiger machen und insbesondere eine Alternative für Android-Nutzer bieten. Das Problem: Sailfish ist für Drittanbieterhandys kostenpflichtig und es gibt kaum geeignete Geräte.

Was ist Sailfish?

Sailfish ist eine Alternative zu mobilen Betriebssystemen. Es ist schlank, ansprechend gestaltet und verfügt in der Grundversion über alle typischen Apps. Es gibt jedoch nur wenige Smartphones, die mit diesem OS laufen. Dazu zählen alle Jolla-Geräte. Diese sind auch abwärtskompatibel. Das heißt: Die neue Version wird auf den inzwischen veralteten Geräten funktionieren. Außerdem sind die in Russland verbreiteten Jala-Smartphones und die in Südamerika verkauften Accione-Smartphones mit Sailfish erhältlich.

Integration in Android

Zusätzlich haben die Entwickler Betriebssystem-Adaptionen für das Sony Xperia X bereitgestellt. In Kürze sollen Versionen für die Sony-Geräte Xperia XA2, Xperia XA2 Plus und Xperia XA2 Ultra sowie für weitere Geräte folgen. Ermöglicht sind diese Versionen über die Community-Schnittstelle Sailfish X. Das mobile Betriebssystem kostet dann aber etwa 50 Euro. Der Vorteil: Der Nutzer hat ein normales Android-Handy, auf dem Sailfish als OS übergestülpt ist. Das bedeutet: Die Funktionalität basiert auf dem neuen OS, während der Nutzer zugleich die Android-Apps wie gewohnt nutzen kann.

Was bringt Sailfish 3?

Die neue Version des mobilen OS hält einige Funktionsverbesserungen bereit. Optisch macht sich das an einer Menüleiste und hellen Farben sowie einer verbesserten Leistungsstärke bemerkbar. Im Kern bietet Sailfish 3 jedoch ein Plus an Sicherheit. Die Daten sind verschlüsselt und endlich steht die seit längerer Zeit angekündigte Möglichkeit zur VPN-Verbindung zur Verfügung. So können Nutzer sicherer durchs Web surfen und zum Beispiel geschützte Verbindungen zu Firmengeräten aufnehmen. Auch das Mobile Device Management richtet sich in erster Linie an Firmenkunden. Die Tastatur lässt sich außerdem mit einer Geste umschalten und ein USB-Port erlaubt den Anschluss eines externen Speichers. Weitere Verbesserungen betreffen die Kamera-App.

Das aktuelle Update auf Sailfish 3.0 steht angemeldeten Nutzern als Early Access vorzeitig zur Verfügung. Im Dezember sollen einige Funktionen nachgeliefert werden und mit der Version 3.1 für alle Nutzer bereitstehen. Die Kompatibilität mit Android-Apps ist über die Schnittstelle Android Dalvik VM gesichert. Allerdings unterstützt diese aktuell noch maximal das veraltete Android 4.4, was bei einigen Apps zu fehlender Funktionalität führen kann.

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