Anrufsperre aufheben oder aktivieren – Netzcodes für das Handy

Netzcode Anrufsperre

Mit einer Anrufsperre lassen sich bestimmte Telefonverbindungen direkt im Mobilfunknetz blockieren. So können beispielsweise alle ausgehenden Anrufe, internationale Gespräche oder eingehende Anrufe im Ausland gesperrt werden. Die Steuerung erfolgt über spezielle Tastenkombinationen, sogenannte GSM-Codes oder Netzcodes.

Ist eine Anrufsperre versehentlich aktiviert worden, lässt sie sich häufig mit dem passenden Netzcode wieder aufheben. Voraussetzung ist, dass der Mobilfunkanbieter die Funktion unterstützt und das erforderliche Sperrpasswort bekannt ist.

Anrufsperre aufheben – so funktioniert es

Eine aktive Anrufsperre kann verhindern, dass ausgehende Gespräche möglich sind oder eingehende Anrufe durchgestellt werden. Zum Deaktivieren wird die Telefon-App geöffnet und der entsprechende Netzcode eingegeben. Anschließend muss die Eingabe mit der Anruftaste bestätigt werden.

Die wichtigsten Codes zum Aufheben einer Anrufsperre:

Anrufsperre deaktivierenNetzcode
Alle ausgehenden Anrufe freigeben#33*Passwort#
Ausgehende Auslandsgespräche freigeben#331*Passwort#
Internationale Gespräche im Roaming freigeben#332*Passwort#
Alle eingehenden Anrufe freigeben#35*Passwort#
Eingehende Anrufe im Ausland freigeben#351*Passwort#
Alle unterstützten Anrufsperren aufheben#330*Passwort#
Anstelle von „Passwort“ muss das vom Mobilfunkanbieter festgelegte Sperrpasswort eingetragen werden. Dieses ist nicht mit der SIM-PIN, der PUK oder dem Entsperrcode des Smartphones identisch.

Beispiel: Soll eine Sperre für ausgehende Telefonate mit dem Sperrpasswort 0000 aufgehoben werden, lautet der Code #33*0000#. Anschließend wird die Anruftaste betätigt.

Nicht alle Netzcodes funktionieren bei jedem Mobilfunkanbieter oder in jedem Tarif. Meldet das Smartphone einen Fehler, sollte zunächst geprüft werden, ob die betreffende Netzfunktion vom Anbieter unterstützt wird.

Anrufsperre aktivieren, deaktivieren und prüfen – alle GSM-Codes

Eine Anrufsperre kann nicht nur aufgehoben, sondern auch gezielt eingerichtet werden. Die folgenden Netzcodes entsprechen den üblichen GSM-Steuerbefehlen für netzseitige Rufsperren.

Art der AnrufsperreAktivierenDeaktivierenStatus prüfen
Alle ausgehenden Anrufe*33*Passwort##33*Passwort#*#33#
Ausgehende Auslandsgespräche*331*Passwort##331*Passwort#*#331#
Internationale Anrufe im Ausland außer ins Heimatland*332*Passwort##332*Passwort#*#332#
Alle eingehenden Anrufe*35*Passwort##35*Passwort#*#35#
Eingehende Anrufe im Ausland*351*Passwort##351*Passwort#*#351#
Alle Codes werden über das Tastenfeld der Telefon-App eingegeben und mit der Anruftaste bestätigt. Die Statusabfrage benötigt normalerweise kein Sperrpasswort. Sie zeigt, sofern der Netzbetreiber die Abfrage unterstützt, ob die jeweilige Rufsperre aktiv ist.

Wichtig: Mit *#33# wird keine Anrufsperre aktiviert. Der Code dient ausschließlich zur Statusabfrage der Sperre für ausgehende Telefonate.

Was bewirken die verschiedenen Anrufsperren?

Alle ausgehenden Anrufe sperren

Mit *33*Passwort# werden grundsätzlich ausgehende Telefonverbindungen gesperrt. Das kann insbesondere sinnvoll sein, wenn ein Mobiltelefon vorübergehend nicht für kostenpflichtige Telefonate genutzt werden soll.

Zum Aufheben der Sperre wird #33*Passwort# eingegeben. Gesetzlich vorgeschriebene Notrufmöglichkeiten bleiben von einer solchen Sperre generell ausgenommen.

Anrufe ins Ausland sperren

Mit *331*Passwort# können ausgehende internationale Telefonverbindungen gesperrt werden. Damit lassen sich unerwünschte Kosten durch Auslandsgespräche vermeiden.

