Zu nah am Limit – Späte Ankündigung der Internet-by-Call Preisänderung von Surfdirect

falle

Es gibt noch immer eine große Anzahl Internet-Nutzer, die Internetzugänge auf Basis des Telefonanschluss mit einem analogen Modem oder einer ISDN-Karte verwenden. Für diese Kunden gibt es eine Vielzahl unterschiedliche Tarife, die jedoch häufig und umfangreich durch die jeweiligen Internet Provider im Preis verändert werden. Die Devise `heute günstig und morgen teuer´ trifft dabei häufig zu, wobei derzeit die Preisspanne bei den Minutenpreisen zwischen 0,01 Cent und 16 Cent sehr groß ist. Somit kann eine Surfstunde beispielsweise weniger als 1 Cent oder auch 9,60 € kosten, möglicherweise sogar zuzüglich einer Einwahlgebühr.

Die Internet-by-Call Tarife ohne Anmeldung werden durch den Kunden anonym genutzt, dem Anbieter ist in der Regel lediglich die Telefonnummer seines Kunden bekannt. Die Abrechnung der angefallenen Gebühren erfolgt im Nachhinein über die Telefonrechnung der Dt. Telekom. Wegen dieser anonymen Nutzung kann der Anbieter mit seinen Kunden lediglich über die eigene Webseite kommunizieren und dort mögliche Tarifänderungen bekannt geben. Einige Anbieter geben Änderungen bereits einige Tage vorher bekannt, andere weisen hingegen erst direkt vor Inkrafttreten auf ihrer Internetseite darauf hin. Der telespiegel als Onlinemagazin mit einer Tarifdatenbank wünscht sich von allen Anbieter eine rechtzeitige Presse-Information im Voraus, damit die Tarifdaten entsprechend angepasst und die Leser informiert werden können.

Eine auf dem Internet-by-Call-Markt sehr aktive Unternehmensgruppe ist die Callax Gruppe, die im Bereich Internet-by-Call mit den drei Marken Surfdirect, Callinet und 01058 Telekom aktiv ist. Zusätzlich betreibt die Gruppe über 10 verschiedene Marken im Bereich günstig telefonieren mit Call-by-Call. Bereits im Juli dieses Jahres war die Marke Surfdirect unangenehm aufgefallen, weil auf ihrer Internetseite ohne Mitteilung an die Presse eine Preisänderung publiziert wurde, die der Anbieter später mit einem Serverfehler erklärte. In diesem Fall wurde den Kunden die durch die Preisänderung erhöhten Kosten nicht in Rechnung gestellt.

Heute ist der Anbieter durch eine kurzfristige Preisänderung zum zweiten Mal innerhalb eines kurzen Zeitraums negativ aufgefallen. Gesternabend um 19 Uhr, also außerhalb üblicher Bürozeiten, versendete der Anbieter eine Presseankündigung zu einer Preisänderung in den Tarifen Surfdirect Privat, Surfdirect Go, Surfdirect Easy 2 Surf und Surfdirect Full Day, die bereits fünf Stunden später in Kraft getreten ist. Bei zwei dieser Tarife wurde ein sogenannter Zeitzonentausch vorgenommen, wobei der Minutenpreis von 0,08 Cent auf 16 Cent und umgekehrt verändert wurde. Diese sehr kurzfristige Preisänderung wird sicherlich vielen Kunden unbekannt geblieben sein und für eine böse Überraschung auf der nächsten Telefonrechnung sorgen.

Ein fairer Anbieter versendet bei Preisänderungen rechtzeitig einen Hinweis per Pressemitteilung und als Onlinemagazin kann eine solche Vorgehensweise der Anbieter vorausgesetzt werden. Doch eine Mitteilung um 19 Uhr bei Gültigkeit ab Mitternacht lässt kaum eine Chance darauf, die User rechtzeitig zu informieren. Auf Nachfrage der telespiegel-Redaktion teilte der Pressesprecher der Callax Gruppe zwar mit, dass zukünftig versucht werde, Preisänderungen in dem Bereich Internet-by-Call nach Möglichkeit früher bekannt zu geben. Dieser Aussage empfinden wir jedoch als zu schwammig. Deshalb haben wir zunächst alle Tarife der Marke Surfdirect in dem telespiegel Bewertungssystem in die Kategorie 1 Stern zurückversetzt. Eine Auszeichnung bekommt die Marke Callax von uns also nicht, bis sie eine rechtzeitige Information der Presse und somit auch der Kunden sichergestellt hat.

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