Anlocken und kassieren – Gratis Onlinespiele können viel Geld kosten

Anlocken und kassieren - Gratis Online-Spiele können viel Geld kosten

Die Beschreibungen klingen vielversprechend. Als kostenloses Browsergame (Spiel, das ohne zusätzliche Software über den Browser im Internet gespielt werden kann) mit ansprechender Grafik präsentieren einige Anbieter ihre Produkte. Tatsächlich ist der dahinter stehende Gedanke aber finanzieller Natur.

Ein Beispiel ist Metin 2, Dark Orbit oder das Browsergame Seafight des Betreibers Bigpoint, das auch außerhalb des Internets intensiv beworben wird. Der Spieler erhält kostenlosen Zugang zu dem Spiel. Eine kurze Anmeldung genügt. Seine Aufgabe besteht darin, ein erfolgreicher Pirat zu werden. Dieses Ziel kann er durch Sammeln von Schätzen und Bekämpfen der Mitspieler erreichen. Doch schnell erfolgreich wird der Spieler oft nur, wenn er zusätzliche Ausrüstungsgegenstände kauft, die reales Geld kosten.

„Spätestens nachdem der Spieler seinen hart erarbeiten Spielstand zum fünften Mal an einen mit Premium-Gegenständen ausgerüsteten Spieler verloren hat, ist er frustriert“, schilderte die Seafight-Spielerin Katja K. der Redaktion ihre Erfahrungen. „Dann überlegt sich der Unterlegene natürlich, ebenfalls durch den Einsatz von echtem Geld aufzurüsten. Das kann aber ganz schnell sehr teuer werden.“

Vor solch hohen Kosten warnte auch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Die Anrufe bei 0900-Nummern der Betreiber dieser `Gratis´-Spiele oder der Versand einer Mehrwert-SMS verschafft dem Gamer interessante Spiele-Extras, lässt aber auch die Telefonrechnung erheblich steigen. In einem aktuellen Fall liege der Verbraucherzentrale eine Telefonrechnung von über 800,- € vor, warnt sie.

Die Rechnung richte sich an die Anschlussinhaber, also auch an Eltern minderjähriger Spieler. Das Alter der Jugendlichen und die Zustimmung der Eltern werde von den Betreibern bewusst nicht geprüft. Wenn aber kein Einverständnis der Eltern vorliegt, kann mit dem Minderjährigen kein Vertrag geschlossen werden und deshalb besteht keine Zahlungsverpflichtung. Das Kostenrisiko liege bei den Unternehmen, erklärt die Verbraucherzentrale. Sie tragen das Risiko, auf den Kosten sitzen zu bleiben.

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