Die Sperre wird mit #331*Passwort# wieder aufgehoben.

Mit dem Netzcode *332*Passwort# kann außerdem eine spezielle internationale Rufsperre für die Nutzung im Ausland aktiviert werden. Bei dieser Sperrvariante sollen Gespräche innerhalb des Aufenthaltslandes und in das Heimatland weiterhin möglich sein. Ob dies im jeweiligen Netz und Tarif unterstützt wird, muss beim Anbieter geprüft werden.

Alle eingehenden Anrufe sperren

Der Netzcode *35*Passwort# sperrt sämtliche eingehenden Telefonanrufe, sofern der Mobilfunkanbieter diesen Dienst bereitstellt.

Die Deaktivierung erfolgt mit #35*Passwort#.

Diese Funktion unterscheidet sich von der gezielten Blockierung einzelner Rufnummern. Bei der netzseitigen Anrufsperre werden ganze Kategorien von Anrufen gesperrt.

Eingehende Anrufe im Ausland sperren

Mit *351*Passwort# können eingehende Telefonate während eines Auslandsaufenthalts gesperrt werden. Damit lassen sich insbesondere außerhalb der EU mögliche Kosten für die Annahme von Gesprächen vermeiden.

Zum Deaktivieren wird #351*Passwort# verwendet.

Innerhalb der EU gelten grundsätzlich die Regelungen des EU-Roamings. Außerhalb der EU können für eingehende Gespräche je nach Land und Tarif Gebühren entstehen.

Weitere Informationen bietet der telespiegel-Ratgeber zum Roaming im Ausland.

Anrufsperre bei Telekom, Vodafone, o2 und 1&1 aufheben

Die grundlegenden GSM-Codes sind standardisiert. Allerdings können sich die Unterstützung der Funktionen, die notwendigen Sperrpasswörter und die Möglichkeiten zur Verwaltung je nach Mobilfunkanbieter unterscheiden.

AnbieterHinweise zur Anrufsperre
TelekomGSM-Rufsperren sind für unterstützte Tarife dokumentiert. Bei älteren Telekom-Geschäftskundenunterlagen wird 7777 als Standardpasswort genannt.
VodafoneVodafone dokumentiert die Anrufsperren und nennt 0000 als anfänglich voreingestellte Geheimzahl.
o2Die üblichen GSM-Codes sind dokumentiert. Einzelne Sperrfunktionen können jedoch tarif- oder netzseitig eingeschränkt sein.
1&1Die Unterstützung hängt vom verwendeten Tarif und der Netzplattform ab. Bei fehlgeschlagenen Codes ist eine Prüfung durch den Kundenservice sinnvoll.
congstarVerfügbarkeit und Sperrpasswort müssen für den jeweiligen Tarif geklärt werden.
ALDI TALK, freenet und weitere AnbieterDie Nutzung hängt vom jeweiligen Anbieter, Netz und Tarif ab. Nicht jeder Mobilfunkdienst unterstützt alle Sperrcodes.
Die bei Telekom und Vodafone genannten Standardpasswörter dürfen nicht ungeprüft auf andere Anbieter übertragen werden. Außerdem kann ein ursprünglich vorgegebenes Passwort bereits geändert worden sein.

Vodafone Anrufsperre deaktivieren

Vodafone beschreibt die Steuerung netzseitiger Anrufsperren über GSM-Codes. Für das Aufheben einer Sperre aller ausgehenden Gespräche lautet die Tastenkombination:

#33*Passwort#

Für sämtliche eingehenden Anrufe:

#35*Passwort#

Zum Deaktivieren aller unterstützten Sperrklassen kann #330*Passwort# verwendet werden.

Vodafone nennt 0000 als anfänglich voreingestellte Geheimzahl. Wurde diese geändert, ist das persönliche Passwort erforderlich.

Telekom Anrufsperre aufheben

Auch bei der Telekom sind GSM-Steuercodes für verschiedene Rufsperren dokumentiert. Eine aktive Sperre für ausgehende Gespräche lässt sich bei unterstützten Tarifen mit #33*Passwort# deaktivieren.

Ältere Geschäftskundeninformationen der Telekom nennen 7777 als Standardpasswort. Ob dieses für einen konkreten Vertrag zutrifft, sollte vor der Verwendung geklärt werden.

