
Neben bundesweit tätigen Telekommunikationsunternehmen wie der Telekom, Vodafone oder 1&1 gibt es in Deutschland zahlreiche regionale Telefon- und Internetanbieter. Einige versorgen nur einzelne Städte, andere ganze Bundesländer oder größere Regionen mit Festnetztelefonie, DSL, Glasfaser und Kabelinternet.
Regionale Anbieter betreiben teilweise eigene Netze und arbeiten häufig mit Stadtwerken oder kommunalen Unternehmen zusammen. Andere nutzen die Infrastruktur größerer Netzbetreiber, um eigene Tarife anzubieten.
Welche Telefonanbieter an einem bestimmten Wohnort verfügbar sind, hängt deshalb nicht allein von der Region ab. Entscheidend ist die tatsächliche Versorgung der jeweiligen Anschlussadresse.
Regionale und bundesweite Telefonanbieter – die Unterschiede
Bundesweite Telekommunikationsanbieter vermarkten ihre Produkte in weiten Teilen Deutschlands. Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Tarif an jeder Adresse verfügbar ist.
Regionale Anbieter konzentrieren sich dagegen auf bestimmte Städte, Landkreise oder Versorgungsgebiete. Sie können dort eigene Glasfaser- oder andere Telekommunikationsnetze betreiben und damit auch Gebiete erschließen, die bislang nur eingeschränkt mit schnellem Internet versorgt wurden.
| Merkmal | Bundesweite Anbieter | Regionale Anbieter |
|---|---|---|
| Versorgungsgebiet | Große Teile Deutschlands | Einzelne Städte oder Regionen |
| Netzinfrastruktur | Eigene und angemietete Netze | Eigene und angemietete Netze |
| Anschlussarten | DSL, Glasfaser, Kabel, teilweise weitere Zugänge | Je nach Anbieter: DSL, Glasfaser oder Kabel |
| Kundenservice | Häufig zentral organisiert | Teilweise mit regionalen Ansprechpartnern |
| Verfügbarkeit | Umfangreich, aber adressabhängig | Auf das jeweilige Netzgebiet begrenzt |
| Tarifauswahl | Häufig zahlreiche Tarifvarianten | Unterschiedlich, teilweise regionale Sonderangebote |
Bundesweite Telefon- und Internetanbieter
Zu den bekannten überregionalen Anbietern gehören:
| Anbieter | Angebote |
|---|---|
| Telekom | Festnetz, DSL und Glasfaser |
| Vodafone | Festnetz, DSL, Kabelinternet und Glasfaser |
| 1&1 | Telefonanschluss, DSL und Glasfaser |
| O₂ | Internetanschlüsse und Festnetztelefonie |
| Drillisch Online | DSL- und Glasfaseranschlüsse |
| congstar | DSL-Internetanschlüsse ohne klassische Festnetztelefonie |
Daneben gibt es Unternehmen wie PŸUR und eazy, deren Internetangebote vor allem über vorhandene Kabelnetze verfügbar sind.
Regionale Telefon- und Internetanbieter nach Regionen
In vielen Städten und Landkreisen sind regionale Telekommunikationsunternehmen tätig. Die folgende Übersicht nennt wichtige Anbieter und ihre hauptsächlichen Versorgungsgebiete.
Die aufgeführten Regionen dienen der Orientierung. Eine tatsächliche Anschlussverfügbarkeit muss für die jeweilige Adresse geprüft werden.
| Region | Telefon- und Internetanbieter |
|---|---|
| Hannover, Braunschweig, Hildesheim und Umgebung | htp, htp DSL |
| Niedersachsen und Teile Norddeutschlands | EWE, EWE DSL, WOBCOM (Wolfsburg) |
| Osnabrück und Umgebung | Osnatel |
| Bremen, Bremerhaven und Umgebung | swb* beziehungsweise nordcom |
| Hamburg, Norderstedt und Umgebung | wilhelm.tel, willy-tel |
| Schleswig-Holstein | TNG Stadtnetz* (Kiel und Umgebung), TraveKom (Lübeck) |
| Bielefeld und Gütersloh | BITel |
| Bonn und Rhein-Sieg-Kreis | bn |
| Dortmund und östliches Ruhrgebiet | DOKOM |
| Emscher-Lippe-Region | GELSEN-NET |
| Hamm, Unna und Umgebung | HeLi NET |
| Köln, Bonn, Leverkusen und Umgebung | NetCologne |
| Aachen und Umgebung | NetAachen* |
| Bochum, Herne und Witten | TMR |
| Koblenz und Umgebung | KEVAG Telekom |
| München, Augsburg, Nürnberg und weitere bayerische Regionen | M-net* |
| Regensburg und Umgebung | R-KOM |
| Leipzig | AN |
| Saarland | InterSaar |
Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Insbesondere beim Glasfaserausbau entstehen weitere regionale Angebote und neue Kooperationen zwischen Netzbetreibern.
