Urteil – Foto nicht ohne Zustimmung des Fotostudios im Internet veröffentlichen

Urteil - Foto nicht ohne Zustimmung des Fotostudios im Internet veröffentlichen

Ein Mann, von Beruf Rechtsanwalt und IT-Berater, ging zu einem Fotostudio, um dort ein digitales Porträtfoto von sich anzufertigen zu lassen. Der Auszubildenden, die ihn fotografierte, erklärte er, er wolle die erstellten Fotos nutzen, um damit online für seine berufliche Tätigkeit zu werben. Er zahlte 44,50 € und weitere 30,- € für eine CD-ROM mit den Bildern, wovon einige im Datenvolumen reduziert und mit der Benennung `online´ gekennzeichnet waren.

Der Mann veröffentlichte die Fotos jedoch auf seiner geschäftlichen Webseite. Die Inhaberin des Fotostudios, an die naturgemäß die Nutzungsrechte an den von ihrer Angestellten angefertigten Bildern übergegangen waren, mahnte den Mann ab. Er habe zwar den Auftrag gegeben, Bewerbungsfotos zu erstellen. Von einer anderweitigen Nutzung, wie der Veröffentlichung auf einer Webseite, sei jedoch keine Rede gewesen, begründete das Fotostudio sein Handeln. Der Mann entfernte die Fotos von seiner Internet-Seite, weigerte sich jedoch, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben.

Das Fotostudio habe ein Recht auf Unterlassung, urteilte das Landgericht Köln. Der Mann habe zwar die Fotos vervielfältigen und einzelnen Dritten zugänglich machen können, wie es für Online-Bewerbungen nötig ist. Eine öffentliche Zugänglichmachung auf seiner Internetseite sei jedoch von völlig anderer Qualität. Und das Recht auf eine öffentliche Zugänglichmachung der Bilder sei dem Mann von dem Fotostudio nicht eingeräumt worden.

Landgericht Köln, Aktz.: 28 O 468/06 vom 20.12.2006

Weitere Informationen

Gerichtsurteile – Internet

 

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


12 + zehn =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Zyklus-Apps – Intime Daten häufig ungefragt an Dritte weitergegeben

Zyklus-Apps

Intime Daten häufig ungefragt an Dritte weitergegeben

Millionen Frauen weltweit geben regelmäßig hochsensible Daten in Zyklus-Apps ein. Diese Daten werden jedoch nicht ausreichend geschützt und häufig ungefragt an Dritte weitergegeben. Dies zeigt eine Analyse von Forschern der Newcastle University und der Umeå University. […]

Fake Pop-Up-Fenster – BNetzA schaltet Rufnummern konsequent ab

Fake Pop-Up-Fenster

BNetzA schaltet Rufnummern konsequent ab

Die Bundesnetzagentur warnt vor falschen Pop-Up-Fenster-Fehlermeldungen und schaltet weiterhin konsequent Rufnummern ab, die dort für vermeintliche Hilfe angegeben werden. Hinter den Fake Pop-Ups stecken Betrüger, die Verbraucher zu einem teuren Reparaturauftrag drängen wollen. […]

Kostenfalle Handyvertrag – Folgende Fehler unbedingt vermeiden

Kostenfalle Handyvertrag

Folgende Fehler unbedingt vermeiden

Die Auswahl der Mobilfunkanbieter ist immens. Daher sollte man unbedingt auch ein Auge auf sogenannte Discountanbieter legen. Häufig bieten diese attraktive Konditionen zu besonders günstigen Preisen an. Kein Wunder also, dass sich immer mehr Menschen dazu entscheiden, ihren Anbieter zu wechseln. […]