O₂ Anrufsperre deaktivieren

Bei O₂ können die üblichen GSM-Codes verwendet werden, soweit die jeweilige Sperrfunktion für den Anschluss verfügbar ist. Kommt trotz korrekt eingegebenem Code eine Fehlermeldung, kann eine Sperre oder Einschränkung beim Anbieter vorliegen.

Die netzseitige Abweisung anonymer Anrufe ist eine andere Funktion: Bei O₂ wird sie als ACR (Anonymous Call Rejection) bezeichnet. Sie kann je nach Vertrag über die Kundenverwaltung beziehungsweise den Kundenservice eingerichtet werden.

1&1 und weitere Mobilfunkanbieter

Bei 1&1, congstar, ALDI TALK und anderen Anbietern ist zu beachten, dass nicht jede netzseitige Anrufsperre automatisch verfügbar ist. Auch wenn das Smartphone entsprechende Einstellungen anzeigt, kann der Anbieter die Ausführung eines GSM-Codes ablehnen.

In solchen Fällen sollte beim jeweiligen Kundenservice nach dem Sperrpasswort und der Verfügbarkeit von Call Barring gefragt werden.

Anrufsperre-Passwort vergessen – was tun?

Für die Einrichtung oder Aufhebung einer netzseitigen Anrufsperre wird ein Sperrpasswort benötigt. Häufig besteht es aus vier Ziffern.

Dabei sind mehrere Zugangsdaten zu unterscheiden:

  • SIM-PIN: Schützt die SIM-Karte vor unbefugter Nutzung.
  • PUK: Ermöglicht das Entsperren einer durch falsche PIN-Eingaben gesperrten SIM-Karte.
  • Gerätecode: Schützt den Zugriff auf das Smartphone.
  • Anrufsperre-Passwort: Wird für die Steuerung netzseitiger Gesprächssperren verwendet.

Das Sperrpasswort kann bei manchen Netzbetreibern über einen GSM-Code geändert werden. Das übliche Format lautet:

**03*330*AltesPasswort*NeuesPasswort*NeuesPasswort#

Die Änderung setzt voraus, dass der Anbieter die Funktion unterstützt und das bisherige Passwort bekannt ist.

Ist das Passwort vergessen, sollte der Mobilfunkanbieter kontaktiert werden. Mehrere falsche Eingaben können zu einer Sperrung weiterer Änderungen führen.

Fehlermeldung: „Lesen von Daten nicht möglich – Anrufsperre abgelehnt“

Insbesondere Android-Smartphones und Geräte von Samsung können beim Abrufen oder Ändern von Anrufsperren Fehlermeldungen anzeigen. Dazu gehören:

  • „Lesen von Daten nicht möglich“
  • „Anrufsperre abgelehnt“
  • „Netzwerk- oder SIM-Kartenfehler“
  • „Verbindungsproblem oder ungültiger MMI-Code“

Solche Meldungen bedeuten nicht zwangsläufig, dass das Smartphone defekt ist.

Mögliche Ursachen sind ein nicht unterstützter Netzdienst, ein falsches Sperrpasswort, eine Einschränkung durch den Mobilfunkanbieter oder ein vorübergehender Fehler bei der Kommunikation mit dem Mobilfunknetz.

Zur Fehlerbehebung empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  1. Prüfen, ob sich mit dem Smartphone grundsätzlich telefonieren lässt.
  2. Das Gerät neu starten und die Mobilfunkverbindung erneut herstellen.
  3. Bei Dual-SIM-Geräten kontrollieren, welche SIM-Karte für Anrufe ausgewählt ist.
  4. Den Status der betreffenden Sperre mit dem passenden GSM-Code abfragen.
  5. Prüfen lassen, ob Call Barring beim Mobilfunkanbieter freigeschaltet ist.

Wird die Statusabfrage bereits abgelehnt, lässt sich daraus nicht zuverlässig schließen, ob eine Anrufsperre aktiv ist.

Anrufsperre bei Samsung und Android deaktivieren

Einige Android-Smartphones bieten die netzseitige Anrufsperre auch in den Einstellungen der Telefon-App an.

Je nach Android-Version, Hersteller und Mobilfunkanbieter kann sich die Funktion etwa unter folgendem Menüpfad befinden:

Telefon-App → Einstellungen → Zusatzdienste → Anrufsperre

Dort können, soweit unterstützt, Sperren für eingehende und ausgehende Telefonate aktiviert oder deaktiviert werden.