Welche Unterschiede gibt es zwischen DSL-, Kabel- und Glasfaseranbietern?
Der Begriff DSL-Provider wird häufig allgemein für Internetanbieter verwendet. Technisch ist das jedoch nicht ganz korrekt, denn DSL, Kabelinternet und Glasfaser unterscheiden sich deutlich voneinander.
DSL-Anbieter
DSL nutzt die vorhandenen kupferbasierten Teilnehmeranschlussleitungen. Viele Internetanbieter bieten eigene DSL-Tarife an, obwohl sie nicht selbst Eigentümer des gesamten Anschlussnetzes sind.
Zu den Anbietern gehören unter anderem Telekom, Vodafone, 1&1, O2 und verschiedene regionale Unternehmen.
Für die Auswahl ist neben dem Preis entscheidend, welche Geschwindigkeit an der Anschlussadresse technisch möglich ist.
Kabelinternet-Anbieter
Beim Kabelinternet erfolgt die Datenübertragung über modernisierte TV-Kabelnetze. Zu den bekannten Anbietern gehören Vodafone und PŸUR. Auch eazy vermarktet Internetanschlüsse im Vodafone-Kabelnetz.
Weitere Informationen bietet die Übersicht Internet und Telefon über das TV-Kabel.
Glasfaseranbieter
Glasfaseranschlüsse ermöglichen hohe Übertragungsgeschwindigkeiten. Neben bundesweiten Anbietern bauen auch regionale Telekommunikationsunternehmen, Stadtwerke und spezialisierte Glasfasergesellschaften entsprechende Netze aus.
Allerdings kann nicht jeder Anbieter jedes vorhandene Glasfasernetz nutzen. Ob unterschiedliche Unternehmen auf derselben Infrastruktur Tarife anbieten können, hängt unter anderem von den jeweiligen Netzzugangsvereinbarungen ab.
Internet über Satellit
Wo weder DSL noch Kabelinternet oder Glasfaser in ausreichender Qualität verfügbar ist, kann Satelliteninternet eine Alternative sein.
Angebote von Unternehmen wie skyDSL oder Filiago gehören allerdings nicht zur DSL-Technik, auch wenn teilweise Bezeichnungen wie Satelliten-DSL verwendet werden.
Informationen dazu enthält die Übersicht Internet über Satellit.
Haben regionale Telefonanbieter eigene Netze?
Nicht jeder Anbieter betreibt ein vollständig eigenes Telekommunikationsnetz. Grundsätzlich ist zwischen Netzbetreibern und Diensteanbietern zu unterscheiden.
Netzbetreiber errichten oder betreiben die technische Infrastruktur, beispielsweise Kupferleitungen, Glasfasernetze oder Kabelnetze.
Diensteanbieter verkaufen Telekommunikationsdienstleistungen an Endkunden. Dafür können sie eigene Netze oder die Infrastruktur anderer Unternehmen nutzen.
Ein regionaler Telefonanbieter kann beispielsweise ein eigenes Glasfasernetz betreiben und gleichzeitig DSL-Anschlüsse über die Leitungen eines anderen Netzbetreibers anbieten.
Umgekehrt können bundesweite Unternehmen durch Kooperationen mit regionalen Netzbetreibern zusätzliche Glasfaseranschlüsse vermarkten.
Worauf sollte beim Vergleich von Telefon- und Internetanbietern geachtet werden?
Nicht allein die monatliche Grundgebühr entscheidet darüber, welches Angebot günstig ist. Gerade bei regionalen Anbietern können sich die Vertragsbedingungen und verfügbaren Leistungen deutlich unterscheiden.