Fehlt dieser Menüpunkt, ist das nicht ungewöhnlich. Auf vielen Smartphones stehen die Funktionen nur eingeschränkt oder überhaupt nicht zur Verfügung. Alternativ können die unterstützten GSM-Codes über das Tastenfeld verwendet werden.

Die Blockierung einzelner Telefonnummern erfolgt über andere Einstellungen und ist nicht mit der netzseitigen Anrufsperre gleichzusetzen.

Anrufsperre im Festnetz aufheben

Die hier aufgeführten GSM-Codes sind für Mobilfunkanschlüsse vorgesehen. Im Festnetz können andere Verfahren gelten.

Bei IP-basierten Telefonanschlüssen werden Sperren beispielsweise über das Kundenportal des Telefonanbieters oder die Einstellungen des Routers eingerichtet.

Eine gesperrte Rufnummer kann bei Verwendung einer FRITZ!Box über deren Benutzeroberfläche wieder freigegeben werden. Bei anderen Telefonanlagen und schnurlosen Telefonen, etwa von Panasonic, können eigene Sperrlisten vorhanden sein.

Ausführliche Anleitungen zur Sperrung und Freigabe einzelner Rufnummern bietet der Ratgeber Anrufersperre – eingehende Anrufe sperren und abweisen.

Häufige Fragen zur Anrufsperre

Wie kann ich eine Anrufsperre vollständig aufheben?

Bei unterstützten Mobilfunkanschlüssen können alle netzseitigen Anrufsperren mit #330*Passwort# deaktiviert werden. Der Befehl muss mit der Anruftaste bestätigt werden. Eine anbieterseitige Vertrags- oder Sicherheitssperre lässt sich damit nicht unbedingt aufheben.

Was bedeutet *#33# auf dem Handy?

Mit *#33# lässt sich der Status einer netzseitigen Sperre für ausgehende Telefonanrufe abfragen. Der Code aktiviert keine Sperre.

Was bedeutet *#35#?

Der Netzcode *#35# dient zur Statusabfrage der Sperre für eingehende Telefonanrufe. Eine Aktivierung erfolgt dagegen über *35*Passwort#.

Warum sind ausgehende Anrufe gesperrt?

Ursache kann eine aktive Netzsperre, eine tarifliche Einschränkung, eine anbieterseitige Sperre oder ein technisches Problem sein. Auch eine gesperrte oder nicht korrekt eingebuchte SIM-Karte kann das Telefonieren verhindern. Nicht jede Ursache lässt sich mit einem GSM-Code beseitigen.

Kann ich Anrufe aus dem Ausland vollständig sperren?

Mit der netzseitigen Sperre für eingehende Anrufe im Ausland (351) werden Anrufe während eines eigenen Auslandsaufenthalts gesperrt. Damit werden jedoch nicht ausschließlich Anrufer mit ausländischen Rufnummern blockiert.

Wer nur Anrufe mit bestimmten internationalen Vorwahlen wie +39 oder +43 sperren möchte, benötigt eine entsprechende Rufnummernfilterung. Ob diese möglich ist, hängt vom Smartphone, Telefonanbieter oder Router ab.

Kann ich eine gesperrte Telefonnummer wieder entsperren?

Ja. Wurde eine einzelne Telefonnummer auf dem Smartphone oder im Router blockiert, kann sie normalerweise aus der Sperrliste entfernt werden. Dazu ist kein GSM-Netzcode erforderlich. Die Anleitung steht im Ratgeber Anrufersperre.

Was ist der Unterschied zwischen Anrufsperre und Anrufersperre?

Eine netzseitige Anrufsperre blockiert bestimmte Kategorien von Telefonverbindungen, etwa alle ausgehenden Auslandsgespräche. Eine Anrufersperre dient dagegen dazu, einzelne Rufnummern, anonyme Anrufer oder bestimmte Rufnummernbereiche abzuweisen.

Wie lässt sich die Anrufsperre nach einem Notruf deaktivieren?

Nach einem Notruf kann es auf einigen Geräten zu vorübergehenden Einschränkungen bestimmter Telefonfunktionen kommen. Dabei handelt es sich nicht zwangsläufig um eine GSM-Anrufsperre. Ein Neustart oder das erneute Verbinden mit dem Mobilfunknetz kann helfen. Bleibt die Einschränkung bestehen, sollte der Anbieter beziehungsweise Gerätehersteller kontaktiert werden.