Wichtige Vergleichskriterien sind die erreichbare Download- und Uploadgeschwindigkeit, der monatliche Preis nach Ablauf eines Neukundenrabatts, einmalige Anschlusskosten sowie die Kosten für Router und zusätzliche Leistungen.
Auch die Mindestvertragslaufzeit, Kündigungsbedingungen, enthaltenen Telefonflatrates und Möglichkeiten zur Rufnummernmitnahme sollten berücksichtigt werden.
Eine erste Orientierung bietet der DSL-Tarifvergleich. Ergänzende Informationen enthält der DSL-Vergleich.
Frühere Telefonanbieter und Marken
Der deutsche Telekommunikationsmarkt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Zahlreiche Unternehmen wurden übernommen oder ihre Marken eingestellt.
Zu den früheren Telefonanbietern beziehungsweise Festnetzmarken gehören Alice, Arcor und Unitymedia.
Alice ging im Markenauftritt von O2 auf, Arcor wurde in Vodafone integriert. Auch Unitymedia gehört inzwischen zu Vodafone und wird nicht mehr als eigenständige Marke vermarktet. Weitere frühere Angebote und Marken sind KielNET sowie ältere Festnetzprodukte von freenet.
Die historischen Informationen bleiben für Bestandskunden und zur Einordnung älterer Telekommunikationsverträge relevant.
Häufige Fragen zu regionalen Telefonanbietern
Gibt es regionale Anbieter für Telefon und Internet?
Ja. In Deutschland bieten zahlreiche regionale Unternehmen Festnetztelefonie und Internetanschlüsse an. Dazu gehören beispielsweise htp im Raum Hannover, NetCologne im Rheinland oder M-net in Bayern.
Welche regionalen Telefonanbieter gibt es in Nordrhein-Westfalen?
In Nordrhein-Westfalen sind unter anderem NetCologne, NetAachen, BITel, DOKOM, GELSEN-NET, HeLi NET und E.ON Highspeed in unterschiedlichen Regionen tätig. Die Verfügbarkeit hängt vom jeweiligen Ort und der Anschlussadresse ab.
Welche Telekommunikationsunternehmen sind in Norddeutschland aktiv?
Zu den regionalen Anbietern gehören beispielsweise htp, EWE, Osnatel, swb, TNG Stadtnetz, wilhelm.tel und willy-tel. Daneben sind auch bundesweite Telekommunikationsunternehmen vertreten.
Sind regionale Internetanbieter günstiger als bundesweite Unternehmen?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Einige Regionalanbieter bieten attraktive Konditionen oder besondere Glasfaserangebote. In anderen Fällen können bundesweite Anbieter günstiger sein. Ein Preisvergleich sollte deshalb sämtliche Vertragskosten berücksichtigen.
Kann ein regionaler Anbieter schnelleres Internet anbieten als die Telekom?
Ja. Ein regionaler Glasfaseranbieter kann an einem Standort höhere Übertragungsgeschwindigkeiten anbieten, wenn dort ein Glasfaseranschluss vorhanden ist, über den die Telekom keinen entsprechenden Tarif vermarktet.
Kann die bisherige Festnetznummer beim Anbieterwechsel erhalten bleiben?
Grundsätzlich ist die Rufnummernmitnahme beim Wechsel des Festnetzanbieters möglich. Voraussetzung ist unter anderem, dass die technischen und vertraglichen Bedingungen erfüllt sind. Bei einem Wechsel innerhalb desselben Ortsnetzbereichs kann die bisherige Rufnummer normalerweise beibehalten werden.
Wie kann festgestellt werden, welcher Telefonanbieter regional verfügbar ist?
Die Verfügbarkeit lässt sich anhand der vollständigen Anschlussadresse prüfen. Dafür bieten viele Telekommunikationsunternehmen eigene Verfügbarkeitsabfragen an. Bei Glasfaseranschlüssen ist zusätzlich zu klären, welche Anbieter das vorhandene Netz tatsächlich nutzen können.
Weiterführende Informationen
Ausführliche Informationen zu Telefonanschlüssen, Internettelefonie und mobilem Internet ergänzen die Anbieterübersicht.